Reparaturen am Haus: So sparen Sie Handwerkerkosten

Tipps für die richtige Preisverhandlung mit Handwerkern

Eine defekte Wasserpumpe oder eine kaputte Heizung beeinflussen die Lebensqualität erheblich. Umso dringender ist es, dass ein Handwerker den Schaden möglichst schnell behebt. Bei aller Eile ist jedoch eine gute Portion Aufmerksamkeit gefragt, damit die Abschlussrechnung keine unangenehme Überraschung birgt.


placeholder

Wenn die die Terrassentür klemmt, die Heizungstherme streikt oder das Dach dringend neue Ziegel benötigt, muss der Handwerker ran. Nicht immer verfügt der Kunde über ausreichend Fachwissen, um die Arbeiten an seinem Haus zu kontrollieren. Doch auch in der Handwerksbranche tummeln sich unter einer großen Zahl seriöser Unternehmen ein paar schwarze Schafe, die durch überflüssige Arbeiten oder zu hoch kalkulierte Kosten die Rechnungssumme künstlich nach oben treiben. Das können Sie jedoch ganz einfach vermeiden, indem Sie einige Dinge bei den Verhandlungen mit Handwerksunternehmen beachten.

Verbindliche Angebote einholen


Im ersten Schritt gilt: Um die Preisspanne für notwendige Reparatur- sowie Materialkosten realistisch abstecken zu können, sollten Sie sich nicht auf die Einschätzung eines einzelnen Unternehmens verlassen. Holen Sie sich deswegen mindestens zwei, besser drei Angebote verschiedener Handwerksunternehmen ein und vergleichen Sie diese sorgfältig, bevor Sie den Auftrag erteilen.

Fordern Sie am besten anstelle eines unverbindlichen Kostenvoranschlags ein verbindliches Angebot an. Achten Sie später darauf, dass das Schreiben nicht den Zusatz „unverbindliches Preisangebot“ enthält. Durch diesen hält sich das Unternehmen ein Schlupfloch frei, um sich von den gemachten Angaben zu distanzieren.



Checkliste: Überprüfen der Angebote


Wenn Sie die Angebote einholen, sollten Sie bei den verschiedenen Unternehmen dieselben konkreten Angaben machen. Schließlich können Sie die Konditionen später nur sinnvoll miteinander vergleichen, wenn die Angebote etwa dieselben Posten aufführen. Doch aufgepasst: Bei einem Angebot ist es im Gegensatz zu einem Kostenvoranschlag nicht immer üblich, die Auflistung von Material und die verschiedenen Arbeitsschritte mit einzelnen Preisangaben zu versehen. Einige Handwerksbetriebe nehmen diesen Mehraufwand aber auf Anfrage in Kauf.  

Vergleichen Sie bei den eingeholten Angeboten am besten folgende Punkte:

  • Sind alle notwendigen Arbeitsschritte angegeben?
  • Ist ggf. ein Fertigstellungstermin festgelegt?
  • Wie detailliert sind die Angaben zu Qualität und Anzahl des eingeplanten Materials?
  • Welche Arbeitszeit planen die Unternehmen jeweils ein?
  • Sind alle Lohn-, Material- und Fahrtkosten konkret berechnet und inklusive Mehrwertsteuern angegeben?
  • Entsprechen die Lohnforderungen in etwa dem üblichen Vergleichslohn anderer Handwerksunternehmen?

Tipp

Im Gegensatz zu einem Angebot sind die kalkulierten Kosten in einem unverbindlichen Kostenvoranschlag nicht bindend. Wird die Abschlussrechnung jedoch um mehr als ca. 20 Prozent teurer als geplant, muss das Unternehmen den Kunden rechtzeitig darauf hinweisen. Dieser hat dann das Recht, von dem Vertrag zurückzutreten. Ein „garantierter“ Kostenvoranschlag ist hingegen verbindlich.



Nehmen Sie die Rechnung genau unter die Lupe


Sind die Arbeiten erledigt, weisen augenscheinlich keine Mängel auf und entsprechen den vorhergegangenen Vereinbarungen, wartet der Handwerker in der Regel mit der Rechnung. Nehmen Sie sich nun ausreichend Zeit, um diese sorgfältig zu prüfen, bevor Sie Ihre Unterschrift darunter setzen. Steht Ihr Name erst einmal unter der Rechnung, können Sie falsche Angaben oder nicht vereinbarte Zusatzkosten rechtlich kaum noch anfechten. Werden dort Arbeiten aufgeführt, die nicht von Ihnen in Auftrag gegeben wurden, müssen Sie diese auch nicht bezahlen. Auch ein Blick auf die abgerechnete Stundenzahl ist sinnvoll – vorausgesetzt, Sie haben diese im Vorfeld mitgezählt.



Verspätete Mängelbeseitigung einfordern


Die Heizungstherme ist eingebaut, das warme Wasser rauscht wieder, alles funktioniert einwandfrei – bis zum nächsten Morgen. Stellt die frisch erstandene Therme einfach ihren Dienst ein, ist dem Sanitärtechniker offensichtlich ein Fehler bei der Installation unterlaufen oder das Gerät ist defekt. Beides sind Gründe für eine Reklamation und das Einbehalten eines Teils des fälligen Rechnungsbetrags. Am besten setzen Sie dem Unternehmen nun schriftlich eine Frist zur Beseitigung des Mangels.


Diese Artikel könnten Sie interessieren: