Räumdienst von der Steuer absetzen?

So setzen Sie Winterdienst auf öffentlichen Wegen steuerlich ab

Seit diesem Jahr können Hauseigentümer den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen von der Steuer absetzen. Dafür müssen sie allerdings einige Voraussetzungen erfüllen.


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Verschneite Straßen verlieren schnell ihren Winterzauber, wenn sich die Fußwege in eine spiegelglatte Eispiste verwandeln. Um Unfälle zu verhindern, zählt der regelmäßige Räum- und Streudienst zu den sogenannten Verkehrspflichten von Grundstückseigentümern. Engagieren diese zum regelmäßigen Schneeschippen und Streuen einen professionellen Winterdienst, können sie die Mehrkosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Das galt bisher allerdings nur für das Räumen des eigenen Grundstücks. Übertrug ein Grundstücksbesitzer die Räumpflicht für die angrenzenden öffentlichen Wege vor seinem Haus an einen Winterdienst, musste er die Kosten dafür selbst tragen. Begründung des Fiskus: Als haushaltsnahe Pflichten gelten nur Arbeiten, die im Haus oder auf dem Grundstück erbracht werden, nicht aber über die Grundstücksgrenze hinaus. Doch nun lenkt das Finanzamt offiziell ein.

Finanzamt erkennt haushaltsnahe Dienstleistung auf öffentlichen Wegen an


Bereits 2014 entschied der Bundesgerichtshof mit dem Urteil VI R 55/12, dass auch eine Leistung, die nicht direkt auf dem Grundstück des Eigentümers erbracht wird, zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählt. Finanzämter pochten jedoch weiterhin darauf, dass nur Arbeiten innerhalb der Grundstücksgrenze steuerlich absetzbar seien. Erst seit November 2016 erkennt der Fiskus die Kosten für den Räumdienst rund um das eigene Haus offiziell an.

Die anfallenden Lohnkosten für den Winterdienst dürfen Grundstückseigentümer nun in ihrer Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung aufnehmen. Die maximale Rechnungssumme begrenzt der Fiskus jedoch auf 1.200 Euro im Jahr. 20 Prozent der Kosten können sich Grundstückseigentümer so vom Finanzamt zurückholen. Voraussetzung für die Anerkennung der Kosten ist allerdings, dass eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt und der Fiskus die Zahlung an den Winterdienst nachvollziehen kann. Die Rechnung darf also nicht in bar, sondern muss per Überweisung oder Bankeinzug beglichen worden sein.



Räumpflicht an Mieter abtreten


Nicht immer ist der Hauseigentümer für die Räum- und Streupflicht verantwortlich. Bewohnt er sein Haus nicht selbst, sondern hat dieses vermietet, kann er seine Mieter dazu verpflichten, bei Schnee und Eis regelmäßig zu Schneeschippe und Streueimer zu greifen. Diese Vereinbarung muss allerdings klar aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung hervorgehen. Ein Aushang im Hausflur eines Mehrparteienmietshauses reicht nicht aus, um die Mieter hier in die Pflicht zu nehmen.

Beauftragt der Vermieter statt seiner Mieter einen Winterdienst, kann er die anfallenden Kosten als Nebenkosten bei der Jahresabrechnung von diesen zurückfordern. Tragen die Mieter jedoch die Kosten, kann der Vermieter diese nicht mehr beim Finanzamt geltend machen – die Mieter hingegen schon. Hier gilt die einfache Regel: Wer zahlt, erhält steuerliche Ermäßigung.


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