Privatdarlehen

Beim Privatdarlehen – auch „Darlehen von Privat“ bezeichnet – handelt es sich um einen Kredit, der von einer Privatperson ausgegeben wird und damit nicht von einem gewerbsmäßigen Kreditinstitut.

Ein privates Darlehen wird im Regelfall von nahen Verwandten oder nahestehenden Dritten vergeben. Das hat zumeist den Vorteil, dass die Bonität nicht oder nur in geringem Maße überprüft wird. Das Ausfallrisiko für den Kreditgeber des Privatkredits ist dadurch höher, was sich in einem Zinssatz oberhalb des durchschnittlichen Marktniveaus wiederspiegelt. Oftmals entspricht die Kreditsumme des Privatdarlehens nicht dem tatsächlichen Bedarf, der Kreditnehmer muss dann weitere Finanzierungsformen in Anspruch nehmen.

Die Angaben sind kein Finanzierungsangebot im Sinne der Verbraucherkreditrichtlinie, sondern dienen beispielhaft zur ersten Orientierung. Die Berechnung erfolgt auf Basis folgender Annahmen: Angestellter, anfängliche Tilgung 2%, 10 Jahre Sollzinsbindung, 1,15 % gebundener Sollzins, 1,16 % effektiver Jahreszins (basierend auf 200.000 Euro Nettodarlehensbetrag), keine Sondertilgung, kein Tilgungswechsel, Kaufobjekt selbstgenutzt, Effektivzins beinhaltet ggf. Die Monatsrate wird auf einen vollen Eurobetrag aufgerundet. Vertriebskosten, Beleihungsauslauf bezieht sich auf Kaufpreis. In Einzelfällen können die Annahmen abweichen, nähere Informationen sowie ein individuelles Kreditangebot erhalten Sie direkt bei Finanzierungsanbietern. Weitere Konditionsabweichungen können sich durch die Objekteinschätzung und Bonität des Kreditnehmers ergeben. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- und Richtigkeit. 

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Welche Bedeutung hat der Privatkredit in der Praxis?

In der Praxis hat sich dieser Privatkredit vor allem als Alternative für Selbständige oder Gründer etabliert. Da beim Privatdarlehen viele Vorschriften des Kreditwesengesetzes nicht greifen, sind die Rechte und Pflichten zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer frei verhandelbar. Immer häufiger bewerben aber auch klassische Banken jene Konsumentenkredite als Privatdarlehen, die als klassische Ratenkredite ausgelegt sind. Damit soll die Unterscheidung zu Gewerbekrediten deutlich werden.

Da der Privatkredit viel eher einem klassischen Ratenkredit ähnelt, als einem Hypothekendarlehen, liegt der Gesamtkreditbetrag teilweise deutlich höher. Viele Kosten und Aufwendungen, die im Zuge der Beantragung übernommen werden müssen, verteuern die Finanzierung zusätzlich.  Auch werden nicht selten Bürgschaften oder weitere Kreditnehmer gefordert. Hiervon sind in erster Linie Selbständige betroffen, die kein geregeltes Einkommen nachweisen können. Die tatsächliche Quote jener Kreditanfragen, die erfolgreich abgeschlossen werden können, fällt deshalb niedrig aus. Zudem gelten Teile der deutschen Kreditgesetzgebung nicht, was beispielsweise Sondertilgungen oder die Regelungen bezüglich Zinsfestschreibungen betrifft. In der Praxis stellt der Privatkredit in dieser Form deshalb eher die Ausnahme dar.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zu einem Kredit der Bank?

Nur weil ein Privatdarlehen von einer Privatperson vergeben wird, müssen nicht zwangsläufig andere Grundsätze und Vorschriften beachtet werden. In § 488 ff. BGB sind die rechtlichen Bestimmungen zum Kreditvertrag erläutert. Daraus ergibt sich, dass der Darlehensnehmer grundsätzlich den Kreditbetrag mitsamt etwaiger Zinsen zurückzuzahlen hat. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, sind die Zinsen jeweils nach Ablauf eines Jahres zu zahlen oder zum Zeitpunkt der Darlehensrückzahlung.

Ein solcher Privatkredit kann oftmals nur mit großer Mühe mit den Konditionen anderer Angebote verglichen werden. Denn Regelungen zu möglichen Sondertilgungen, Zinsanpassungen, Zinszahlungsintervallen und dergleichen sind nicht einheitlich. Außerdem sind die genauen Kosten mitunter nicht auf Anhieb sichtbar, das Gesetz gibt keine speziellen Formvorschriften vor. Diese wären bei einem klassischen Verbraucherdarlehensvertrag nach §§ 491, 492 BGB zwingend einzuhalten.  

Ein weiteres Schutzrecht, das bei solchen Darlehen fehlt, sind die sich aus § 498 BGB ergebenden Kündigungsschutzregeln.

Wie funktioniert der Privatkredit über Online-Portale?

In der Praxis suchen vor allem solche Darlehensnehmer nach einem Privatkredit, die eine kurzfristige Finanzierung suchen oder mit dem Kreditbetrag eine finanziell schwache Situation überbrücken müssen. Anbieter vermitteln in Deutschland zwischen einem Pool aus privaten Anlegern, den Kreditgebern. Sie steuern ihren Teil zum Gesamtkreditbetrag bei und fördern damit Projekte verschiedener Art, wie Geschäftserweiterungen oder Entschuldungen. Die Zinsen liegen häufig überdurchschnittlich hoch, was mit der oftmals kurzen Laufzeit und der Bonität der Kreditnehmer zusammenhängt.

Worin unterscheiden sich Privatdarlehen und Immobilienkredite?

Sollen mehrere Angebote zur Immobilienfinanzierung miteinander verglichen werden, müssen die selben Voraussetzungen gelten. Nur bei gleicher Zinsbindungsfrist sind solche Berechnungen möglich. Der Verbraucher bekommt hierfür alle Eckdaten transparent und nachvollziehbar aufbereitet, so wie es das Gesetz vorsieht. Die Preisangabenverordnung definiert beispielsweise, was zu den effektiven Zinsen gerechnet wird.

Beim Privatdarlehen aber sind die Eckdaten häufig nicht einheitlich aufbereitet, wodurch die tatsächliche Kostenstruktur im Verborgenen bleibt. Das kann in der Praxis zu Problemen führen, denn grundsätzlich können hierfür alle üblichen Sicherheiten mit dem Privatkredit verknüpft werden. Da die Möglichkeiten der Refinanzierung überschaubar sind, liegen die Effektivzinssätze derartiger Darlehen überdurchschnittlich hoch. Bei längerfristigen Finanzierungen können so hohe Zusatzkosten anfallen. Sinnvoll kann diese Finanzierungsform hingegen bei kurzfristigen Überbrückungen sein oder als Ergänzung zum klassischen Hypothekendarlehen. Da private Darlehensgeber die Bonität des Kreditnehmers jedoch nur zum Teil überprüfen können, werden hierfür häufig bankübliche Sicherheiten verlangt.

Privatdarlehen (Sicherheiten)

Immobiliendarlehen (Sicherheiten)
Kapitalbildende Lebensversicherungen Grundbucheintrag (Eigentumsvorbehalt)
Risikolebensversicherungen Hypothek (Grundpfandrecht zugunsten der Bank)
Lohn- und Gehaltsabtretung Feuerversicherung, ggfs. Elementarversicherung
  Verpfändung von Wertpapieren

Welche Vor- und Nachteile hat ein Privatkredit?

Bevor Verbraucher die Kreditangebote von privat überprüfen und eine Kreditanfrage stellen, sollten sie sich sowohl über die Vorteile als auch über die Nachteile im Klaren sein.

Mit dem Kredit von privat gehen in jedem Fall die folgenden Vorteile einher:

  • die Sicherheiten können mit dem Darlehensnehmer individuell vereinbart werden
  • der Privatkredit wird üblicherweise nicht in der Schufa eingetragen – außerdem wird in den meisten Fällen vor Kreditvergabe keine Schufa-Auskunft eingeholt
  • private Darlehensgeber können mit den Darlehensnehmern individuell über die Bedingungen der Kreditvergabe diskutieren

Allerdings ist bei diesem Kredit auch mit diesen Nachteilen zu rechnen:

  • bei einem Privatdarlehen greift der Verbraucherschutz nicht – Darlehensnehmer müssen auf ihren Darlehensgeber vertrauen
  • persönliche Beziehungen können sich durch die Kreditanfrage eines Verwandten oder Freundes ändern
  • es gibt keine Informationspflichten und keine Vorschriften, inwiefern der Darlehensnehmer Informationen erhalten sollte
  • häufig sind weder Kündigungsfristen noch Laufzeiten vereinbart, was die Rückzahlung des Kredits erschweren kann
  • Vereinbarungen, etwa über Zinssatz und Tilgungshöhe, sind schwieriger zu beweisen, da auch mündliche Abmachungen getroffen werden können
  • Vereinbarungen könnten zulasten des Kreditnehmers formuliert werden
  • Risiko der Zahlungsausfälle für den Kreditgeber ist höher, da Möglichkeiten zum Zahlungsaufschub oder Anpassung der Konditionen fehlen mitunter können

Was Verbraucher bei der Kreditvergabe zu berücksichtigen haben

Möchten Verbraucher den benötigten Kreditbetrag dennoch durch ein privates Darlehen finanzieren, sollten sie vorab unbedingt die einzelnen Angebote der Privatkredite einem Vergleich unterziehen, um einen möglichst seriösen Darlehensgeber zu finden. Anschließend sollte in jedem Fall ein Kreditvertrag aufgesetzt werden, um die wichtigsten Eckpunkte schriftlich festzusetzen.

Im Kreditvertrag sind unter anderem die zu zahlenden Raten inklusive der Zinshöhe festzulegen. Auch die Laufzeit der Rückzahlung sowie Kündigungsfristen sollten geklärt werden. Schließlich sind Aspekte wie Sondertilgungen und mögliche Zahlungsaussätze schriftlich festzusetzen. Beide Parteien sollten diesen Kreditvertrag unterschreiben und eine Kopie davon erhalten, um spätere Streitigkeiten vermeiden zu können.

Ist der Kredit von privat eine Steuerfalle?

Insbesondere Kreditangebote von Verwandten oder Freunden können sich als eine gravierende Steuerfalle entpuppen. Denn häufig werden hierbei keine oder äußerst niedrige Zinssätze vereinbart – das Finanzamt geht in diesem Fall von einer Schenkung aus. Deshalb kann es hierbei auch eine Schenkungsteuer verlangen.

Bezüglich der Schenkungsteuer gelten die folgenden Freibeträge:

  • Kredite an Ehepartner, Kinder, Enkel: 200.000 bis 500.000 Euro
  • Kredite an Eltern, Geschwister, Großeltern, Nichtverwandte: bis zu 20.000 Euro für alle Schenkungen in einem Zeitraum von zehn Jahren

Vor allem bei Darlehen, die an Eltern oder Geschwister vergeben werden, kann also der Fall eintreten, dass eine Schenkungsteuer gezahlt werden muss. Aus diesem Grund sollten die Darlehensnehmer darauf achten, nicht in die Steuerfalle zu tappen und lieber einen Zinssatz mit dem Darlehensgeber vereinbaren.

Wie hoch fallen die Zinsen für den Privatkredit aus?

Schon ein kurzer Blick auf die Privatkredit-Zinsen zeigt, dass diese in der Regel oberhalb des aktuellen Marktniveaus liegen. Der Grund: Die Bonität von Kreditnehmern wird weniger strikt überprüft. Dadurch steigt wiederum das Ausfallrisiko für den privaten Kreditgeber. Folglich wird er das Privatdarlehen mit höheren Zinsen vergeben, dienen diese doch als Risikoausgleich.

Aus Sicht von Kreditnehmern ist es daher mit Blick auf die Zinsen enorm wichtig, einen Privatkreditvergleich durchzuführen. Denn die Kosten schwanken bei den verschiedenen Kreditgebern stark. Ein Privat-Kredit-Vergleich macht die Unterschiede deutlich und deckt Sparpotenziale zuverlässig auf. 

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Vergleichen lohnt sich. Das gilt insbesondere für die Finanzierung einer Immobilie.