Immobilienbericht

Stadtflucht lässt Mieten im Umland steigen

Der aktuelle Monatsbericht der Bundesbank zeigt, dass die Immobilienpreise außerhalb der städtischen Gebiete im Vergleich zu den Vorjahren stärker ansteigen.




Da sich viele Städter in den Metropolen die Miet- und Kaufpreise nicht mehr leisten können oder wollen, steigt die Attraktivität des Umlandes wieder. Für eine angemessene und bezahlbare Wohnung nehmen viele Suchende einen weiteren Weg zur Arbeit in Kauf. Nun lässt sich auch in den sogenannten Speckgürteln der Metropolen ein Preisanstieg beobachten.

Mieten in den Städten steigen geringer als in Deutschland insgesamt

So zeigt der Februar-Bericht der Bundesbank, der sich ausführlich auch mit dem Immobilienmarkt beschäftigt, dass die Immobilienpreise außerhalb der städtischen Gebiete im Vergleich zu den Vorjahren verstärkt anstiegen. Obwohl das Angebot bereits ausgeweitet wurde, kann es mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt halten. Und auch die Mieten zogen außerhalb der Städte deutlich an.

Während Marktexperten einen Anstieg im Bereich der Neuverträge von 3,75 Prozent in den Städten und 4,0 Prozent in den sieben Großstädten ermittelten, liegt der Mietanstieg in Deutschland insgesamt bei 4,75 Prozent. Das weist darauf hin, dass die Mieten in den Städten geringer steigen als in ganz Deutschland – und damit auch weniger stark zulegen als im ländlichen Raum. Ein Indiz dafür, dass sich der Trend „Flucht aufs Land“ zu verstärken scheint.


Kaufpreise steigen nach wie vor schneller als Mieten

Wer die Trends bei den Hauspreisen und den Wohnungsmieten vergleicht, wird zum einen erkennen, dass die Folgen einer gewissen Stadtflucht bei den Mieten deutlicher zu spüren sind als bei den Preisen für Eigentum. Zum anderen steigen die Kaufpreise nach wie vor schneller als die Mieten. Das wiederum könnte sich zumindest langfristig dämpfend auf die Wertentwicklung von Immobilien auswirken.

Die Bundesbank nennt in ihrem Bericht als wichtige Gründe für die Preissteigerungen: die gute Einkommensentwicklung in Deutschland, die nach wie vor niedrigen Zinsen sowie eine Knappheit an Bauland in den gefragten Regionen. Weiterhin führt sie an, dass die Baupreise 2018 deutlich kräftiger gestiegen seien als die Baukosten. So liege die Vermutung nahe, dass die Bauunternehmen infolge der sehr guten Auftragslage ihre Margen beträchtlich ausweiten konnten.


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