Immobilienmarkt

Wertsteigerung versus Rendite

Wer gegenwärtig sein Geld in Immobilien anlegt, hat es nicht auf die laufende Rendite abgesehen, vielmehr setzen Kapitalanleger auf jährliche Wertsteigerung. Experten sehen Anzeichen dafür, dass die Zeiten überdurchschnittlicher Kaufpreissteigerungen bald vorbei sein könnten.


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Beim Verkauf von Häusern kommt es derzeit zu regelrechten Bietergefechten. Eigentümer, die darüber nachdenken, eine Immobilie zu verkaufen, sollten nicht mehr allzu lange warten. Der internationale Immobiliendienstleister JLL hat Zahlen veröffentlicht, die belegen, dass sich der Preisanstieg für Eigentumswohnungen im 1. Halbjahr 2018 verlangsamt hat.

In den acht untersuchten deutschen Großstädten stiegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2018 auf Jahressicht um 8,4 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren lag der Anstieg pro Jahr bei 9,7 Prozent. Die Spanne der aktuellen jährlichen Kaufpreisentwicklung reicht von Stagnation in Düsseldorf – hier kosten Eigentumswohnungen Mitte 2018 genauso viel wie Mitte 2017 – bis zu 16 Prozent Preissteigerungen in Leipzig und Frankfurt. Seit 2013 die Kaufpreise im Durchschnitt um 54 Prozent zu.

Mehrfamilienhäuser zu Höchstpreisen

Solche Steigerungsraten zeigen, warum Kapitalanleger bislang weniger auf die laufende Rendite achten. Investoren scheinen nicht einmal vor Kaufpreisen für Mehrfamilienhäuser zurückzuschrecken, die dem 35-Fachen einer Jahresmieteinnahme entsprechen können. Das lassen ernstzunehmende Verkaufsanzeigen für Immobilien vermuten. Wird der Kaufpreis akzeptiert, bedeutet das, Investoren akzeptieren eine jährliche Rendite von 2,8 Prozent bzw. bei Einrechnung der Kaufnebenkosten von 2,5 Prozent. Und wer ganz realistisch kalkuliert, der plant auch Rücklagen für Instandhaltungen und Mietausfälle ein, womit die Renditeaussicht noch einmal sinkt.

Zurzeit haben noch die Verkäufer in den Preisverhandlungen das Sagen. Die Zeit, in der sich für die Veräußerung einer Immobilie überdurchschnittliche Gewinne erzielen lassen, ist eher begrenzt.

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