Betriebskostenabrechnung

Die tatsächliche Wohnfläche zählt

Bei der Verteilung von Betriebskosten nach Wohnfläche ist die tatsächliche Wohnungsgröße entscheidend und nicht die vereinbarte. Der BGH gibt seine Rechtsprechung auf, wonach die vereinbarte Wohnfläche maßgeblich ist, sofern sie nicht mehr als zehn Prozent von der tatsächlichen abweicht.


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Berechnung der Betriebskosten

  1. Der Fall
  2. Das Urteil

Bei der Abrechnung von Heizkosten kam es zum Streit zwischen Vermieter und Mieter. In den Heizkostenabrechnungen legte der Vermieter für die Wohnung die tatsächliche Wohnfläche zugrunde, die um knapp fünf Prozent größer ist als die im Mietvertrag vereinbarten Quadratmeter. Der Mieter war der Ansicht, dass bei der Verteilung der Heizkosten nur die vereinbarte Wohnfläche anzusetzen sei. Daher verlangte er die Auszahlung des ihm seiner Meinung nach zustehenden Guthabens, das sich aus den Abrechnungen ergab. Er war sich seiner Sache so sicher, dass er den Betrag auch gleich von den laufenden Mietzahlungen abzog.

Vermieter darf Betrag zurückfordern

Nun fordert der Vermieter den einbehaltenen Betrag zurück, und zwar zu Recht. Genau wie bei der Berechnung einer Mieterhöhung kommt es auch bei der Betriebskostenabrechnung auf die tatsächliche und nicht auf die vereinbarte Wohnfläche an.

Der BGH hat seine frühere Rechtsprechung ausdrücklich aufgegeben, wonach im Rahmen einer Betriebskostenabrechnung die vereinbarte Wohnfläche maßgeblich ist, wenn sie nicht mehr als 10 Prozent von der tatsächlichen Wohnfläche abweicht.

(BGH, Urteil v. 30.5.2018, VIII ZR 220/17)


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