Anschlussfinanzierung

Wenn die Eigenheimfinanzierung ausläuft

Wer es versäumt, rechtzeitig die Anschlussfinanzierung für seinen Hauskredit zu regeln, kann böse überrascht werden. Womöglich schnellt die monatliche Belastung schmerzhaft in die Höhe.


placeholder

Bei der Immobilienfinanzierung können Fallstricke lauern. Zwar ist es eher die Ausnahme, dass Banken bei einem automatischen Folgekredit die Zinsen drastisch erhöhen. Kommt es aber vor, kann es schnell das Familienbudget durcheinanderwirbeln. Daher ist es wichtig, vor Aufnahme des ersten Kredits den Vertrag genau zu prüfen. Darüber hinaus sollte jeder für sich eine zuverlässige Möglichkeit finden, sich zeitnah an eine Anschlussfinanzierung erinnern zu lassen. Denn gerade bei langlaufenden Finanzierungen ist die Gefahr groß, den Zeitpunkt zu verpassen. Eine Möglichkeit wäre, immer zu Jahresbeginn alle Kreditverträge auf Fälligkeiten zu sichten.

Laufzeit beendet, und nun?

Die Vertragskonditionen sehen zumeist vor, dass der Kredit, sollte keine Tilgung oder Umschuldung erfolgen, nach Ende der Laufzeit zu variablen Zinsen fortgeführt wird. Grundlage für die Höhe der neuen Zinsen ist der „Euribor“ oder Referenzzinssatz. Der Euribor zeigt, zu welchen Konditionen sich Banken in der Eurozone gegenseitig kurzfristig Geld leihen.

Die Kreditgeber erheben bei Hypothekendarlehen mit variablem Zins einen Aufschlag auf den Euribor. Der Prozentsatz, der aufgeschlagen wird, variiert von Bank zu Bank. So sehen Experten derzeit eine Spanne von 2,03 bis 3,3 Prozent. Wer ein Darlehen mit variablem Zins gewählt hat, sollte ebenso rechtzeitig für die Anschlussfinanzierung sorgen. Allerdings fällt hier das Versäumnis nicht so stark ins Gewicht, denn diese Art Hypothekendarlehen können alle drei Monate gekündigt werden. Eigentümer haben so die Möglichkeit, in kurzer Zeit einen neuen Kreditvertrag mit festem, niedrigeren Zinssatz über die Restschuld abzuschließen.


Vergleichsangebote einholen

Wer zufrieden ist, bleibt gern seinem Kreditgeber treu. Dennoch ist es ratsam, Vergleichsangebote einzuholen. Denn bereits Unterschiede im Nachkommabereich der Zinskonditionen können erhebliche Auswirkungen haben. Eigentümer, die eine Anschlussfinanzierung wünschen, sind attraktive Kunden. Ein Teil der Schuldsumme wurde in der ersten Finanzierungsphase bereits abgezahlt und in der Zwischenzeit ist der Marktwert der meisten Immobilien gestiegen. In vielen Fällen hat auch das Einkommen der Kreditnehmer zugelegt.

Erhalten Eigentümer bei einer anderen Bank bessere Konditionen, sollten sie ihre Hausbank darüber informieren. Mit etwas Glück zieht die Bank mit einem verbesserten Angebot gleich. Aber auch ein Wechsel darf nicht gescheut werden. Der Aufwand ist gering, da die Banken das meiste selbst erledigen. Das Einsparpotenzial ist oft erheblich.


Restschuld nicht unter 50.000 Euro

Kreditnehmer sollten bei der Finanzierung ihrer Immobilie immer darauf achten, dass am Ende der Laufzeit das Darlehen entweder vollständig getilgt ist oder aber die Restschuld mehr als 50.000 Euro beträgt. Für Kredite unterhalb dieser Höhe rechnet sich für viele Banken der Aufwand nicht. Konsequenz: Die Kreditnehmer sind den Zinsforderungen ihrer bisherigen Bank ausgeliefert.


Diese Artikel könnten Sie interessieren: