Immobilienmarkt

Kommt der Crash im Luxussegment?

Noch boomt in Deutschlands Großstädten der Immobilienmarkt. Für Normalverdiener unbezahlbare Luxuswohnungen werden zu Höchstpreisen angeboten. Tendenziell scheinen aber auch Spitzenverdiener vor dem rasanten Preisanstieg der Immobilien zurückzuschrecken.


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Sollte es zu einem Crash auf dem Immobilienmarkt kommen, deutet der sich als erstes im Luxussegment an. Denn hier steigen die Kaufpreise deutlich stärker als die zu realisierenden Mieten. Daten von ImmobilienScout24 lassen darauf schließen, dass Verkäufer die Preise senken müssen, um Leerstand zu vermeiden.

Hohe Kaufpreise

Ein Beispiel: Im luxuriös und modern ausgestattet Andreas Quartier in Düsseldorf wurden Wohnungen 2004 noch für rund 7.000 Euro pro Quadratmeter angeboten; heute müssen rund 12.000 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch gelegt werden. Auch wenn der Garagenplatz und die Küche inklusive sind, ist das ein beträchtliches Sümmchen. Die aktuelle Verkaufsrate der Wohnungen soll demzufolge bei lediglich 60 Prozent liegen.

Doch nicht nur Düsseldorf hat mit dem Luxussegment zu kämpfen. In Berlin sind im zweiten Halbjahr 2017 die Preise für Luxuswohnungen um elf Prozent gesunken und stagnieren generell. In München werden Neubauprojekte mit Plakatriesen in der ganzen Stadt beworben. Der Verkauf scheint nicht einfach zu sein. Laut ImmobilienScout24 haben sich die Immobilienpreise seit 2009 mehr als verdoppelt, während die Mieten nicht einmal um 50 Prozent gestiegen sind.


Bundesbank hält Immobilien für überteuert

Nach Einschätzung von Experten der Bundesbank lagen die Preisübertreibungen im Jahr 2017 zwischen 15 und 30 Prozent. Noch stärker überteuert seien Wohnimmobilien in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München und Stuttgart. Dort dürften die Preisabweichungen mittlerweile bei 35 Prozent liegen. Marktforscher von Empirica leiten daraus in neun von zwölf Großstädten eine „eher hohe Blasengefahr“ ab.

Welche Preise künftig aufgerufen werden, bleibt abzuwarten. Doch wie es aussieht, scheint die generelle Unsicherheit bei Investoren und Privatkäufern derzeit größer zu werden.


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