Trittschallschutz

Krach vom und ums Bad

Nachdem Eigentümer ihr Badezimmer modernisieren ließen, verlangte die darunter wohnende Eigentümerin einen besseren Schallschutz als zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes. Der BGH musste entscheiden.


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Des einen Freud ist des anderen Leid, diese sprichwörtliche Erfahrung musste eine Wohnungseigentümerin aus dem Hamburger Raum machen. Sie ist Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft, deren Anlage 1990 errichtet wurde. Die Eigentümer der Wohnung über ihr beschlossen 2012 ihr Badezimmer zu modernisieren. Dabei wurde der Estrich vollständig entfernt und eine Fußbodenheizung eingebaut. Weiterhin wurden der Fliesenbelag sowie sämtliche Sanitärobjekte erneuert und eine Steigleitung unter Putz verlegt.

Verschlechterung des Schallschutzes

Das neue Badezimmerglück wurde alsbald getrübt. Denn die Eigentümerin der darunterliegenden Wohnung klagte über eine Verschlechterung des Schallschutzes, und zwar vor Gericht. Sie verlangte von den Baderneuerern bestimmte Schallschutzmaßnahmen vorzunehmen. Dabei sollte ein Schallschutzniveau hergestellt werden, das dem technischen Stand von Jahr 2012 entspricht, also dem Zeitpunkt der Sanierung. In Zahlen bedeutet das eine zulässige Geräuschkulisse bei Schallschutzstufe III von <37 dB.

Das Amtsgericht gab der Klage nur insoweit statt, als die Beklagten eine Trittschalldämmung und einen schwimmenden Estrich nach näheren Vorgaben wiederherstellen sollen. Das Landgericht hat auf Berufung der Klägerin das Urteil noch einmal präzisiert. Die Eigentümer des modernisierten Badezimmers sollten durch geeignete bauliche Maßnahmen eine Trittschalldämmung dergestalt schaffen, dass der Trittschall von 46 dB nicht überstiegen wird. So sah es die Schallschutz DIN zum Zeitpunkt vor, als die Anlage gebaut wurde. Dazu erklärten sich die Beklagten bereit. Der Klägerin reichte das nicht, sie ging in Revision und verlangte einen besseren Trittschallschutz als bislang zugesprochen.


BGH entschied: Bisheriger Schallschutz gilt weiter

Der Bundesgerichtshof entschied nun, dass der einzuhaltende Schallschutz sich hier nach den Vorgaben richte, die bei Errichtung des Gebäudes gültig waren. Bei Sanierungsmaßnahmen, die der Modernisierung des Sondereigentums dienen, kann ein verbessertes Schallschutzniveau nicht beansprucht werden. Die Klägerin kann daher keinen weitergehenden Schallschutz verlangen.

Tipp für Eigentümer

Wenn bei einer Baumaßnahme erheblich in die Gebäudesubstanz eingegriffen wird, wie beispielsweise beim Ausbau des Dachgeschosses, dürfen die anderen Wohnungseigentümer erwarten, dass beim Umbau des Sonder- und Gemeinschaftseigentums insgesamt die aktuellen technischen Vorgaben beachtet werden. Das gilt dann auch für die zu diesem Zeitpunkt geltenden Schallschutzwerte.

(BGH-Urteil V ZR 276/16 vom 16.03.2018)



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