Aktueller Rechtstipp: Wohnungstausch

Der Rechtstipp wird Ihnen präsentiert von Groß Rechtsanwälte. Groß Rechtsanwälte sind bundesweit tätig und begleiten Vermieter während des gesamten Zyklus des Mietverhältnisses. Wir vertreten Sie gerne!

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Welche Schritte beim Wohnungstausch?


Zwei Mieter wollen die Wohnung tauschen. Welche Schritte sind von Mietern und Vermietern durchzuführen? Können die bestehenden Mietverträge einfach geändert werden? Ziel ist natürlich, am Ende zwei einwandfreie Mietverträge zu haben.

Groß Rechtsanwälte antwortet


Die Mieter allein können ohne die Mitwirkung des Vermieters die Verträge nicht einfach umändern, da es sich um zweiseitige Vertragsänderungen handelt.

Zwei Alternativen sind vorliegend denkbar:

Entweder werden mit den jeweiligen Mietern vollständige Aufhebungsvereinbarungen bezüglich der aktuellen Mietverträge und neue Mietverträge über die jeweils andere Wohnung geschlossen oder Sie vereinbaren bezogen auf jedes bestehende Mietverhältnis mit Nachträgen die Auswechslung der Mieter.

a.) Nachträge zu den jeweils bestehenden Mietverträgen

Diese Variante der Vertragsgestaltung erscheint auf den ersten Blick die Bequemere. Dem Wunsch der Mieter folgend, die Auswechslung der Mieterpartei per Nachtrag zum bestehenden Mietvertrag durchzuführen, bedeutet zunächst die unveränderte Fortführung der bestehenden Mietverhältnisse mit den ursprünglichen Bedingungen.

Gleichwohl sollte unbedingt besonderes Augenmerk auf die Regelungen zu den Kautionen und deren Behandlung sowie die Abrechnung über die Nebenkostenvorauszahlungen gelegt werden. Der Wechsel des Mieters sollte natürlich den Versorgern mitgeteilt werden. Es entstünden Kosten für Zwischenablesungen, die nur mit vertraglicher Vereinbarung von den Mietern zu zahlen sind. Bei der richtigen Gestaltung des Nachtrages wären Übergabeprotokolle entbehrlich. Allerdings müsste in den Nachträgen vereinbart werden, dass der neue Mieter sämtliche Rechte und Pflichten des alten Mieters übernimmt (Nachzahlungsforderungen aus Nebenkostenabrechnung für das gesamte Jahr, fällige Schönheitsreparaturen, Schadensersatz für Beschädigungen etc.). Dazu müssten sich aber die Mieter untereinander sehr sehr einig sein und Kenntnis von den Altverträgen haben.

Sicherlich können Sie in den Nachträgen auch neue mietvertragliche Regelungen treffen, um damit Komplikationen dieser Variante auszugleichen. Dann sind Sie aber auch schon gedanklich eigentlich bei der zweiten Möglichkeit der Vertragsgestaltung:

b.) Aufhebungsvereinbarungen zu den alten und Abschluss neuer Mietverträge

Wenn die Verträge insgesamt überarbeitet/angepasst oder neue Bedingungen vereinbart werden sollen, empfiehlt sich es sich ganz sauber die alten Mietverträge aufzuheben und neue Mietverträge abzuschließen. Der Vorteil liegt dann darin, dass hier komplett neue Vertragsverhältnisse begründet werden und damit alte Absprachen etc. definitiv keine Wirkung mehr haben. Sie können damit mögliche nervenaufreibende Diskussionen mit den Mietern von vornherein vermeiden. Sie würden hier wie sonst auch das Mietverhältnis beenden und gleichzeitig über die Nachbarwohnung neu begründen. Übergabeprotokolle, Stromabmeldung/-ummeldung etc. sollten bezogen auf die einzelnen Wohnungen wie sonst üblich erfolgen.

Probleme könnten bei dieser Alternative dann entstehen, wenn eine Partei nicht rechtzeitig räumt oder ggf. noch Schönheitsreparaturen zu erbringen sind, während der andere sofort fertig ist und auf den Wechsel drängt. Dafür sollte dann eine individuelle Vereinbarung mit den Mietern getroffen werden, die für solche Situationen Schadenersatz, Mietminderung, etc. regeln.

Wir würden in Ihrem Fall unbedingt zur letzten Variante raten. Die Aufhebung der alten Mietverträge und die beiden Neuabschlüsse sind übersichtlicher und bergen deutlich weniger Streitpotential für die Zukunft.


Wir hoffen, unsere Antwort hat Ihnen geholfen und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Vermieten.


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