So teuer sind Immobilien in Deutschland

Zweistellige Preissteigerungen binnen eines Jahres

2016 sind die Immobilienpreise erneut kräftig gestiegen. Niedrige Zinsen und die Aussicht auf weiter steigende Preise ermuntern zum Immobilienkauf. Erfahren Sie, wo Immobilien am teuersten sind und wo Sie noch gut in Eigentum investieren können.


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Preissteigerungen im Immobilienmarkt

  1. Die Studie
  2. Berlin und München liegen vorn
  3. Kauftipp

Wer sich Ende 2016 zum Kauf einer Eigentumswohnung entschloss, musste dafür durchschnittlich sieben Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor berappen. Nicht allzu überraschend stiegen die Preise gerade dort am stärksten, wo sie ohnehin schon sehr hoch waren. Das verdeutlicht ein Überblick über Kaufpreise und Mieten in 115 Städten und Kreisen, den die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest" veröffentlicht hat. Bei der Berechnung geht Stiftung Warentest von einer Eigentumswohnung mit einer Fläche von ca. 70 m2 aus, die im Jahr 2000 und später gebaut oder komplett saniert wurde.

München und Berlin haben beim Preisanstieg die Nase vorn


München ist ohnehin als Stadt der höchsten Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt bekannt. Hier stiegen die Preise für Wohnungen 2016 um 11,6 Prozent. In Berlin kletterten sie im gleichen Zeitraum um 11,4 Prozent. Zudem sind in der Hauptstadt die Wohnungspreise seit 2011 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Das schaffte bisher keine andere deutsche Stadt. Besonders teuer ist es in den Stadtvierteln innerhalb des S-Bahn-Rings.



Wo sind Wohnungen und Häuser am teuersten?


Bei sehr guter Ausstattung und Lage kostet eine Eigentumswohnung in der Münchener Landeshauptstadt 9.525 Euro pro m2, aber auch im Umland werden Preise von 6.670 Euro pro m2 verlangt. Hamburg schafft es mit Wohnungspreisen von 7.466 Euro pro m2 der teuersten Städte.

Bei ebenfalls sehr guter Ausstattung und Lage kosten Häuser in München 9.145 Euro pro m2 und im Landkreis 6.860 Euro pro m2, gefolgt von Stuttgart mit einem Quadratmeterpreis von 6.255 Euro.

Kauftipp: Gute und mittlere Lagen wählen

Mit einem Sinken der Preise ist auch 2017 nicht zu rechnen, vielmehr prognostiziert vdpResearch* einen Anstieg der Preise um mindestens drei Prozent. Da lohnt es, sich in einigen Städten in guten und mittleren Lagen umzusehen. Hier sind die Preise moderater. Wer in Bremen zum Beispiel eine Wohnung in guter statt in sehr guter Lage erwirbt, kann beim Kaufpreis an die 30 Prozent sparen. In Düsseldorf lässt sich auf diese Weise der Kaufpreis sogar um 35 bis 50 Prozent minimieren.

Gleiches gilt auch für den Kauf von Häusern. So lassen sich in Berlin, Frankfurt am Main, in Hamburg und München Häuser in mittleren Lagen im Vergleich zu sehr guten Lagen besonders günstig erwerben.

Wo sind Wohnungen und Häuser am teuersten?

Bei sehr guter Ausstattung und Lage kostet eine Eigentumswohnung in der Münchener Landeshauptstadt 9.525 Euro pro m2, aber auch im Umland werden Preise von 6.670 Euro pro m2 verlangt. Hamburg schafft es mit Wohnungspreisen von 7.466 Euro pro m2 der teuersten Städte.

Bei ebenfalls sehr guter Ausstattung und Lage kosten Häuser in München 9.145 Euro pro m2 und im Landkreis 6.860 Euro pro m2, gefolgt von Stuttgart mit einem Quadratmeterpreis von 6.255 Euro.

Die höchsten Mieten werden in München gezahlt

Bei den zu erzielenden Mietpreisen verhält es sich ähnlich wie bei den Wohnungspreisen. Am stärksten stiegen die Neuvertragsmieten mit 6,4 Prozent in München – bei sehr guter Lage und Ausstattung. Danach folgt Berlin mit sechs Prozent. Bundesweit unübertroffen ist der Quadratmeterpreis in München mit 30,10 Euro. Auf Platz zwei und drei folgen Frankfurt am Main und Hamburg mit 26 Euro und 24,6 Euro.

Alles spricht für den Immobilienkauf, oder?

Stiftung Warentest rät zum Kauf, wenn genug Eigenkapital zur Verfügung steht. Solange die Zinsen niedrig bleiben, seien Immobilien trotz Preisanstiegs vielerorts noch erschwinglich. Oft ist die Monatsbelastung für die eigene Wohnung kaum höher als die Miete, die an den Vermieter gezahlt werden müsste. Das für den Kauf eingesetzte Kapital sollte allerdings in den nächsten 15 bis 20 Jahren nicht benötigt werden. Denn dann kann es auch nicht so schnell kritisch werden, wenn die Preise für Immobilien vorübergehend sinken.

 


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* vdpResearch ist eine Tochter des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) und des Bundes­verbands Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken. Seit 2003 hat das Institut mehr als drei Millionen Immobiliengeschäfte ausgewertet.


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