Steuererklärung: Spartipps für Immobilieneigentümer

Ausgaben erstatten lassen

Wie jedes Jahr winkt auch 2017 wieder eine lästige Pflicht – die Steuererklärung. Für Immobilienbesitzer gibt es jedoch auch einen Grund zur Freude. Sie können sich vom Fiskus eine ganze Reihe von Ausgaben erstatten lassen.


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Gartenpflege, Fenster neu verfugen, Badsanierung – in so manch einem Jahr geben sich die Dienstleister im Eigenheim die Klinke in die Hand. Die Rechnungen lassen meist nicht lange auf sich warten. Einige dieser Extraausgaben können Haus- oder Wohnungsbesitzer beim Fiskus einreichen und sich einen Teil der Kosten zurückerstatten lassen. Doch das Finanzamt misst hier mit zweierlei Maß.

Vergünstigungen für Vermieter


Der Fiskus unterscheidet bei den abzugsfähigen Posten zwischen Hauseigentümern, die ihre eigenen vier Wände selbst bewohnen und denen, die ihre Immobilie vermieten. Vermieter dürfen mit deutlich mehr Vergünstigungen rechnen. Der Grund: Eine vermietete Immobilie dient dem Erzielen von Einkünften – und diese sind einkommenssteuerpflichtig. Selbstnutzer eines Hauses erzielen ihr Einkommen hingegen unabhängig von ihrem Wohnobjekt. Einige Aufwendungen akzeptiert das Finanzamt aber auch bei ihnen.



Gärtner, Handwerker und Co. - Haushaltsnahe Dienstleistungen im Überblick


Sowohl Vermieter als auch Immobilieneigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung selbst bewohnen, können bei der Steuererklärung haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen alle Arbeiten, die innerhalb der Grundstücksgrenze von einer Firma oder einem Selbstständigen ausgeführt werden. Das Finanzamt akzeptiert hier unter anderem folgende Leistungen:

  • Gärtner
  • Räumdienst
  • Fensterputzer
  • Haushaltshilfe
  • Kindermädchen
  • Pflegekraft
  • Handwerker

Doch aufgepasst: Der Fiskus berücksichtigt lediglich die Lohn-, Anfahrts- und Maschinenkosten. Die Kosten für die verwendeten Materialien muss der Auftraggeber vollständig aus der eigenen Tasche begleichen.

Jährlich dürfen Sie für haushaltsnahe Dienstleistungen Kosten in Höhe von bis zu 6.000 Euro ansetzen. Hiervon rechnet Ihnen das Finanzamt 20 Prozent – also höchstens 1.200 Euro - von der Steuerlast ab. Sie müssen Ihre Ausgaben allerdings anhand einer Rechnung und einer Überweisung nachweisen können.



Werbungskosten: Wichtiger Posten für Vermieter


Im Gegensatz zu den haushaltsnahen Dienstleistungen können die sogenannten „Werbungskosten“ nur Hauseigentümer steuerlich geltend machen, die ihre Immobilie vermieten. Als Werbungskosten bezeichnet man die Ausgaben, die notwendig sind, um das Einkommen zu erwirtschaften.

Um die Geschäftsbeziehung zu seinen Mietern zu unterhalten und sein Einkommen zu sichern, muss der Vermieter einigen Aufwand betreiben. Sei es die Buchhaltung, die Anfahrt zur Immobilie zum Begutachten von Schäden oder auch die Führung eines Geschäftskontos. Alle Kosten, die durch die Vermietung der Immobilie anfallen, darf der Vermieter von seinen Mieteinnahmen abziehen. Den Restbetrag stuft der Fiskus als Einkommen ein – dieses muss der Vermieter ganz normal versteuern.

Zu diesen Werbungskosten für Vermieter zählen:

  • Arbeitszimmer
  • Bürobedarf
  • Computer
  • Beiträge für Berufsverbände
  • Kontoführungsgebühren
  • Darlehenszinsen der Hausfinanzierung
  • Renovierungs-, Modernisierungs- und Instandhaltungskosten
  • Grundsteuer
  • Gebäudeversicherung
  • Makler- und Rechtsanwaltsgebühren
  • Fahrtkosten zum vermieteten Objekt
  • Immobilieninserate und Erstellung von Exposés


Modernisierung von denkmalgeschützten Gebäuden


Die Modernisierung von Wohneigentum unterstützt der Staat ebenfalls durch Steuerentlastung. Das gilt vor allem für alte Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen. Nehmen Eigentümer eine sinnvolle Modernisierung des Hauses vor - das kann eine energieeffiziente Dämmung, der Einbau eines neuen Heizsystems oder die Installation neuer Sanitärobjekte sein -, darf er die anfallenden Kosten bei seiner Steuererklärung als Abschreibung geltend machen. Als „Abschreibung“ oder auch „Absetzung für Abnutzung“ (kurz AfA) bezeichnet man den geschätzten Wertverlust von Vermögensgegenständen durch ständige Nutzung.

Bei der Modernisierung von denkmalgeschützten Häusern zeigt sich das Finanzamt bei der Höhe der Abschreibung besonders großzügig. Es erlässt Eigentümern, die ihren Altbau selbst bewohnen, jährlich neun Prozent der Modernisierungskosten – und das zehn Jahre lang. Vermietet der Eigentümer sein denkmalgeschütztes Haus, kann er Modernisierungsmaßnahmen nur acht Jahre lang mit neun Prozent geltend machen. In den folgenden vier Jahren sinkt der Prozentsatz auf sieben Prozent.


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