Preise beim Flüssiggas vergleichen und richtig sparen

So verhandeln Flüssiggasnutzer richtig mit Ihrem Anbieter

Laut Finanztest zahlen knapp 80 Prozent der Flüssiggasnutzer zu viel an ihren Anbieter. Das muss nicht sein. Mit diesen Tipps können Sie Ihre Abschläge erheblich reduzieren.


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Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest hat in seiner aktuellen Ausgabe (02/2017) die Anbieter von Flüssiggas unter die Lupe genommen. Dabei stellte es fest, dass das Preisniveau der Flüssiggaslieferanten gravierende Unterschiede aufweist. So verlangen einige Anbieter bis zu 78 Prozent mehr für ihr Flüssiggas als ihre günstigste Konkurrenz.  

Doch wie kann ein Flüssiggasunternehmen, dessen Abnahmepreise weit über denen des Durchschnitts liegen, auf dem Markt überleben? Zwei mögliche Erklärungen sind:

  • Kaum ein Anbieter stellt seine Preise freiwillig ins Netz und ermöglicht dem Kunden so einen Kostenvergleich.
  • Die wenigsten Haushalte besitzen einen eigenen Gastank. Die Flüssiggasnutzer binden sich durch das Mieten des Tanks in der Regel langfristig an den Lieferanten, der ihnen diesen zur Verfügung stellt.

 

Die Tankfalle – der Preistreiber schlechthin


Etwa 80 Prozent der Flüssiggaskunden besitzt laut Finanztest keinen eigenen Tank für den Heizstoff, sondern mietet diesen vom Lieferanten. Hier schnappt die Kostenfalle zu. Fast alle Lieferanten knüpfen an die Bereitstellung des Tanks die Verpflichtung, das Flüssiggas ausschließlich über ihr Unternehmen zu beziehen. Zu den Kosten für den Brennstoff kommen die Mietkosten für den Tank und die Lohnkosten für die regelmäßigen Wartungsarbeiten, die ebenfalls nur von dem Vertragspartner durchgeführt werden dürfen. Diese Vereinbarung gilt so lange, bis das Mietverhältnis aufgelöst ist. Die Kündigung ist in der Regel schnell durch etwas Papierkram erledigt. Die meisten Mieter scheuen jedoch vor den aufwendigen und häufig auch kostenintensiven Konsequenzen zurück, die ein Anbieterwechsel mit sich bringt.

Die Größe eines Tanks orientiert sich an der Größe des Haushaltes, der mit dem Flüssiggas versorgt wird. Die Größen reichen von 900 bis 6500 Liter Fassungsvermögen. Entsprechend viel Raum benötigen die  Kessel auf dem Grundstück. Häufig lassen Mieter den Tank im Erdboden des Gartens vergraben. Um den Tank hier beim Auflösen des Mietverhältnisses wieder zu entfernen, muss der Boden aufgerissen, der Tank abtransportiert, ein neuer eingesetzt und der Garten neu bepflanzt werden. Das alles kostet Geld, Zeit und Nerven. Viele Flüssiggasanbieter nutzen diese Tatsache, indem sie sich weigern, den geliehenen Tank zu verkaufen und dem Kunden so aus der Kostenfalle zu helfen. Die meisten Flüssiggasanbieter wälzen die Kosten für das Abholen des Miettanks zudem auf ihren Kunden ab. Doch aufgepasst: Stiftung Warentest warnt, dass viele dieser Vertragsklauseln nicht rechtens sind.



Wege aus der Kostenfalle


Wie immer gilt auch beim Verhandeln mit dem Flüssiggasanbieter: Wissen zahlt sich aus. Finanztest hat im Zuge seines Flüssiggas-Specials eine Grafik auf seiner Homepage veröffentlicht. Diese gibt Flüssiggasnutzern darüber Aufschluss, ob sie zu viel für ihren Brennstoff zahlen oder nicht. Stellen Sie fest, dass Sie für Ihr Gas mehr als den marktüblichen Preis zahlen, bietet die Verbraucherzeitschrift zudem praktische Tipps an, um die Energiekosten langfristig zu deckeln:

1. Kaufen Sie sich einen Tank
Beim Kauf eines Tanks entstehen einmal hohe Anschaffungskosten. Diese bewegen sich - je nach Fassungsvermögen - zwischen 1.500 bis zu 3.500 Euro. Langfristig amortisieren sich die Kosten aber wieder, da Sie nun den günstigsten Anbieter mit dem Beliefern des Gases beauftragen und bei Preissteigerungen problemlos zu einem günstigeren wechseln können.

2. Anbieter mit günstigeren Preisen konfrontieren
Jeder Anbieter ist daran interessiert, seine Kunden zu halten. Kennen Sie sich auf dem Preismarkt des Flüssiggases aus und stellen fest, dass Ihr Anbieter überhöhte Forderungen stellt, sollten Sie das Gespräch mit ihm suchen. Einige Anbieter sind bereit, sich herunterhandeln zu lassen.

3. Informieren Sie sich gründlich
Einen Überblick über verschiedene Heizarten und einen Preisvergleich der Anbieter verschafft Ihnen beispielsweise das Portal der Bund der Energie Verbraucher.


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