Für wen sich Bausparen lohnt

Bauspardarlehen – ein zuverlässiger Klassiker

Ein Bauspardarlehen bietet langfristig Planungssicherheit: Schon beim Vertragsabschluss mit der Bausparkasse steht die Höhe der Zinsen fest – unabhängig von der Entwicklung am Kapitalmarkt.

Bausparen funktioniert nach dem Solidarprinzip: Viele Sparer zahlen in einen Topf. Wenn der Bausparer dann ein Mindestguthaben eingezahlt hat, erwirbt er das Anrecht auf ein zinsgünstiges Darlehen. Das sogenannte Bauspardarlehen entspricht einem Annuitätendarlehen, das ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke – also Neubau, Kauf, Umbauten und Modernisierungen – verwendet werden darf. Mit einem Bauspardarlehen lassen sich auch Wohnrechte in Senioren-Wohnheimen finanzieren. Wie beim Annuitätendarlehen wird das Bauspardarlehen der Bausparkassen mit gleichbleibenden Rückzahlungen getilgt.

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Große Auswahl an Tarifen

Bausparkassen bieten eine große Auswahl an Bauspardarlehen. Das Angebot reicht vom langfristigen Bausparen mit einer Anspar- und Tilgungsphase von mehr als zehn Jahren bis hin zu kurzfristigen Verträgen mit niedrigeren Darlehenssummen etwa für Modernisierungen.

So funktioniert das Darlehen bei Bausparkassen

Beim Bausparen wird ein Vertrag über eine Bausparsumme abgeschlossen, aus der sich die Höhe der Sparrate und das spätere Bauspardarlehen ergeben. Bausparen gliedert sich in drei Phasen: die Ansparphase, die Zuteilung und die Darlehensphase. In der Regel müssen Kunden in der Sparphase ein Bausparguthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme aufbauen, bevor sie das Bauspardarlehen über den Restbetrag ausbezahlt bekommen. Die monatliche Sparleistung beträgt bei den meisten Bausparkassen drei bis zehn Promille der Bausparsumme – bei 50.000 Euro also zwischen 150 und 500 Euro.

Das Bauspardarlehen wird an einem festgelegten Zuteilungstermin ausgezahlt, wenn eine sogenannte Zielbewertungszahl erreicht ist. Sie wird aus dem erreichten Bausparguthaben und der Dauer der Sparzeit errechnet. Mit dem Darlehen erhält der Bauherr das angesparte Kapital plus Zinsen von der Bausparkasse zurück. Anschließend tilgt er sein Darlehen.

Wie in der Ansparphase Bausparguthaben aufgebaut wird

Die Sparphase des Bausparens besteht aus dem Aufbau eines Bausparguthabens. In vielen Tarifen trägt dieses bis zu 50 Prozent zur gesamten Bausparsumme bei. Der Restbetrag wird dann von der Bausparkasse in Form eines Darlehens bereitgestellt. Wurde die Bausparsumme beispielsweise auf 100.000 Euro festgelegt, müssen Bausparer in der Sparphase je nach Tarif bis zu 50.000 Euro anhäufen.

In der Regel können Bausparer durch Sonderzahlungen das Bausparguthaben auch schneller vermehren. Wegen der vergleichsweise geringen Zinsen der Bausparkasse empfiehlt sich zudem ein staatliches Förderprogramm, beispielsweise die Wohnungsbauprämie.

Das sind die Voraussetzungen für den Zuteilungstermin

Am Zuteilungstermin wird das Bauspardarlehen durch die Bausparkasse ausgezahlt. Dieser wird jedoch nicht automatisch festgelegt. Vielmehr müssen für die Zuteilung gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Allen voran müssen Bausparer das vertraglich festgelegte Mindestsparguthaben zur vereinbarten Mindestsparzeit erreicht haben. Diese beträgt üblicherweise 18 Monate. Das Mindestsparguthaben ist ebenfalls abhängig vom vorliegenden Bauspartarif.

Des Weiteren ist die Zielbewertungszahl entscheidend für die Auszahlung. Das angesparte Guthaben und die Spardauer werden mit der vereinbarten Bausparsumme verglichen und ebenso ins Verhältnis zur Leistung anderer Bausparer gesetzt. Eine kurze Sparphase bei hohem Betrag treibt die Zielbewertungszahl bei der Bausparkasse nach oben. Bausparer profitieren dementsprechend von einem früheren Zuteilungstermin innerhalb der Zuteilungsperiode.

Die Auszahlung und der Beginn der Darlehensphase erfolgen in festgelegten Zuteilungsperioden. Die Wartezeit bis zum nächsten Zuteilungstermin kann mehrere Monate betragen. Erfüllt der Bausparer sämtliche Kriterien, lässt ihm die Bausparkasse eine schriftliche Anfrage zukommen. Er kann die Zuteilung komplett oder teilweise annehmen, sie verschieben oder ablehnen. Hierbei besteht die Möglichkeit einer einfachen Auszahlung der eingezahlten Beträge oder des weiteren Sparens nach gleichbleibenden Zinsen.

Darlehensphase – wie die letzte Etappe beim Bausparen verläuft

Wird einer Zuteilung an einem Zuteilungstermin zugestimmt, beginnt die Darlehensphase und der Kredit wird gegen eine Darlehensgebühr von etwa zwei bis drei Prozent der Darlehenssumme ausgezahlt. Seine Höhe folgt aus der Differenz zwischen festgelegter Bausparsumme und erreichtem Bausparguthaben.

Der Kredit wird im Vergleich zu Hypothekendarlehen in einem kurzen Rückzahlungszeitraum zwischen sieben und zwölf Jahren abbezahlt. Daher sind die monatlichen Raten relativ hoch. Diese setzen sich für gewöhnlich aus dem Darlehenszins und der Tilgung – etwa 0,6 Prozent der Bausparsumme – zusammen.

Für wen sich Bauspardarlehen eignen

Bausparer müssen sich bei Bausparkassen mit vergleichsweise niedrigen Sparzinsen von 0,2 bis 1,5 Prozent begnügen. Dafür garantieren ihnen die Bausparkassen ein günstiges Bauspardarlehen für die Zukunft – unabhängig davon, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt entwickeln. Die Höhe der Darlehenszinsen liegt zwischen 1,5 und 4,25 Prozent bei einer Regellaufzeit von zehn bis elf Jahren.

Da beim Bausparen die Höhe der Zinsen bereits beim Vertragsabschluss festgelegt wird, können Bausparer verlässlich kalkulieren. Kommt es zu steigenden Zinsen für Hypothekendarlehen, sind sie im Vorteil: Sie haben sich mit dem Bauspardarlehen die niedrigen Zinsen schon zuvor gesichert. Falls die Hypothekenzinsen fallen, können die Festlegungen der Bausparkassen jedoch zum Nachteil werden.

Vorteile beim Bausparen

Ein Vorteil des Bauspardarlehens ist die hohe Flexibilität, denn es besteht ein kostenloses Sondertilgungsrecht. Außerdem gelten Bausparverträge und somit auch Bauspardarlehen von Bausparkassen als sichere Anlageform, da es keine Kursrisiken gibt und eine feste Verzinsung erfolgt. Bausparern winken zudem verschiedene Formen der staatlichen Förderung wie Wohnriester, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie.

Nachteile beim Bausparen

Die Rückzahlungsdauer des Bauspardarlehens bei Bausparkassen liegt bei etwa zwölf Jahren. Dadurch entsteht eine wesentlich höhere monatliche Belastung für den Bausparer im Vergleich etwa zum Hypothekendarlehen. In die Kalkulation müssen auch die einmaligen Abschlussgebühren in Höhe von einem bis 1,6 Prozent der Bausparsumme sowie eventuelle weitere Gebühren einbezogen werden.

Besonderheiten bei einem Bauspardarlehen

Generell gewährt die Sparkasse das Bauspardarlehen bis zu einem Betrag von 30.000 Euro als Blankodarlehen. In der Praxis wird das Blankodarlehen jedoch häufig nur bis zu einer Summe von 10.000 Euro angeboten. Über diesen Betrag hinaus werden von Bausparkassen Grundpfandrechte als Sicherheit gefordert.

Bausparen: Früher Start lohnt sich

Ein Bausparvertrag ist nur sinnvoll, wenn Sie erst in einigen Jahren Wohneigentum bauen oder kaufen wollen. Der Einstieg in einen Bausparvertrag ist jederzeit möglich: Theoretisch können Bausparer schon mit 16 Jahren Verträge mit Bausparkassen abschließen und bei regelmäßiger Sparleistung ihren Traum vom Eigenheim früher als andere umsetzen. 

Alternative für Kurzentschlossene: Bausparsofortdarlehen

Wer dagegen kurz entschlossen ein Haus erwerben möchte und genug Eigenkapital angespart hat, sollte besser auf einen Bankkredit zurückgreifen. Eine Alternative ist auch die Sofortfinanzierung über das Bausparsofortdarlehen. Hier kommt man schneller an sein Darlehen, muss es aber auch mit höheren Raten tilgen.  

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