Wer profitiert vom Baukindergeld?

Modellrechnung: Wie viele Familien sich den Traum vom Eigenheim erfüllen könnten

Das geplante Baukindergeld könnte 58.000 zusätzlichen Familien ein Eigenheim ermöglichen. Vor allem in schrumpfenden Regionen funktioniert es als Finanzierungsturbo.

Das Baukindergeld kommt. Aber wem nützt es? In einer Modellrechnung hat das Berliner Immobilienforschungsinstitut empirica in Zusammenarbeit mit LBS Research ausgerechnet, dass dank des Baukindergelds rund 58.000 zusätzliche Familien ihre Immobilie finanzieren könnten. Regional gibt es allerdings große Unterschiede: In Städten und Boomregionen greift das Baukindergeld weniger als in schrumpfenden Regionen.

Um zu ermitteln, wie viel mehr Familien sich aufgrund des Baukindergelds eine Immobilie leisten können, haben die Wissenschaftler zunächst berechnet, wie viele Familien auch ohne die zusätzliche Finanzspritze eine Baufinanzierung durchführen könnten. Die Eckpunkte: Die Familien müssen 25 Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten aufbringen, Zins und Tilgung dürfen 35 Prozent des Einkommens nicht überschreiten. Das Ergebnis: Deutschlandweit könnten sich 181.000 Familien ein Eigenheim nach diesen Kriterien leisten. Zählt man das neue Baukindergeld als Eigenkapitalzuschuss hinzu, ergibt das ein Plus von 32 Prozent und zusätzliche 58.000 Familien.

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Weil die Höhe des Baukindergelds mit der Zahl der Kinder steigt, erhöht sich das Zusatzpotenzial bei großen Familien: mit 4 Kindern (+ 128 Prozent), mit 3 Kindern (+78 Prozent), mit 2 Kindern (+ 45 Prozent), mit einem Kind (+19 Prozent). Ein regionaler Vergleich zeigt: In schrumpfenden Regionen wirkt das Baukindergeld viel stärker als in den Boomregionen. Das liegt daran, dass die Immobilienpreise in Regionen mit Bevölkerungsrückgang (z. B. Sachsen-Anhalt, Sachsen und Türingen) sehr viel niedriger sind und bereits ein kleiner Zuschuss den Eigenkapitalbedarf erheblich senkt. Das Baukindergeld fungiere gemäß empirica als „Bleibeprämie“. Das sei politisch durchaus gewollt, denn jede Familie, die nicht in die überlaufenen Städte und Regionen zieht, entlaste den dortigen Wohnungsmarkt.

Hintergrund: Das Baukindergeld soll noch vor der Sommerpause final beschlossen werden. Aktuell sind 1.200 Euro pro Jahr, pro Kind als Zuschuss vorgesehen – und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2018 und für zehn Jahre. In den Genuss kommen alle Familien mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 Euro plus 15.000 Euro pro Kind. Eine kurzzeitig diskutierte Wohnflächenbegrenzung ist aktuell nicht vorgesehen. Auf dieser Seite halten wir Sie zum Baukindergelt immer auf dem aktuellen Stand.


Vor allem schrumpfende Regionen profitieren vom Baukindergeld: 58.000 zusätzliche Familien könnten sich ein Eigenheim leisten.


Zusatzpotenziale durch das Baukindergeld

Bundesland prozentual (%) absolut (Familien)
1. Sachsen-Anhalt   97 6.300
2. Sachsen 85 8.400
3. Thüringen 82 4.400
4. Mecklenburg-Vorpommern 52 1.400
5. Brandenburg 52 1.800
6. Niedersachsen 32 5.700
7. Saarland 30 700
8. Bremen 27 600
9. Rheinland-Pfalz 26 2.400
10. Nordrhein-Westfalen 24 12.400
11. Schleswig-Holstein 24 1.400
12. Hessen 21 2.600
13. Bayern 20 4.400
14. Berlin 18 900
15. Baden-Württemberg 18 3.900
16. Hamburg 13 500

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