Notaranderkonto - Anderkonto

Ein Notaranderkonto ist ein treuhänderisch verwaltetes Girokonto. Der Verwalter des Kontos führt es in eigenem Namen (auf den Namen des Verwalters) für eine andere Person oder Personengemeinschaft. Beim Immobilienkauf führt der Notar das Notaranderkonto für den Käufer und der Verkäufer der Immobilie.

Baufinanzierungsrechner

Die häufig nur als Anderkonten bezeichneten Konten werden in der Regel von Rechtsanwälten, Notaren und Insolvenzverwaltern geführt. Sie dürfen nicht den Zwecken des Inhabers dienen. Das bedeutet, dass der Kontoverwalter das Konto zwar auf seinen Namen führt, das Guthaben aber nicht für sich selbst nutzen kann. Das hinterlegte Guthaben kann unter keinen Umständen dem Vermögen des Inhabers zugerechnet werden.

Baufinanzierung und Notaranderkonto

Bei Immobilienkäufen dient das Notaranderkonto dem sicheren Geldtransfer und der Eigentumssicherung des Käufers. Denn erst nach korrekter Eintragung des Käufers in das Grundbuch als neuer Eigentümer des Grundstückes überweist der Notar das Geld an den Verkäufer. Der Verkäufer muss bei Kaufpreiszahlung etwas Geduld beweisen, da die Eintragung 3 bis 12 Monate dauern kann. Die Verwaltung des Anderkontos durch den Notar ist nicht kostenlos. Es fallen hierbei bestimmte Hebesätze an, die sich nach der Kaufpreissumme richten. Die genaue Berechnung der Gebühren ist per Gesetz geregelt. Das Notaranderkonto wird benötigt, damit der Käufer das Geld fristgerecht zahlen kann und der Verkäufer sich vor der Eigentumsübertragung sicher sein kann, dass der Kaufpreis gezahlt wird. Zudem sichert es den Käufer während der Zeit der Eigentumsübertragung im Falle einer Insolvenz des Verkäufers ab, da dadurch nicht Geld und Eigentum verloren gehen können.

Rechtliche Aspekte eines Notaranderkontos

Der Notar spielt bei der Baufinanzierung oder beim Kauf einer Immobilie eine wichtige Rolle. Letztlich ist dieser dafür zuständig, dass sämtliche notwendigen Beurkundungen präzise und rechtssicher durchgeführt werden. Dafür unterliegen die Notare unterschiedlichen Vorgaben und gesetzlichen Bestimmungen.

Grundsätzlich werden die Aufgabenbereiche von Notaren durch die Bundesnotarordnung (BnotO) geregelt. Für das Notaranderkonto im Speziellen sind im Beurkundungsgesetz (BeurkG) wichtige Vorgaben festgehalten. Vor allem der § 54b des BeurkG gibt zur Durchführung der Verwahrung detaillierte Informationen, wie Notare mit einem Notaranderkonto verfahren müssen. Ein wichtiger Paragraph in diesem Zusammenhang dient dem Schutz der Vertragsparteien und des Notars. Denn laut § 54d BeurkG muss der Notar von der Auszahlung absehen, wenn er an unerlaubten oder unredlichen Zwecken mitwirken würde oder seinem Auftraggeber unwiederbringlicher Schaden entstehen würde. Die Kosten für das Notaranderkonto konnten vor dem 01.08.2013 mithilfe der Kostenordnung (KostO) der Bundesnotarkammer ermittelt werden. Seit diesem Datum gilt das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), in welchem die Formen und Höhe der Kosten von Notaren geregelt sind.

Typen von Anderkonten

Bei Treuhandkonten lassen sich zwei Kontoführungsvarianten unterscheiden. Beim verdeckten Treuhandkonto gibt die Kontobezeichnung keinen unmittelbaren Aufschluss über das bestehende Treuhandverhältnis. Beim offenen Treuhandkonto – wozu in der Regel das Notaranderkonto gehört –wird hingegen bereits durch die Kontobezeichnung deutlich, dass ein Treuhandverhältnis besteht. Neben den Anderkonten lassen sich weitere Typen wie private oder gesetzliche Treuhandkonten benennen. Mietkautionssparbücher sind beispielsweise private und im Zuge einer Insolvenz vom Insolvenzverwalter genutzte Konten sind gesetzliche Treuhandkonten. Für ein Notaranderkonto gelten spezielle Bankbedingungen, die den Treuhandstatus des Treuhänders genau regeln.

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