Effektiver Jahreszins

Als effektiver Jahreszins wird jener Zins bezeichnet, der jährlich anfällt und rein auf die nominale Kredithöhe bezogen wird. Je nach Sprachgebrauch ist auch vom effektiven Jahreszinssatz die Rede.

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Häufig verändert sich die Bezugsgröße für Kredite, wie etwa bei gewissen Immobilienfinanzierungen der Basiszinssatz, sodass vom „anfänglichen effektiven Jahreszins“ gesprochen wird. Dieser Effektivzinssatz wird grundsätzlich in Prozent angegeben und wird dadurch vergleichbar. Nicht allein bei Immobilienfinanzierungen ist er von Belang, auch beim klassischen Ratenkredit findet dieser Anwendung. Ein effektiver Jahreszins, unabhängig von der Kreditform, wird maßgeblich vom Nominalzinssatz beeinflusst. Ebenso spielen die Tilgung, die jeweilige Zinsfestschreibungsdauer, der tatsächliche Auszahlungskurs (Disagio) sowie weiterhin anfallende Kosten eine Rolle. Um Kreditangebote untereinander vergleichen zu können, müssen sie zwingend die gleiche Zinsfestschreibungsdauer aufweisen. Explizit von der Berechnung ausgenommen sind solche Kosten, die lediglich geschätzt werden können. Also allen voran Wertermittlungsgebühren, bestimmte Bereitstellungszinsen oder Zuschläge für Teilauszahlungen. Gegenüber dem Nominalzinssatz gibt der effektive Jahreszins jedoch all jene Kosten oder Faktoren an, die bei einem regelmäßigen Kreditverlauf entstehen. Also die Gesamtkosten für das Immobiliendarlehen auf Jahressicht, vergleichbar gemacht in Prozent. Darunter finden sich, zusätzlich zu den bereits genannten, explizit auch Zins- und Tilgungsverrechnungstermine oder aber Bearbeitungsgebühren.

Was hat die Verbraucherkreditrichtlinie verändert?

Mit dem 11. Juni 2010 ist eine vollkommen neugefasste Verbraucherkreditlinie in Kraft getreten. Ab diesem Zeitpunkt sind zwingend bestimmte Vorgaben bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses zu beachten. In den Fällen, wo nach Ablauf der Zinsbindung gewisse variable Zinsen vereinbart werden, müssen seitdem die aktuellen Zinswerte für die jeweilige Restlaufzeit in die Berechnung mit einfließen. Dieses Thema ist aber nur dann relevant, wenn sich Bank und Kreditnehmer nicht ohnehin über eine neue Zinsfestschreibung einigen konnten. Gerade in Niedrigzinsphasen kann es dadurch vorkommen, dass der errechnete effektive Jahreszins unterhalb des Sollzinssatzes liegt. Praktische Bedeutung hat dies aber nur bedingt, denn bei durchschnittlichen Zinsfestschreibungsdauern zwischen 15 und 20 Jahren sind Prognosen praktisch unmöglich. Ein solcher effektiver Jahreszins gibt aber zeitgleich einen Eindruck, wie das Zinsniveau bei einzelnen Banken prinzipiell aussieht. Und zwar fernab gewisser Sonderkonditionen oder Spezialtarife, die einzelnen Berufsgruppen oder dergleichen gewährt werden.

So werden Finanzierungen praktisch miteinander verglichen

In vielen Fällen gehen Banken dazu über, ihren Kreditinteressenten zeitgleich den Abschluss einer sogenannten Restschuldversicherung nahezulegen. Teilweise ist die Bewilligung gar an den Abschluss geknüpft, häufig bei klassischen Verbraucherkrediten. Der effektive Jahreszins berücksichtigt aber nicht solche Kosten, auch werden weitere Spezialfälle nicht mit einberechnet. Praktisch relevant ist hier vor allem das Thema der Sondertilgungen. Mithilfe dieser vertraglich zugesicherten Option können Kreditnehmer die Laufzeit, und damit auch die tatsächliche Zinsbelastung ihrer Immobilienfinanzierung verkürzen beziehungsweise verringern. Hier gilt deshalb, stets jene Angebote zu vergleichen, die dieselbe Zinsfestschreibung aufweisen. Das Disagio, also die Differenz zwischen Darlehenssumme und tatsächlich ausgezahltem Betrag, ist mitunter steuerlich absetzbar. Ein effektiver Jahreszins berücksichtigt diesen Umstand.


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Vergleichen lohnt sich. Das gilt insbesondere für die Finanzierung einer Immobilie.