Disagio

Der italienische Begriff Disagio wird oftmals auch als Abgeld oder Dammum bezeichnet und ist Teil des Darlehens- und Kreditwesens. Hierbei schüttet der Kreditgeber nicht das gesamte Kreditvolumen aus, sondern subtrahiert zuvor das Disagio. Die Konsequenz: Dem Kreditnehmer wird nach Abzug des Abschlags weniger Geld überwiesen, als im Kreditvertrag zum Thema Baufinanzierung veranschlagt ist. In diesem Zusammenhang fungiert das Disagio also als Zinsvorauszahlung des Kreditnehmers.

Baufinanzierungsrechner

Gesetzliche Rahmenbedingungen zum Thema Disagio finden sich im Einkommenssteuergesetz (EStG). Ein Beispiel: Wird ein Disagio von fünf Prozent bei einem Kreditbetrag über 100.000 Euro vereinbart, werden dem Darlehensnehmer nur 95.000 Euro ausgezahlt. Das Disagio entspricht der Vorauszahlung von Zinsen, die zum Abbau der laufenden Zinsen führt. Es ist bei der Berechnung des Effektivzinssatzes zu berücksichtigen.

Das Disagio bei Darlehen

Das Disagio eines Darlehens kann auf zwei verschiedene Arten angegeben werden: Als Prozentanteil des Kreditbetrages inklusive Disagio („8 % Disagio“) sowie als Auszahlungskurs bzw. Auszahlungsbetrag („92 % Auszahlungskurs“). In der Praxis bedeutet dies, dass von einem 100 Euro umfassenden Kreditbetrag in beiden Fällen lediglich 92 Euro real ausgezahlt werden. Der Kreditnehmer ist jedoch trotzdem dazu verpflichtet, 100 Euro zu verzinsen sowie zurückzuzahlen. Aufgrund der komplizierten Berechnung des durch das Disagio entstehenden Nominalzinssatzes ist das dafür notwendige Verfahren in der sogenannten Preisangabenverordnung (PAngV) festgelegt. 

Vorteile für Kapitalanleger

Als privater Nutzer von Wohneigentum profitiert man in der Regel nicht von der Disagio-Regelung, da diese hier keinerlei Steuervorteile beinhaltet. Anders sieht es aus für Kapitalanleger: Sie erzielen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Hier ergeben sich steuerliche Vorteile, da die einzelnen Aufwendungen für das Disagio als Werbungskosten gemäß § 9 EStG (Einkommenssteuergesetz) abzugsfähig sind. Das Disagio kann demnach bereits im Jahr der Darlehensaufnahme zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Ein Steuerberater kann darüber Auskunft geben, ob die Nutzung der Disagio-Regelung in Anspruch genommen werden kann.

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