Bonität

Die Bonität stellt die Kreditwürdigkeit dar, also gewissermaßen das Ausfallrisiko, das mit einer Kreditvergabe, z. B. für den Immobilienkauf, verbunden ist. Nicht allein der reine Wille seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen zählt, allen voran werden wirtschaftliche Kennziffern bewertet und auch Erfahrungswerte mit einbezogen.

Baufinanzierungsrechner

Der Begriff findet auch bei Börsengeschäften Anwendung, wenn es darum geht, die Emittenten, also die Herausgeber, von Wertpapieren zu bewerten. Darunter zählen sowohl Fonds, aber auch Anleihen und Derivate. Der Anleger vertraut hier darauf, dass Dritte, vor allem Ratingagenturen, die Bonität bewerten. Und zwar unter der Berücksichtigung, dass sowohl Verbindlichkeiten als auch Zinsen in vollem Umfang bedient werden können.

Je nachdem, wie hoch, also wie gut, die Bonität ausfällt, desto geringer ist der Zinssatz. Zu den typischen Maßnahmen, die gerade die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers steigern, zählen die Erhöhung des Eigenkapitals und die Stellung von Bürgen.

Wie sieht die Praxis bei Hypothekendarlehen aus?

Banken in Deutschland sind nach dem KWG und der SolvV verpflichtet, dass sie laufend die Kreditfähigkeit ihrer Schuldner überprüfen und bewerten. Bei Privatpersonen sind daher die Vorlage und der entsprechende Nachweis eines Vermögensstatus notwendig. Selbst bei laufenden Immobilienfinanzierungen ist die kreditgebende Stelle verpflichtet, derartige Unterlagen oder Nachweise einzufordern und zu kontrollieren. Der Kreditnehmer selbst ist aber auch verpflichtet, die Bank über eine wesentliche Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage zu unterrichten. Unterlässt er dies oder kommt seiner Verpflichtung nur zum Teil oder verspätet nach, ist das regelmäßig als Kündigungsgrund zu sehen. Die Bonität muss also nicht einmalig zu einem bestimmten Zeitpunkt „gut“ sein, sondern auch während der Laufzeit gewährleistet werden. Im Fachjargon wird diese Prozedur auch Kreditwürdigkeitsprüfung genannt. Wie das im Detail abzulaufen hat und vor allem, welche Faktoren in welcher Form gewertet werden, ist nicht konkret festgelegt. Zu allererst wird die Bank den Datensatz bei der SCHUFA abgleichen, aus welchem sich grobe Vertragsverletzungen oder auch frühere Schuldverhältnisse ergeben.

Welche Kriterien werden angelegt?

Grundsätzlich dürfen Banken bei der Bewertung der Bonität nach eigenen Grundsätzen vorgehen. Dennoch gibt es die klassischen Faktoren, die in jedem Fall mit in die Berechnung einfließen. Bei vorherigen Krediten wird auf die Abwicklung geschaut und bewertet, inwiefern die Schuld vereinbarungsgemäß zurückgeführt wurde. Immer wieder gibt es bezüglich der Einkommenssituation Probleme, denn je nach Art der Beschäftigung gibt es Einschränkungen. Beamte profitieren aufgrund ihrer besonderen Stellung und der Sicherheit ihrer Einkünfte oftmals von günstigeren Zinssätzen, auch sind aufgrund der Pensionsverpflichtung höhere Kreditsummen möglich. Selbständige hingegen, vor allem jene ohne Bilanzierungspflicht, haben schwankende Einkünfte und werden mit Risikoaufschlägen bewertet. In die Bonität fließt außerdem das vorhandene Vermögen mit ein, also effektiv der Eigenanteil bei der Finanzierung. Auch, ob und inwiefern andere Verbindlichkeiten bestehen und wie die Ausgabensituation allgemein aussieht, ist von Relevanz. Sogenannte Negativmerkmale entstehen vor allem bei Vertragsstörungen, also zum Teil auch bei kurzfristigen Zahlungsstörungen oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Hier werden mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechende Bürgschaften verlangt oder weitere Sicherheiten einzubringen sein. Die Bonität ändert sich erst nach mehreren Jahren ohne entsprechende Vorfälle, die Auskunfteien speichern mindestens drei Kalenderjahre nach Erledigung.