Das Abschleifen von Dielen ist kein Kinderspiel, mit Geduld und handwerklichem Geschick können Sie Ihre Fußböden aber selbst erneuern.

Die Suche nach erschwinglichem Wohnraum in beliebten Altbauquartieren kann sich bekanntlich in die Länge ziehen. Ist endlich etwas Passendes gefunden, wird nicht lange verhandelt. Die Wohnung wird übernommen, wie sie ist. Die vergilbten Raufasertapeten lassen sich überstreichen und um die kaputte Spüle muss sich der Vermieter kümmern. Bleiben die fünfmal überlackierten alten Holzdielen. Da ist an zahlreichen Stellen der Lack abgeplatzt und auch die vom Vormieter favorisierte Farbgebung mag so gar nicht mit den eigenen Vorstellungen von einem schönen Fußboden übereinstimmen. Da hilft nur eins: Der Lack muss ab, der Boden bis aufs rohe Holz abgeschliffen werden.

Leichter gesagt als getan. Denn alles in allem stehen einem für das Abschleifen von einem 20 Quadratmeter großen Raum bis zu zehn Stunden harte Arbeit bevor. Nicht selten sind sechs staubige, laute Schleifgänge nötig. Mit ein wenig Geschick erstrahlen die Dielen danach aber in neuem Glanz. Die Maschinen und das Schleifmaterial können Sie bei jedem Schleifmaschinenverleih und in vielen Baumärkten anmieten. Gegen eine Zusatzgebühr werden die bis zu 80 Kilo schweren Maschinen auch angeliefert.


Renoviert oder unrenoviert verkaufen?

Ob sich eine Renovierung vor dem Verkauf finanziell lohnt, sollte individuell geprüft werden. Lassen Sie sich von einem sach- und ortskundigen Immobilien-Profi beraten, inwiefern die Renovierung den Verkaufs-Ertrag steigert.

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Lackschicht für Lackschicht

Zur Grundausstattung gehört ein Set aus Schleifmaschinen, bestehend aus einer Band- oder Walzenschleifmaschine für die großen Flächen und einem Randschleifer. Die Tagesmiete für beide Maschinen zusammen beträgt zwischen fünf und 20 Euro. Es sind außerdem Schleifmaschinen mit integriertem Staubsauger auf dem Markt. Sie ermöglichen ein leises und staubfreies Schleifen der Hauptflächen, sind mit rund 30 Euro pro Tag allerdings auch teurer.

Weitere Kosten kommen hinzu. Zum einen für die grob- bis feinkörnigen Schleifbänder und Schleifscheiben, zum anderen für Lack, Öl oder Wachs zur Nachbehandlung des geschliffenen Bodens. Bei Dielen müssen Sie mit durchschnittlichen Materialkosten von fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter rechnen. Beauftragen Sie Profis, zahlen Sie oft den vierfachen Preis.

Der Arbeitsschutz sollte nicht vergessen werden. Festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe verstehen sich von selbst. Auch Staubmaske und Ohrenschutz zählen zur Minimalausrüstung, spätestens beim Einsatz des Randschleifers. Kontaktlinsenträger sollten an eine Schutzbrille denken.

Vor dem Schleifen müssen alle Köpfe von aus dem Boden herausstehenden Nägeln mit gezielten Hammerschlägen versenkt werden. Sie könnten die Schleifwalze beschädigen. Um den späteren Ecken- und Randschliff zu vereinfachen, sollten außerdem alle Sockel- und Scheuerleisten entfernt werden. Mit dem Grundschliff wird der Boden von der Lackschicht befreit. Benötigt wird das gröbste Schleifband, wobei die Wahl der Körnung vom Zustand der Dielen abhängt. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer 16er-Körnung.

Dielen mit Werkzeug

Das richtige Werkzeug erleichtert die Heimwerker-Arbeiten enorm.

Der Grundschliff erfolgt diagonal zu den Dielen: von einer Zimmerecke zur schräg gegenüberliegenden, jeder Schleifgang stets leicht versetzt zum vorangegangenen, jeweils einmal vor und auf der gleichen Bahn zurück. Anschließend wird die andere Diagonale des Raumes nach dem gleichen Verfahren bearbeitet. Beide Diagonalschliffe werden so lange wiederholt, bis der alte Lack verschwunden, der Fußboden "restlos plan" geschliffen ist und alle Fugentäler und Unebenheiten beseitigt sind.

Die folgenden Mittel- und Feinschliffe werden in Laufrichtung der Dielen geführt. Wieder kommt zunächst die Schleifbandkörnung 16 zum Einsatz. Danach die Schleifbänder mit den Körnungen 24, 40, 80 und 120. Mit jeder Körnung wird zwar wieder Bahn für Bahn, dafür aber nur einmal geschliffen. Zuletzt sollten alle beim Grundschliff entstandenen Schleiffurchen verschwunden sein.

Für das Schleifen der Ränder und Ecken nach dem Grob- und vor dem Feinschliff wird noch heute häufig die Flex benutzt. Allerdings kann eine schlecht geführte Flex zu blutigen Arbeitsunfällen führen. Für ungeübte Laien ist der viel leichter zu bedienende Randschleifer zu empfehlen. Wie der Flächen- muss auch der Randschleifer ständig bewegt werden, um Schleif- oder gar Brandspuren zu verhindern.

Versiegeln, wachsen oder ölen: Welche Schlussbehandlung Sie dem abgeschliffenen Holzboden angedeihen lassen, müssen Sie selbst entscheiden. Alle drei Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile.


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