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  • Ein variables Darlehen ist eine Form der Kreditaufnahme, bei der der Zinssatz während der Laufzeit schwanken kann. Im Gegensatz zu einem Festzinsdarlehen kann sich der Zinssatz  periodisch anpassen, was zu unterschiedlichen monatlichen Raten führen kann. In diesem Beitrag liest du alles über die Vor- und Nachteile eines variablen Darlehens.


    Was ist ein variables Darlehen und wie funktioniert es?

    Ein variables Darlehen ist auch bekannt als variables Zinsdarlehen oder variable Zinsanleihe. Der Zinssatz ist bei einem variablen Darlehen nicht für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgelegt, sondern ändert sich je nach Marktbedingungen. Die Höhe des variablen Zinssatzes basiert oft auf einem Referenzzinssatz zuzüglich eines Aufschlags, der von der Bank festgelegt wird.

    Die Anpassungen des Zinssatzes erfolgen normalerweise in regelmäßigen Intervallen, beispielsweise alle drei, sechs oder zwölf Monate, und werden entsprechend den aktuellen Marktzinsen vorgenommen. Dies bedeutet, dass die monatlichen Ratenzahlungen für die Kreditnehmer:innen variieren können, abhängig von den Zinssatzanpassungen. Variable Darlehen bieten oft anfänglich niedrigere Zinssätze im Vergleich zu Festzinsdarlehen, aber sie bergen auch das Risiko steigender Zinssätze, was zu höheren monatlichen Zahlungen führen kann, wenn sich die Marktzinsen erhöhen.

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    Hinweis

    Die Zinsanpassungen erfolgen normalerweise alle drei, sechs oder zwölf Monate. Die Bank passt den Zinssatz des Darlehens entsprechend an. Damit ändert sich auch der Zinssatz des variablen Darlehens.

    Variables Darlehen: Woran orientieren sich die Zinsen?

    Die Zinsen orientieren sich in der Regel an einem Referenzzinssatz sowie einem festgelegten Aufschlag der Bank. Die häufigsten Referenzzinssätze sind der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) und der LIBOR (London Interbank Offered Rate). Diese internationalen Referenzzinssätze werden regelmäßig von großen Banken festgelegt und dienen als Benchmark für die Kreditkonditionen in verschiedenen Finanzmärkten.

    Der variable Zinssatz eines Darlehens wird typischerweise als der Referenzzinssatz plus einem bestimmten Aufschlag (Margin) festgelegt. Dieser Aufschlag wird von der Bank basierend auf verschiedenen Faktoren wie dem Kreditrisiko des Kreditnehmers, der Marktlage und den Kosten für die Kreditvergabe bestimmt.



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    Für wen eignet sich ein variables Darlehen?

    Je nach deinen finanziellen Bedürfnissen, deiner Risikobereitschaft und nach deinen Plänen für die Rückzahlung des Darlehens, kann ein variables Darlehen passend für dich sein. Hier sind einige Situationen, in denen ein variables Darlehen richtig sein könnte:
     

    1. Kurzfristige Finanzierung: Wenn du vorhast, das Darlehen relativ schnell zurückzuzahlen und daher nicht von potenziellen Zinserhöhungen betroffen sein möchtest, kann ein variables Darlehen eine geeignete Option sein.
    2. Risikobereite Kreditnehmer:innen: Für Kreditnehmer:innen, die bereit sind, das Risiko von Zinsänderungen zu tragen und von potenziellen Zinssenkungen zu profitieren, kann ein variables Darlehen attraktiv sein. Die Risikobereiten können von niedrigeren anfänglichen Zinssätzen profitieren und darauf hoffen, dass die Zinsen während der Laufzeit des Darlehens stabil bleiben oder sogar sinken.
    3. Kurzfristige Anlagestrategien: Kreditnehmer:innen, die ein variables Darlehen für Investitionen oder Geschäftsprojekte nutzen möchten und planen, das Darlehen in absehbarer Zukunft zurückzuzahlen oder refinanzieren, können von den niedrigeren anfänglichen Zinssätzen eines variablen Darlehens profitieren.
    4. Flexible Rückzahlungsoptionen: Ein variables Darlehen bietet oft mehr Flexibilität bei der Rückzahlung, da Kreditnehmer die Möglichkeit haben, das Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen oder die Laufzeit zu verkürzen, ohne zusätzliche Kosten für die vorzeitige Tilgung zu zahlen.
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    Hinweis

    Banken bieten das variable Darlehen häufig als Bestandteil einer Mischfinanzierung an, zum Beispiel in Verbindung mit einem klassischen Kredit mit Sollzinsbindung.

    Variables Darlehen versus Annuitätendarlehen

      Variables Darlehen Annuitätendarlehen
    Tilgungsstruktur Bei einem variablen Darlehen erfolgt die Tilgung des Kapitals möglicherweise nicht linear, sondern der Zinssatz ändert sich periodisch basierend auf Referenzzinssätzen wie dem Euribor oder LIBOR. Die monatlichen Raten können sich daher ändern. Im Gegensatz dazu bleibt die monatliche Rate bei einem Annuitätendarlehen konstant über die gesamte Laufzeit. Der Zinssatz wird zu Beginn festgelegt, und die monatlichen Raten umfassen sowohl Zinsen als auch Tilgung, wobei der Tilgungsanteil im Laufe der Zeit zunimmt.
    Zinsanpassungen Bei einem variablen Darlehen erfolgen Zinsanpassungen je nach den Marktzinssätzen und dem festgelegten Zinsmechanismus des Darlehens. Dies kann zu einer höheren Unsicherheit führen, da die monatlichen Raten bei Zinsänderungen steigen oder fallen können. Bei einem Annuitätendarlehen bleibt der Zinssatz während der gesamten Laufzeit fest, es sei denn, es handelt sich um ein Darlehen mit variablem Zinssatz. In diesem Fall können sich die monatlichen Raten ebenfalls ändern, jedoch aufgrund von Zinsanpassungen.
    Flexibilität Ein variables Darlehen bietet möglicherweise mehr Flexibilität, da Kreditnehmer:innen die Möglichkeit haben, von potenziellen Zinssenkungen zu profitieren, indem sie niedrigere monatliche Raten zahlen. Allerdings besteht auch das Risiko steigender Zinsen und damit höherer Raten. Ein Annuitätendarlehen bietet eine konstante monatliche Rate, was eine bessere Planbarkeit ermöglicht. Es kann jedoch weniger Flexibilität bieten, wenn es um potenzielle Zinssenkungen geht, da die Raten festgelegt sind.

    Andere Baugelder mit kurzer Bindung

    Neben variablen Darlehen gibt es andere Baufinanzierungsoptionen mit kurzer Bindung oder variablen Zinssätzen. Einige davon sind:

    1. Kurzfristige Festzinsdarlehen: Diese Darlehen haben eine feste Zinsbindung für eine kurze Zeitspanne, typischerweise zwischen einem und fünf Jahren. Nach Ablauf dieser Frist wird der Zinssatz neu festgelegt, basierend auf aktuellen Marktzinsen. Kurzfristige Festzinsdarlehen bieten eine gewisse Planungssicherheit für einen begrenzten Zeitraum und können eine Option sein, wenn man eine kurzfristige Immobilienfinanzierung benötigt.
    2. Mischzinsdarlehen: Bei Mischzinsdarlehen wird die Darlehenslaufzeit in zwei oder mehr Abschnitte unterteilt, wobei jeder Abschnitt einen anderen Zinssatz haben kann. Zum Beispiel kann der erste Teil des Darlehens eine feste Zinsbindung haben, gefolgt von einem variablen Zinssatz für den Rest der Laufzeit oder umgekehrt. Mischzinsdarlehen bieten eine Kombination aus Sicherheit und Flexibilität.
    3. Cap-Darlehen: Bei einem Cap-Darlehen gibt es eine Obergrenze (Cap) für den Zinssatz, den  Kreditnehmer:innen zahlen müssen, auch wenn die Referenzzinssätze steigen. Dies bietet eine gewisse Sicherheit gegenüber starken Zinserhöhungen. Gleichzeitig kann von potenziellen Zinssenkungen profitiert werden.

    Vorteile und Risiken eines variablen Darlehens

    Vorteile eines variablen Darlehens Nachteile eines variablen Darlehens
    Niedrigere anfängliche Zinssätze: Variable Darlehen bieten oft niedrigere anfängliche Zinssätze im Vergleich zu Festzinsdarlehen. Dies kann zu niedrigeren monatlichen Raten führen und den Kreditnehmer zu Beginn der Darlehenslaufzeit finanziell entlasten. Risiko steigender Zinsen: Das Hauptrisiko bei variablen Darlehen besteht in der Möglichkeit steigender Zinsen. Wenn die Referenzzinssätze steigen, können die monatlichen Raten des Darlehens entsprechend ansteigen, was zu höheren finanziellen Belastungen für Darlehensnehmer:innen führen kann.
    Potenzielle Einsparungen bei Zinssenkungen: Wenn die Referenzzinssätze sinken, können Kreditnehmer:innen von niedrigeren Zinssätzen und damit niedrigeren monatlichen Raten profitieren. Dies kann zu Einsparungen bei den Gesamtkosten des Darlehens führen. Unsicherheit: Variable Darlehen sind weniger vorhersehbar als Festzinsdarlehen, da die monatlichen Raten bei Zinsänderungen variieren können. Dies kann Unsicherheit und finanzielle Belastungen verursachen, insbesondere wenn die Zinsen stark steigen.
    Mehr Flexibilität: Variable Darlehen bieten oft mehr Flexibilität als Festzinsdarlehen. Kreditnehmer:innen können möglicherweise zusätzliche Zahlungen leisten, um das Darlehen schneller abzuzahlen, oder von vorzeitigen Tilgungsoptionen Gebrauch machen, ohne hohe Vorfälligkeitsentschädigungen zu zahlen. Höhere langfristige Kosten: Obwohl variable Darlehen anfänglich niedrigere Zinssätze bieten können, können sie langfristig teurer sein als Festzinsdarlehen, insbesondere wenn die Zinsen im Laufe der Zeit steigen und die monatlichen Raten erhöhen.
    Mehr Flexibilität: Variable Darlehen bieten oft mehr Flexibilität als Festzinsdarlehen. Kreditnehmer:innen können möglicherweise zusätzliche Zahlungen leisten, um das Darlehen schneller abzuzahlen, oder von vorzeitigen Tilgungsoptionen Gebrauch machen, ohne hohe Vorfälligkeitsentschädigungen zu zahlen. Höhere langfristige Kosten: Obwohl variable Darlehen anfänglich niedrigere Zinssätze bieten können, können sie langfristig teurer sein als Festzinsdarlehen, insbesondere wenn die Zinsen im Laufe der Zeit steigen und die monatlichen Raten erhöhen.

    Wie jede Darlehensform hat auch ein variables Darlehen seine Vor- und Nachteile. Hier siehst du im Überblick, was für und was gegen ein variables Darlehen spricht:

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    Gut zu wissen

    Die variablen Kredite werden oft zur Zwischenfinanzierung (für etwa 12 Monate) abgeschlossen – wodurch die Bearbeitungsgebühren vergleichsweise hoch ausfallen. Weiterhin kann sich die Bank vorbehalten, einen sogenannten Bonitätszuschlag zu verlangen. Insbesondere Selbständigen kann es passieren, dass sie einer Bonitätsprüfung unterzogen werden und einen Aufschlag zahlen müssen.

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    Oranus Mahmoodi
    Expertin für Mieten & Kaufen

    Als Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 informiert dich Oranus Mahmoodi über alle Themen rund ums Mieten und Kaufen. Oranus ist studierte Journalistin und Soziologin. Sie beobachtet die Immobilienwirtschaft seit Jahren. Ihre Expertise als Wirtschafts- und Finanzjournalistin hat sie bei Financial Times Deutschland gewonnen, wo sie über viele Jahre gearbeitet hat. Als Autorin für Nachrichtenagenturen und diverse Wirtschaftstitel hat sie sich intensiv mit allen Seiten der Immobilienwirtschaft beschäftigt. Ihr Credo ist es, komplexe Themen für dich unterhaltsam und verständlich aufzubereiten.

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