SCHUFA-Score: Was Sie über Ihre Bonitätseinstufung wissen sollten

Mit ihrem Scoring-Verfahren drückt die SCHUFA Ausfallrisiken in Zahlen aus

Bei vielen finanziellen Alltagsgeschäften holen Unternehmen eine SCHUFA-Auskunft über ihre Kunden ein. So etwa Banken bei der Gewährung von Krediten oder Versandhändler bei Bestellungen von Neukunden. Die Auskünfte sollen in Verbindung mit dem SCHUFA-Score den Unternehmen bei ihren Kreditentscheidungen helfen.


Die SCHUFA sammelt Bonitätsdaten und wertet sie aus.

Schon in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die ersten Vorläufer der „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ gegründet, die heute als SCHUFA AG firmiert. Das wichtigste Anliegen damals wie heute: Eine zentrale Stelle sollte Bonitätsinformationen über Verbraucher sammeln und sie Unternehmen zugänglich machen: immer dann, wenn jemand einen Kredit aufnehmen will, Waren auf Rechnung bestellt oder langfristige vertragliche Verpflichtungen eingeht.

Im Zuge der Digitalisierung wurde die SCHUFA praktisch ein IT-Konzern, der sich auf die Sammlung und Auswertung von Bonitätsdaten spezialisiert hat. Zu den Aufgaben der SCHUFA zählt nicht nur die Verwaltung von Bonitätsauskünften vieler Millionen Bundesbürger, sondern auch die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit bei Krediten und offenen Rechnungen. Der Händler oder die Bank möchten wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kunde oder Kreditnehmer das Geld (zurück) zahlen kann. Dabei werden komplizierte Rechenverfahren eingesetzt, bei denen als Ergebnis dann unter anderem der branchenübergreifende SCHUFA-Basisscore oder auch ein spezieller SCHUFA-Score für bestimmte Branchen wie Banken oder Versandhandel herauskommt.

Bonitätseinträge als Basis für das SCHUFA-Scoring

Die wichtigste Datengrundlage für das Scoring der SCHUFA bilden die Einträge, die zu einzelnen Verbrauchern gesammelt werden. An die Daten kommt die Auskunftei teils durch öffentliche Register wie etwa die Meldungen von Amtsgerichten zu Verbraucherinsolvenzen, teils durch die Informationen ihrer Vertragspartner. Dies erlauben Verbraucher beispielsweise durch ihre Einverständniserklärung in der sogenannten SCHUFA-Klausel: Beispielsweise beim Abschluss von Kreditverträgen meldet die Bank den Kredit an die SCHUFA.

Neutrale und negative Einträge

Es gibt neutrale Einträge, die keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Bonitätseinstufung haben. Negativeinträge führen häufig dazu, dass Anträge auf Kredit abgelehnt oder Versandhandelsbestellungen nur gegen Vorauszahlung angenommen werden.

Die neutralen Einträge bestehen unter anderem aus den folgenden Informationen:

  • Name, Geburtsdatum, aktuelle Adresse und frühere Anschriften;
  • abgeschlossene Kredit- und Leasingverträge mit Angabe von Laufzeit und Betrag;
  • bestehende laufende Verpflichtungen wie Telefonverträge oder Kundenkonten bei Händlern;
  • bestehende Girokonten.

Vollkommen unberücksichtigt bleiben Daten zum Einkommen und zum Vermögen einzelner Bürger, und das aus einem einfachen Grund: Zu diesen Informationen hat die SCHUFA keinen Zugang.

Negativmerkmale sind zumeist:

  • abweichendes Zahlungsverhalten wie die Nichtzahlung mehrfach angemahnter oder gerichtlich bestätigter Rechnungen;
  • die missbräuchliche Nutzung von Kreditkarten oder Girokonten;

Angaben aus öffentlichen Registern, beispielsweise  die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, das Bestehen eines Haftbefehls zur Abgabe einer solchen Versicherung oder die Beantragung bzw. Eröffnung einer Privatinsolvenz.

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Was in das Scoring der SCHUFA einfließt – und was nicht

Im Gegensatz zu diesen im Klartext gespeicherten Merkmalen ist der SCHUFA-Score weniger transparent. Der Zahlenwert soll das Risiko eines Zahlungsausfalls abbilden. Ein SCHUFA-Score von 100 ist besonders gut. Je geringer er ist, umso riskanter sind aus Sicht der Unternehmen Geschäfte mit dem Kunden. Der SCHUFA-Score errechnet sich aus einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Welcher Faktor in welcher Gewichtung auf den Wert Einfluss nimmt, ist ein gut gehütetes Geheimnis der SCHUFA. Ihre Begründung: Würde das Berechnungsverfahren öffentlich gemacht, könnten Verbraucher mit schlechter Bonität versuchen, ihren Scorewert zu manipulieren – und sich so Zugang zu Krediten verschaffen, die sie normalerweise nicht erhalten würden.

Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte für die Mechanismen des SCHUFA-Scorings. Häufige Wechsel der Bankverbindung können sich ebenso negativ auswirken wie der Besitz außergewöhnlich vieler Kreditkarten. Beides deutet darauf hin, dass der Kunde einen geringen Kreditrahmen kompensieren möchte, indem er mehrere Konten und Karten nutzt. Die SCHUFA versichert, keine Angaben zur Nationalität in den Scorewert einfließen zu lassen und auch keine Informationen in sozialen Netzwerken zu recherchieren.

Unterschiede zwischen SCHUFA-Basisscore und branchenspezifischem SCHUFA-Scoring


Gibt die Kreditwürdigkeit einer Person an: der SCHUFA-Score.

Für verschiedene Kundengruppen kommen unterschiedliche Berechnungsmodelle für das SCHUFA-Scoring zum Einsatz: je nachdem, ob beispielsweise ein Kredit beantragt, ein Mobilfunkvertrag abgeschlossen oder bei einem Versandhändler eine Bestellung aufgegeben wird. So ist es durchaus möglich, dass bei demselben Verbraucher der Kredit-Scorewert ein hohes Ausfallrisiko signalisiert, während der Versandhandel-Scorewert für die Bestellung grünes Licht gibt. Die branchenspezifischen Werte werden tagesaktuell berechnet und können sich auch kurzfristig ändern.

Als zentraler Orientierungswert dient der SCHUFA-Basisscore, der unabhängig von branchenspezifischen Betrachtungen ermittelt und alle drei Monate aktualisiert wird.

Wie Sie Ihren SCHUFA-Score abfragen können

Gleich vorweg: Die einzelnen branchenspezifischen Werte aus dem Scoring der SCHUFA stehen nur den jeweiligen Unternehmen zur Verfügung. Sie können von Verbrauchern nicht im Rahmen einer Selbstauskunft abgefragt werden.

Der eigene SCHUFA-Basisscore kann hingegen im Rahmen einer Selbstauskunft oder bei der Buchung von einem der für Verbraucher vorgesehenen SCHUFA-Informationspakete angefordert werden. Wenn Sie Ihren SCHUFA-Basisscore abfragen, erhalten Sie diesen in Form eines Prozentwertes. Dabei gilt: Je höher die Zahl, umso geringer wird das Ausfallrisiko bei Krediten oder anderen finanziellen Verpflichtungen eingestuft. Deshalb wird dieser SCHUFA-Basisscore  auch als „Erfüllungswahrscheinlichkeit“ bezeichnet.

Entgegen einer häufig geäußerten Vermutung hat auch die wiederholte Anforderung einer Selbstauskunft keinen Einfluss auf den SCHUFA-Score. Das versichert die Auskunftei auf ihrer Internetseite – und zwar unabhängig davon, ob eine Bonitätsauskunft zur Vorlage bei Dritten oder eine Datenübersicht angefordert wird.

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