So erbt Deutschland

Deutschland wird immer mehr zum Erbenland. So werden zwischen 2015 und 2024 rund 4,3 Millionen Immobilien ihren Besitzer wechseln.

2015
2024
4 ,3 Mio.

Die Besitztümer gehen von der ersten Nachkriegsgeneration, die sich einen gewissen Wohlstand erarbeiten konnte, auf deren Kinder über. Insgesamt werden Immobilien im Wert von 664 Milliarden Euro vererbt, wobei die zwei Prozent „Top-Erbschaften“ unberücksichtigt bleiben. Das klassische Einfamilienhaus macht knapp die Hälfte aller bundesweit vererbten Immobilien aus. Bei einem weiteren Viertel handelt es sich um Eigentumswohnungen. Der Rest setzt sich aus unbebauten Grundstücken, Zwei- und Mehrfamilienhäusern zusammen.

Quellen: Studie der empirica ag „Erben In Deutschland 2015 – 24: Volumen, Verteilung und Verwendung“ von Dr. Reiner Braun, im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, Seite 34, Seite 26

Starkes West-Ost-Gefälle

Prognose zur Höhe der Erbschaften in den Bundesländern 2015 - 2024:



Euro pro Erbschaft

Durchschnittlich vererbtes Gesamtvermögen in Euro

50.000 - 69.000

70.000 - 99.000

100.000 - 149.000

150.000 - 180.000


Quelle: Deutsche Bundesbank, DV/gif, SOEP, Destatis und Berechnungen der empirica ag in Studie „Erben In Deutschland 2015 – 24: Volumen, Verteilung und Verwendung“ von Dr. Reiner Braun, im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, Seite 44, Auswahl ohne die zwei Prozent einkommensstärksten Haushalte, Volumen pro Erbe (bei zwei Erben)



Es sticht sofort ins Auge: Dem Osten Deutschlands fehlt das Nachkriegs-Wirtschaftswunder. Wer hier alt geworden ist, hat deutlich weniger zu vererben. So erwartet die nächste Generation in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen das niedrigste Erbvolumen. Hier wird pro Erbe nicht einmal halb so viel weitergegeben wie im bundesweiten Durchschnitt.

Der größte Geldsegen erwartet Erben in Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Im Freistaat Bayern fallen die Erbschaften sogar fast um die Hälfte höher aus als im Bundesdurchschnitt.

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Kein Testament: Wer erbt?

Jeder kann seine Erben selbst bestimmen – so sieht es das deutsche Erbrecht vor. Allerdings müssen die potenziellen Erben im Testament stehen. Ist das nicht der Fall, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zug und es werden in erster Linie Kinder und Ehegatten sowie eingetragene Lebenspartner berücksichtigt.

Es erben immer nur die Kinder oder weitere Verwandte, die mit dem Verstorbenen biologisch verwandt sind oder von ihm adoptiert wurden. Stiefkinder und Schwiegereltern haben hingegen kein gesetzliches Erbrecht.

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Hat der verstorbene mehrere Kinder, erben alle zu gleichen Teilen. Ist einer dieser Nachkommen bereits tot, geht sein Erbteil auf seine Kinder über, also auf die Enkel des Erblassers. Ist kein Erbe erster Ordnung vorhanden, erben die Nachkommen zweiter Ordnung. Die Eltern des Erblassers erben zu gleichen Teilen. Ist ein Elternteil bereits verstorben, geht sein Anteil auf seine Kinder über - in dem Fall die Geschwister des Erblassers.

Immobilie geerbt: Was nun?

Was machen die Deutschen mit ihren geerbten Immobilien? In weniger als drei von zehn Fällen wird die Immobilie veräußert. Dennoch werden sich nach Prognosen einer Studie der empirica ag die unmittelbar erbschaftsbedingten Immobilien-Transaktionen der nächsten zehn Jahre auf 241 Milliarden Euro summieren. Das ergibt 24 Milliarden Euro jährlich. Die überwiegende Mehrheit der Erben planen, in ihre geerbte Immobilie einzuziehen oder sie zu vermieten.


Quelle: Studie der empirica ag „Erben In Deutschland 2015 – 24: Volumen, Verteilung und Verwendung“ von Dr. Reiner Braun, im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, Seite 51-52

Verwendung des Erbes

Bisher wurde das Erbe vor allem für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge verwendet. Rund zwei Drittel der künftigen Erben haben sich noch keine Gedanken über die Verwendung gemacht. Das geht aus einer repräsentativen Befragung des IfD Allensbach im Auftrag der Deutschen Bank AG hervor.









Quelle: IfD Allensbach „Erben und Vererben Erfahrungen, Erwartungen und Pläne – eine repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Bank", Mehrfachnennungen, 2015, Seite 35


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Deutschland - Erbenland

2016 betrug das geerbte oder verschenkte Vermögen laut Statistischem Bundesamt 108,8 Milliarden Euro. Das ist eine beträchtliche Summe. Zum Vergleich: Mit diesem Betrag könnten über 310.000 Häuser im Wert von durchschnittlich 350.000 Euro erworben werden.

Und das sind nur die Beträge, die versteuert wurden und somit in den Zahlen des Statistischen Bundesamts auftauchen. Die meisten Erbschaften und Schenkungen liegen innerhalb der Freibeträge, für die keine Steuer festgesetzt wird und tauchen folglich in der Statistik nicht auf.

So erben die Reichsten: 2016 hat das Statistische Bundesamt 191.275 Fälle von Erbschaften oder Schenkungen registriert. Die Höhe des Erbes oder der Schenkung variierte beträchtlich. In 558 Fällen sind mehr als 20 Millionen Euro vererbt oder geschenkt worden.





Quelle: Statistisches Bundesamt, Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik 2016, Erwerbe von Todes wegen: Nachweis nur für maschinell gelieferte Fälle. Vor bzw. nach Abzug von Steuerbefreiungen nach § 13 ErbStG, Steuerbegünstigungen nach § 13a ErbStG, Steuerbefreiung nach § 13c ErbStG, Zugewinnausgleichsforderungen nach § 5 ErbStG, Freibetrag nach § 17 ErbStG, Summe der abzugsfähigen Nutzungs- und Duldungsauflagen sowie abzugsfähigen Erwerbsnebenkosten und DBA-Vermögen (Doppelbesteuerungsabkommen). 82,67 Millionen Deutschen.