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Grundbuchauszug anfordern



Möchten Sie eine Immobilie kaufen oder veräußern, müssen Sie einen Grundbuchauszug anfordern. In einem Grundbuch werden die Eigentumsverhältnisse und mit dem Grundstück verbundene Rechte sowie mögliche auf dem Grundstück liegende Lasten schriftlich erfasst. Die Größe des Grundstücks, Durchgangs-, Geh- und Durchfahrtrechte sowie Belastungen sind ebenfalls im Grundbuch aufgeführt. In diesem Artikel erfahren Sie mehr rund um den Antrag des Grundbuchauszugs.

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Was genau ist ein Grundbuchauszug?


Für die Führung der Grundbücher sind die Amtsgerichte der jeweiligen Bezirke als Grundbuchämter zuständig. Als Grundbuchauszug wird eine Abschrift bezeichnet, die alle Eintragungen zu einem Grundstück enthält. Das Grundbuch ist kein öffentliches Register, das jeder einsehen kann. In Deutschland müssen Personen, die einen Grundbuchauszug anfordern möchten, bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

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Wer kann einen Grundbuchauszug anfordern?


In jedem Bundesland können Personen einen Grundbuchauszug anfordern und auf elektronischem Weg in das Grundbuch Einsicht nehmen. Diese Einsichtnahme ist allerdings kostenpflichtig und an gewisse Zulassungskriterien geknüpft. Somit ist der Zugriff auf das Grundbuch nur einem beschränkten Personenkreis gestattet, da ein Grundbuchauszug Vermögens- und Schuldverhältnisse enthält, die nicht für die Öffentlichkeit sichtbar sein sollen. Da die Gesetzeslage dies nur oberflächlich regelt, hat das Grundbuchamt einen eigenen Ermessensspielraum.


Grundsätzlich können folgende Personen einen Grundbuchauszug anfordern:

  • Eigentümer oder Miteigentümer des Grundstücks
  • Personen, die im Grundbuch stehen, etwa als Gläubiger oder als Inhaber eines Wegerechts
  • Besitzer einer gültigen Vollmacht eines der Berechtigten
  • Personen, die ein berechtigtes Interesse gemäß § 12 GBO (Grundbuchordnung) beweisen können

Die Definition des Begriffs „berechtigtes Interesse“ spielt bei der Grundbucheinsicht eine zentrale Rolle. Bloße Neugier zählt nicht als berechtigtes Interesse zur Anforderung eines Grundbuchauszuges. Auch wer nur Nachbar oder Mieter ist oder sich schlicht für den Kauf der Immobilie interessiert, kann kein berechtigtes Interesse nachweisen. Wer eine konkrete Kaufabsicht hat, die er beispielsweise mit einem Entwurf des Vorkaufvertrages oder einer Maklerbestätigung nachweisen kann, beweist normalerweise berechtigtes Interesse. Gemeinhin liegt diese Bewertung im Ermessen des jeweiligen Grundbuchamtes.

Notare oder Behörden, die häufig Grundbuchauszüge anfordern müssen, können die Auszüge online erhalten. Privatpersonen oder Firmen, die nur selten einen Grundbuchauszug benötigen, müssen sich dagegen persönlich oder per Brief oder Fax an das zuständige Amtsgericht wenden.

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Wo kann ich den Grundbuchauszug-Antrag stellen?


Um den Grundbuchauszug anzufordern, kann sowohl ein nicht behördlicher Online-Dienstleister kontaktiert werden, als auch das Grundbuchamt. Im Allgemeinen sind die Amtsgerichte für das Führen der Grundbücher verantwortlich, nur Baden-Württemberg bildet hier eine Ausnahme. Dort sind die Grundbuchämter auf Gemeinde-Ebene eingerichtet.

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Was ist ein automatisiertes Abrufverfahren?


Das elektronische Grundbuch ersetzt das Papier-Grundbuch und beschleunigt den Zugriff auf Grundbuchauszüge erheblich. So können berechtigte Personen in Deutschland seit einigen Jahren einen automatisierten Grundbuchauszug-Antrag stellen, indem sie diesen beim Grundbuch-Amt online anfordern.

Im elektronischen Grundbuch sind die Grundbuchdaten in einem zentralen Rechenzentrum gespeichert. Mit dem sogenannten uneingeschränkten Abrufverfahren können Notare, Gerichte, Behörden, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure und vom Eigentümer bevollmächtigte Personen das Grundbuch online einsehen.


Eingeschränktes Abrufverfahren


Für alle anderen gilt das eingeschränkte Abrufverfahren: Wer nicht zu diesem Personenkreis gehört, muss ein berechtigtes Interesse nachweisen.

Mit der Berechtigung können im Einzelnen die folgenden Einsichten und Schritte erfolgen:

  • Einsichtnahme eines bestimmten Grundbuchblattes
  • Erstellung eines Abdrucks des Grundbuchinhalts als Grundbuchauszug auf dem eigenen Drucker
  • Suche nach einem unbekannten Grundbuchblatt unter Angabe von Flurstück oder Eigentümer
  • Feststellung des Zeitpunktes, an dem der letzte Grundbucheintrag erfolgte
  • Feststellung der Tatsache, ob auf ein konkretes Grundbuchblatt bezogen beim Grundbuchamt noch nicht vollzogene Eintragungsanträge vorliegen
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Wie teuer ist die Grundbucheinsicht?


Für die Nutzung des automatisierten Abrufverfahrens und die Einsicht in entsprechenden Unterlagen des Grundbuchamtes oder um einen Grundbuchauszug zu erhalten, sind Gebühren zu entrichten.

Diese richten sich nach dem 2013 in Kraft getretenen Gerichts- und Notarkostengesetz:

  • Abdruck 10,00 €
  • Beglaubigter Abdruck 15,00 €

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Sind kostenlose Grundbuchauszüge möglich?


Die Kosten für den eigentlichen Grundbuchauszug sind im Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt, eine kostenlose Option ist somit eigentlich nicht möglich. Wer allerdings eine Immobilie kaufen will, kann gegebenenfalls auf einen bereits vorliegenden Grundbuchauszug der Eigentümer zurückgreifen. Haben diese eine neue Immobilie finanziert, war in der Regel bereits ein Grundbuchauszug für die eigene Bank nötig. Diesen könnten Käufer mit dem Einverständnis der Eigentümer verwenden.



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