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Variables Darlehen

Konditionen, Zinsen und Vergleich

Variable Darlehen sind flexibel gestaltete Darlehensgeschäfte. Die Darlehenssumme bleibt konstant. Anstelle eines gebundenen Sollzinssatzes tritt ein variabler Zinssatz, der jeweils regelmäßig an die aktuellen Zinsentwicklungen angepasst wird.


Darlehensrechner

Wohnbaufinanzierung: Welcher Zinssatz und welches Darlehen sind für mich ideal?

Generell sollte bei der Suchen nach dem geeigneten Immobilienkredit in erster Linie auf die Höhe der Zinsen geachtet werden. Schließlich kann hier je nach Darlehenssumme bereits eine Stelle nach dem Komma tausende Euro mehr oder weniger bedeuten. Doch nicht immer ist der niedrigste Zins für jeden Bauherren die günstigste Lösung. Wer beispielsweise bereits mit einer vorzeitigen Rückzahlung des Darlehens plant, sollte die Möglichkeit eines variablen Darlehens in Betracht ziehen.

Wohnbaufinanzierung mit variablem Zinssatz

Anders als bei Festzinsdarlehen werden variable Darlehen nicht mit einer Zinsbindung von mehreren Jahren abgeschlossen. In der Regel wird der Zinssatz bei dieser Darlehensvariante alle drei Monate auf Basis eines Referenzzinssatzes, beispielsweise dem Drei-Monats-EURIBOR, angepasst. Variable Darlehen haben den Vorteil, dass der Darlehensvertrag voll oder teilweise sowie ohne die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden kann. Bei Teiltilgungen werden Mindesttilgungsbeträge vertraglich vorgegeben. Da der Sollzinssatz entsprechend der jeweiligen Zinsentwicklung nach oben oder nach unten angepasst wird, trägt der Darlehensnehmer ein höheres Risiko als bei Darlehen mit Zinsfestschreibungen.

Annuitätendarlehen und endfällige Darlehen

balkendiagramm

In der Anschlussfinanzierung spielt die variable Verzinsung dann eine wichtige Rolle, wenn keine Einigung über eine erneute Zinsfestschreibung nach Auslauf der alten erzielt wird. Für diesen Fall gehen die Altdarlehen laut Gesetz in variabel verzinsliche Darlehen über. Variabel verzinsliche Darlehen treten sowohl als sogenannte endfällige Darlehen als auch als Annuitätendarlehen auf. Bei den endfälligen Darlehen sind nur die Zinsen zu begleichen. Die Tilgung erfolgt am Ende der Darlehenslaufzeit.

Beim Annuitätendarlehen erfolgt zusätzlich zur variablen Zinszahlung ein konstanter Tilgungssatz von etwa 1–5 Prozent. Diese Methode wird auch bei Fremdwährungsdarlehen praktiziert. Sie weisen jedoch ein hohes Währungsrisiko auf, das häufig in keiner Relation zu den erzielbaren Zinsvorteilen steht. Der Nutzerkreis ist zudem durch strenge Vorgaben der nationalen Bankaufsichtsbehörden auf Währungsausländer begrenzt. Bei der Vergabe von variablen Darlehen verlangen die Finanzinstitute gegenüber klassischen Annuitätendarlehen meistens höhere Bearbeitungsgebühren und rechnen zudem höhere Risikomargen in ihre Angebotspreise ein.

Die Risiken des variablen Darlehens

Trotz des derzeit attraktiven Angebotes an variablen Darlehen raten Finanzexperten zu Besonnenheit. Immerhin ist diese Zinsart als eine „Zinswette“ zu betrachten. Dies liegt vor allem an den variablen Zinsen – entsprechend angepasst an den jeweils aktuellen Dreimonats-EURIBOR.

Insofern empfiehlt sich eine Investition in ein variables Darlehen nur dann, wenn die entsprechenden finanziellen Mittel vorhanden sind. Zusätzlich dazu sollten Interessenten den Zinsmarkt beobachten.

Dauerhaft lohnenswert ist ein variables Darlehen außerdem dann, wenn in der kommenden Zeit eine höhere Zahlung ansteht beziehungsweise ein höherer Betrag fällig wird.

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Rahmenbedingungen für ein variables Darlehen

Beträgt der Anteil des variablen Darlehens maximal 25 Prozent an einer Gesamtfinanzierung, so empfehlen Experten einen Darlehensmindestbetrag von mindestens 100.000 Euro. Darüber hinaus sollte das variable Darlehen zumeist in einer Kombination mit einem sogenannten Annuitätendarlehen in Anspruch genommen werden. Üblich für diese Darlehensart ist eine Zinsbindung von mindestens fünf Jahren. Variable Darlehen sind in diesem Zusammenhang auch separat erhältlich. Die Tilgung sollte immer mindestens nach der vollen Auszahlung des gesamten Betrages erfolgen. Verbraucher sollten außerdem darauf achten, dass das betreffende Geldinstitut ein Wandlungsrecht an jedem Zinsanpassungstermin ermöglicht. So ist die Umwandlung in ein Annuitätendarlehen möglich. 

Andere Baugelder mit kurzer Bindung

EURIBOR sowie Cap- und Kombi-Darlehen sind weitere Baugelder mit einer kurzen Zinsbindung. Der EURIBOR (European Interbank Offered Rate) wird als sogenannter Referenzzinssatz bezeichnet. So dient er Banken beispielsweise auch zur Ankopplung von Kredit- und Sparzinsen.

Als europaweit eingesetztes Maß gibt er Aufschluss über die Zinsen, die anfallen, wenn sich Institute innerhalb der Eurozone kurzfristig Geld leihen. Der derzeit gängige Einmonats-EURIBOR beträgt zurzeit rund 0,97 Prozent, für sein dreimonatiges Äquivalent werden rund 1,28 Prozent veranschlagt.

Das Cap-Darlehen hingegen ist ein variables Darlehen inklusive Zinsobergrenze (auch Cap genannt). So wird das Zinsänderungsrisiko langfristig gemindert. Darüber hinaus profitieren Verbraucher von den derzeit niedrigen Zinsen. Interessenten sollten jedoch beachten, dass Banken bei einem Cap-Darlehen auf Profit setzen.

Einige Geldinstitute setzen darüber hinaus auf eine Kombination aus einem variablen Darlehen sowie einem klassischem Annuitätendarlehen inklusive fixen Monatsraten und festem Zinssatz. Auf diese Weise kann der Darlehensnehmer den Kredit zu etwa einem Drittel fest abzahlen. Den fälligen Rest kann er variabel zurückzahlen. So wird das Zinsänderungsrisiko vermindert.


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