Was kennzeichnet ein Holzhaus?

Wenn es unbehandelt aus dem Wald kommt, ist Holz ein echtes Naturprodukt: Es ist frei von Schadstoffen, riecht angenehm und fühlt sich gut an. Holzhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da Holz als nachwachsender Rohstoff bei der Herstellung kaum CO2 freisetzt und sich in den CO2-Kreislauf einreiht.

Das äußere Erscheinen wird vom gewählten Holz und der Konstruktion geprägt. Holzhäuser können sowohl leicht und filigran als auch massiv aussehen. Es gibt noch immer Holzhäuser, die in traditioneller Bauweise direkt auf dem Grundstück errichtet werden, zum Beispiel als Blockbohlen- oder Ständerfachwerkhaus. Doch in der Regel handelt es sich heute um Fertighäuser, deren Bauteile in der Fabrik vorgefertigt wurden.

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Was kostet ein Holzhaus?

Wie beim Massivbau hängen die Preise auch beim Holzhaus davon ab, welche Ausstattung sich die Bauherren wünschen. Sie können zwischen verschiedenen Bauarten wählen: Ein Ausbauhaus wird in Form eines unvollständigen Rohbaus geliefert. Den Innenausbau nimmt der Hausbesitzer selbst vor. Durch die Eigenbeteiligung des Bauherrn sind Ausbauhäuser aus Holz bereits ab 60.000 Euro auf dem Markt erhältlich – und das in unterschiedlichen Varianten und Ausführungen.

Viele Anbieter führen Fertighäuser in Form von Holzhäusern. Preise und Ausführungen hängen von den Vorstellungen des Käufers ab. Im Allgemeinen wird diese Form des Holzhauses mit einem Preis von rund 120.000 Euro veranschlagt. Im Gegensatz zu Ausbauhäusern werden bei Fertighäusern alle notwendigen Einzelteile wie Decken oder Wände im Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengesetzt. Die Einzelteile lassen sich sehr präzise anfertigen. Allerdings dauern die nötigen Vorbereitungen wie die Fertigstellung des Kellers und der Bodenplatten länger.

Eine Villa in Holzbauweise kann 600.000 Euro und mehr kosten. Bei Holzbauten gibt es verschiedene Bauweisen und entsprechend große Preisunterschiede. Ein massives Blockhaus benötigt mehr Holz als ein Haus in Holzrahmenbauweise und kostet deshalb mehr. Zudem sind holzverschalte Außenwände teurer als Putz.

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Welche Vorteile bietet ein Holzhaus?

Der größte Pluspunkt ist die Verwendung eines ökologisch vertretbaren Baustoffes. Viele Bauunternehmen verwenden heimisches Holz, was nicht nur eine Materialbeschaffung in kurzer Zeit ermöglicht. Darüber hinaus kann sich dies auch positiv auf den Preis auswirken: Mit kürzeren Lieferwegen sinken die Baukosten für das Holzhaus. Ein weiterer Vorteil ist die im Vergleich zum Massivhaus geringere Wandstärke. Bewohner eines Holzhauses gewinnen so bis zu zehn Prozent mehr Nutz- und Wohnfläche. Trotz der geringeren Wandstärke bieten Holzhäuser einen mit Massivhäusern vergleichbaren Schall- und Wärmeschutz, sofern sie nach heute gültigen Standards erbaut wurden. Ein weiterer Vorteil von Holzhäusern ist, dass sie – verglichen zu Massivhäusern – schneller gebaut werden können. Hier wird auf die sogenannte Trockenbauweise zurück gegriffen. Baufeuchte durch Witterungsbedingungen kann die zeitliche Planung also nicht einschränken. Dank der Trockenbauweise weisen Holzhäuser außerdem von Beginn an ein angenehmes Raumklima auf.

Welche Nachteile birgt ein Holzhaus unter Umständen?

Zwei der am weitesten verbreiteten Schwachstellen von Holzhäusern sind mangelnde Luftdichtheit und nicht ausreichender Schutz gegen Starkregen. Diese Nachteile sind allerdings nur dann relevant, wenn bei der Planung des Baus oder der Materialverarbeitung Fehler aufgetreten sind. In diesen Fällen kann es durchaus sein, dass das Holzhaus nicht nur überdurchschnittlich empfindlich ist, sondern sich dort Feuchtigkeit ansammelt. Die fachliche Ausführung der Luftdichtung des Holzhauses ist daher besonders wichtig und erfordert eine ausgiebige Beratung durch das Bauunternehmen. Hinzu kommt, dass eine unbehandelte Fassade bei Holzhäusern mit fortschreitender Zeit grau wird. Das Vergrauen lässt sich allerdings verhindern, indem die Fassade alle drei Jahre nachlackiert wird.  

Welche Konstruktionsprinzipien gibt es beim Holzhaus?

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Holzbautechniken entwickelt. Die älteste davon ist das Blockhaus aus massiven Holzbohlen. Eine andere historische Technik ist die Holzskelett- oder Holzständerbauweise, die vor allem vom Fachwerkhaus bekannt ist. Daraus haben sich moderne Holzbautechniken wie der Holzrahmenbau entwickelt: Wie beim traditionellen Holzfachwerk besteht hier die Tragkonstruktion aus einem Holzgerüst, dessen Fächer heute mit modernen Dämmstoffen statt mit Ziegeln oder Lehm ausgefüllt werden. Besonders beliebt ist diese Bauweise in skandinavischen Ländern und in Nordamerika. Vereinzelt sieht man diese Bauweise auch in Mittel- und Nordeuropa. In Nordamerika ist der Holzrahmenbau die vorherrschende Bauweise, insbesondere bei Wohngebäuden, die sich über eine oder zwei Etagen erstrecken. Wer ein Holzhaus bauen möchte, kann also aus verschiedensten Bauweisen auswählen.

Holzhäuser im Blockhaus-Stil

Unter einem Blockhaus versteht man ein massives Holzhaus. Besonders in waldreichen Gebieten Europas wie Skandinavien, aber auch in Kanada ist das Blockhaus ein noch immer weit verbreiteter Baustil. Hausanbieter verwenden die Begriffe Holzhaus und Blockhaus häufig synonym. Fakt ist jedoch, dass Holzhäuser nicht zwingend aus Massivholz gebaut sein müssen. Die Bauweise entscheidet an dieser Stelle.

Holzhäuser, die im Blockhaus-Stil gebaut werden, bestechen durch ihre einfach anmutende, charakteristische Bauweise. Dabei werden die Wände des Hauses durch das Übereinanderstapeln von Baumstämmen gebildet. So entsteht als jeweils tragende Wand ein massiver Block.

Üblicherweise setzen Blockhausbau-Experten stets auf Nadelhölzer. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften obliegt es dem Bauherrn, welches Holz er für sein Holzhaus verbaut haben möchte. Fichtenholz ist beispielsweise der kostengünstigste Rohstoff, während sich Douglasienholz in puncto Beständigkeit gut gegen Pilz- und Insektenbefall zur Wehr setzt. Übertroffen wird die Douglasie hier nur noch vom Holz der Rotzeder. Dieses ist jedoch sehr kostspielig.

Holzhaus als Fertighaus

Die gebräuchlichste Technik ist der Holzrahmenbau. Das Grundprinzip des Wandaufbaus ist eine mit Holzwerkstoffen (zum Beispiel OSB-Platten oder Furniersperrholz) oder Gipsplatten bekleidete Holzständerkonstruktion. Die Zwischenräume werden mit Dämmmaterial ausgefüllt. Wenn die Wand- und Deckentafeln bereits im Werk von beiden Seiten beplankt werden, spricht man auch von Holztafelbau. Im Unterschied zum traditionellen Fachwerk wird die Last des Hauses nicht vom Holzskelett, sondern von der ganzen Wand getragen.

Mit den vorgefertigten Wandelementen ist ein Holzhaus als Fertighaus schnell aufgebaut. Weil die Dämmung direkt in die Wand integriert werden kann, erreichen Holzfertighäuser sehr gute Dämmwerte bis hin zum Passivaushausstandard – und das bei schlankem Wandaufbau. Auch ökologische Dämmstoffe wie Zellulose oder Holzfaser können verwendet werden. Die Fassade eines solchen Hauses lässt sich anschließend ganz nach Wahl gestalten: mit einer Holzschalung, aber auch verputzt oder mit Klinkerriemchen. Das Holzhaus sieht man dem Fertighaus von außen also nicht unbedingt an.

Welche Energieeffizienz muss ein Holzhaus aufweisen?

Wer ein Holzhaus bauen möchte, muss die geltenden Anforderungen der Energieeffizienz berücksichtigen. Die Vorgaben bei Neubauten werden durch die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) bestimmt. Da hier Höchstgrenzen für den jährlichen Primär-Energiebedarf und Anforderungen an die Wärmedämmung formuliert sind, wird das Holzhaus dementsprechend geplant und errichtet. Häufig lassen sich massive Holzhäuser mit einer Vorsatzschale an der Außenwand oder an der Innenwand realisieren, sodass das Haus den geltenden Energieeffizienz-Vorgaben entsprechend gebaut werden kann.

Holzhaus bauen: Worauf Sie achten sollten

Wenn Sie ein Holzhaus bauen, sollten Sie im Vorfeld erst mal gründlich recherchieren. Der Anbietervergleich auf Immobilienscout24.de bietet Ihnen die Möglichkeit, verschiedene Anbieter gegenüberzustellen und sich für den passenden Holzhaus-Spezialisten zu entscheiden.

Ob der Anbieter zu Ihnen passt, werden Sie schon bei der Erstberatung feststellen. Gehen die Experten auf Ihre Wünsche ein? Fühlen Sie sich in Ihrem Bauvorhaben verstanden? Sind die Kosten für den Holzhaus Bau transparent dargestellt? Achten Sie beim Projekt zudem auf folgende Punkte: Durch den guten Wärmeschutz ist ein Holzhaus schnell beheizbar, kann sich im Sommer aber schnell aufheizen. Hier sollte ein ausreichender Sonnenschutz geplant werden. Auch der Brandschutz sollte beim Holzhaus bauen bedacht werden. Fragen Sie Ihren Anbieter nach Lösungen gegen die Luftdichtheit und nach dem vorgesehenen Schutz gegen starke Regengüsse. Eine fachlich angebrachte Luftdichtheitsschicht und eine ausreichende Wärmedämmung sollten stets vorhanden sein.

Holzhaus kaufen – die Alternative zum Neubau

Ein Holzhaus zu bauen hat den Vorteil, dass man es wirklich völlig nach eigenen Vorstellungen umsetzen kann. Allerdings geht damit eine monatelange Planung einher, ganz zu schweigen von der andauernden Bauphase. Einfacher kann man es haben, wen man ein fertiges Holzhaus kaufen kann. Auch hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen, denn es besteht die Möglichkeit das Haus zum Teil nach eigenen Wünschen umzugestalten. In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf den Immobilienmarkt für fertige Holzhäuser zum Kaufen. Hier heißt es oft schnell mit dem Verkäufer in Kontakt treten, denn Holzhäuser zum Kauf sind beliebter denn je.


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