Mieten oder Kaufen?
Mieten oder Kaufen?
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Mietkauf als Alternative zur Immobilienfinanzierung

Die Vor- und Nachteile des Mietkaufmodells

Bauherren mit wenig Eigenkapital wird zuweilen der Mietkauf als Alternative zur Immobilienfinanzierung angeboten. Doch dieser Weg ins Eigenheim kann mit Tücken verbunden sein.

Mietkauf oder Optionskauf?

Mietkauf

Der Mietkauf ist eine Alternative zum klassischen Immobilienkauf.

Grundsätzlich gibt es beim Mietkauf zwei verschiedene Modelle: Zum einen der klassische Mietkauf, bei dem ein Eigentümer den Kauf auf Mietkaufbasis anbietet. Konkret bedeutet das, dass zwischen den beiden Parteien ein Vertrag geschlossen wird, der schon bei der Anmietung den Kauf des Objektes beispielsweise nach zwei, fünf oder zehn Jahren vorsieht. Ein Teil der in diesem Zeitraum gezahlten Mieten wird dann auf den Kaufpreis angerechnet.

Das andere Modell, der Optionskauf, wird vorwiegend von Genossenschaften angeboten. Dort wird bei Vertragsschluss lediglich die Option eingeräumt, die Wohnung oder das Haus käuflich, auch hier abzüglich eines gewissen Anteils der gezahlten Mieten, zu erwerben. Während die erste Variante also zum Kauf verpflichtet, kann bei Variante zwei der Kauf abgelehnt werden.


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Mietkaufmodell funktioniert nur mit Notar

Jedes Geschäft, das auf den Erwerb von Immobilieneigentum abzielt, kann nur vor einem Notar wirksam abgeschlossen werden. Das ist auch beim Mietkauf nicht anders.

Beim klassischen Mietkauf wird ein notarieller Kaufvertrag abschlossen, bei dem der Kaufpreis für das Eigenheim für einen gewissen Zeitraum gestundet wird. Bis zur Fälligkeit des Kaufpreises zahlt der Erwerber regelmäßige Monatsraten, sozusagen die Miete, an den Verkäufer.

Beim Optionskauf wird ein Mietvertrag abgeschlossen, und der Vermieter lässt im Grundbuch ein Optionsrecht zugunsten des Mieters eintragen. Dieses sichert ihm das Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums – meist 25 bis 35 Jahre – das Eigenheim zu einem festen Kaufpreis zu erwerben. Eine Pflicht zur Ausübung des Kaufrechts besteht nicht. Wird der Mietvertrag gekündigt, erlischt im Regelfall die Kaufoption.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Allerdings ist nicht jeder Mietkauf auch ein Schnäppchen. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Die Mieten sind im Vergleich relativ teuer, denn zusätzlich zur „Tilgung“ werden mit den Mietzahlungen ebenfalls Zinsen abgegolten. Hier lohnt sich ein Vergleich mit aktuellen Bankangeboten. Darüber hinaus sollten einige Regeln beachtet werden, um seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Vergleichen Sie den ausgehandelten Preis unbedingt mit Wohnungs- oder Hauspreisen aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Außerdem sollten Sie keine einmalige Sonderzahlung, die bei einem eventuellen Nichtkauf verfällt, zahlen. Falls es doch einmal zu einem finanziellen Engpass kommt: Lassen Sie sich nicht vertraglich auf einen Finanzpartner des Verkäufers festlegen, sondern halten Sie sich die Option offen, auf einen Baufinanzierer Ihrer Wahl zurückgreifen zu können.

Negative Schufa? Dann ist der Mietkauf keine Alternative zur Immobilienfinanzierung

Der klassische Mietkauf mit der sich daraus ergebenden langfristigen finanziellen Verpflichtung ist mitunter kein sinnvoller Weg ins Eigenheim – und zwar für diejenigen, die sich eine klassische Immobilienfinanzierung nicht leisten können oder aufgrund einer schlechten Schufa-Bonitätseinstufung keine Chance auf einen Baukredit haben. Kann nämlich bei Fälligkeit der Kaufpreis nicht finanziert werden, droht eine teure Rückabwicklung des notariellen Vertrags.

Daher sollten Bauherren den Mietkauf nicht als Ersatz für eine möglicherweise schwierige Immobilienfinanzierung betrachten. Vielmehr ist es eine Möglichkeit, vor der endgültigen Bindung an ein Objekt das Haus und sein Umfeld für eine gewisse Zeit als Mieter zu testen. Hierfür kommt als passendes Instrument jedoch nur der Optionskauf infrage.

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