Als Vermieter:in trägst du die Kosten für die Bewirtschaftung und Wartung einer Immobilie. Ein Großteil dieser Kosten – die sogenannten Betriebskosten – kann jedoch auf die Mieter:innen umgelegt werden. Diese Regelung ist in der Betriebskostenverordnung (BetrKV) festgelegt. Neben bekannten Posten wie Heizkosten oder Wassergebühren existiert ein weiterer Punkt: die "sonstigen" umlegbaren Betriebskosten. Doch was zählt genau dazu? Und wie unterscheidet sich dieser Posten von den allgemeinen umlagefähigen Betriebskosten? 


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Das Wichtigste in Kürze
  • Umlagefähige Betriebskosten sind laufende Kosten, die Vermieter vertraglich auf Mieter:innen umlegen können.

  • Sonstige Betriebskosten sind laufende Kosten, die nicht bereits von § 2 Nr. 1 bis 16 BetrKV erfasst werden.  

  • Sonstige Betriebskosten sind in der BetrKV § 2 der Nr. 17 zugeordnet und müssen im Mietvertrag konkret benannt sein, damit sie umgelegt werden können. 

  • Mit VermietenPlus erstellst du deine Betriebskostenabrechnung stressfrei und rechtskonform. 

Welche Betriebskosten sind umlagefähig?

Grundsätzlich ist es laut Betriebskostenverordnung erlaubt, die Betriebskostenarten an die Mieter:innen umzulegen, die dir an der Immobilie laufend entstehen.


Vermieterin sitzt auf Sofa und informiert sich am Smartphone

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Heizkosten oder die Kosten für Warm- und Kaltwasser. Beachte dabei, dass es sich bei der Warmmiete um monatliche Vorauszahlungen handelt, die zum Teil verbrauchsabhängig abgerechnet werden müssen.

Du darfst dem:der Mieter:in nur dann Nebenkosten berechnen, wenn du im Mietvertrag eine entsprechende Regelung getroffen hast. Üblich ist eine monatliche Betriebskostenvorauszahlung. Alternativ kommt auch eine Nebenkostenpauschale infrage.

Alle umlagefähigen Nebenkosten, die in einer entsprechenden Klausel im Vertrag automatisch enthalten sind, findest du in § 2 1-16 der Betriebskostenverordnung. Diese umfassen unter anderem Heizkosten, Wassergebühren und Straßenreinigung. Auch Nebenkosten wie Gartenpflege oder Gebäudereinigung zählen zu diesen umlagefähigen Kosten. Für die Umlage dieser Betriebskosten genügt grundsätzlich ein Verweis auf § 2 BetrKV im Mietvertrag; die einzelnen Kostenarten müssen nicht aufgeführt werden. Sonstige Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 BetrKV müssen dagegen konkret benannt sein. 


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Was sind sonstige umlegbare Betriebskosten?

Unter Nummer 17 des zweiten Paragrafen der Betriebskostenverordnung werden sonstige Betriebskosten aufgeführt. Sie beziehen sich auf laufende, objektbezogene Nebenkosten, die nicht eindeutig den Nummern 1 bis 16 zugeordnet werden können.

Ein detaillierter Überblick zu den Unterschieden zwischen allgemeinen Betriebskosten und umlagefähigen Betriebskosten hilft dir dabei, die gesamten Kosten für dein Haus oder deine Wohnung korrekt zu erfassen und damit Konflikte und Unstimmigkeiten mit den Mieter:innen zu vermeiden.

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Tipp: Checkliste für sonstige Betriebskosten

Welche regelmäßigen Kosten können als sonstige Betriebskosten auftreten? Ganz grundsätzlich zeichnen sich die sonstigen BK dadurch aus, dass sie

  • objektbezogen und wiederkehrend sind.
  • als Betriebs- und Wartungskosten definiert werden.
  • den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung entsprechen.


Treffen diese Kriterien zu, kannst du sie auf deine Mieter:innen umlegen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie im Mietvertrag konkret benannt sind.

Diese Kosten können zum Beispiel zu den sonstigen Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 der BetrKV gehören:

  • Wartung von Feuerlöschern und deren Befüllung
  • Dachrinnenreinigung
  • Dachrinnenbeheizung
  • Reinigung von Lichtschächten
  • Wartung von Rauchmeldern
  • Wartung von Rauchabzugsanlagen
  • Wartung von Brandmeldeanlagen
  • Prüfung der Blitzschutzanlage
  • Prüfung von Elektroinstallationen
  • Regelmäßige Wartung von Abflussrohren und Gullys
  • Prüfung der Betriebssicherheit von technischen Anlagen
  • Betriebskosten für Gemeinschaftseinrichtungen wie Fitnessräume oder Sauna


Bei all diesen Kosten gilt es zu differenzieren: Wird beispielsweise eine einmalige Verstopfung einer Dachrinne oder eines Abflussrohrs beseitigt, fallen derartige Aufwendungen nicht unter die sonstigen Betriebskosten. Schließlich handelt es sich dabei nicht um wiederkehrende, sondern um einmalige Kosten, die von Mieter:innen letztlich nicht gezahlt werden müssen.

Expertenkommentar

„Entscheidend ist nicht, ob Kosten jedes Jahr anfallen. Auch Wartungs- oder Reinigungsmaßnahmen, die nur in größeren Abständen erforderlich sind, können laufende Betriebskosten sein. Anders sieht es aus, wenn beispielsweise eine Verstopfung einer Dachrinne oder eines Abflussrohrs aufgrund eines einmaligen Ereignisses beseitigt werden muss. Solche Kosten können nicht einfach als sonstige Betriebskosten auf die Mieter:innen umgelegt werden.“ 

Nadine Kunert
Expertin für Verkauf & Vermietung
Nadine Kunert

Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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Wie gehe ich als Vermieter mit sonstigen Betriebskosten im Mietvertrag um?

Um dich bei den sonstigen Betriebskosten abzusichern, solltest du die Nebenkosten, die nicht in § 2 Nr. 1-16 genannt werden, konkret und einzeln in den Mietvertrag aufnehmen. Die bloße Bezeichnung „sonstige Betriebskosten“ ist für die Umlegung auf die Mieter:innen nämlich nicht ausreichend. Im Zweifelsfall sind diese dann nicht zur Zahlung verpflichtet.

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Gut zu wissen: Der Mietvertrag sichert die Umlagefähigkeit von BK

Der Mietvertrag ist das zentrale Dokument für die Umlage der Betriebskosten. Für die Betriebskostenarten nach § 2 Nr. 1 bis 16 BetrKV genügt grundsätzlich eine entsprechende Umlagevereinbarung. Sonstige Betriebskosten nach § 2 Nr. 17 BetrKV müssen dagegen konkret benannt werden. 

Sonstige Betriebskosten bei neuen Mietern

Am einfachsten ist das bei neuen Mieter:innen. Hier kannst du den Mietvertrag direkt entsprechend aufsetzen, die sonstigen Betriebskosten konkret benennen und ihre Umlage vereinbaren. Sinnvoll ist außerdem eine Öffnungsklausel für zukünftig neu entstehende Betriebskosten, soweit diese rechtlich umlagefähig sind. 

Sonstige Betriebskosten bei bestehenden Verträgen

Anders sieht es bei bestehenden Mietverträgen aus. Sind in der Vergangenheit bereits sonstige Betriebskosten angefallen, die jedoch nicht vertraglich vereinbart wurden, können Vermieter:innen deren Zahlung grundsätzlich weder nachträglich noch für die Zukunft verlangen. 

Sonstige Betriebskosten, die im Laufe eines bestehenden Mietverhältnisses neu anfallen, können jedoch auf die Mieter:innen umgelegt werden, wenn eine wirksame Öffnungsklausel im Mietvertrag vorhanden ist und die Kosten von der Vereinbarung erfasst werden oder die Mieter einer entsprechenden Vertragsergänzung zustimmen. 

Nutze unseren rechtskonformen Mietvertrag mit wenigen Klicks, um sonstige Betriebskosten von Anfang an korrekt abzudecken: 


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Wie werden sonstige Betriebskosten korrekt abgerechnet?

Damit die jährliche Nebenkostenabrechnung bzw. Betriebskostenabrechnung alle Posten korrekt erfasst, müssen sonstige Betriebskosten wirksam im Mietvertrag vereinbart sein. In der Abrechnung sollten die einzelnen Kostenarten nachvollziehbar ausgewiesen und nach dem vereinbarten bzw. geltenden Verteilerschlüssel auf die Mieter:innen umgelegt werden. 

Achte außerdem darauf, keine Reparatur-, Instandhaltungs- oder Verwaltungskosten als sonstige Betriebskosten abzurechnen. 

Eine gut vorbereitete Betriebskostenabrechnung minimiert das Risiko von Einsprüchen durch die Mieter. 

Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung: In­fos & Mus­ter für Ver­mie­ter und Mie­ter

  1. Mietvertrag prüfen: Sind die sonstigen Betriebskosten konkret benannt und wurde ihre Umlage vereinbart? 
  2. Kosten prüfen: Handelt es sich um laufende Betriebskosten und nicht um Reparatur-, Instandhaltungs- oder Verwaltungskosten? 
  3. Detaillierte Abrechnung: Sind die einzelnen Kostenarten und ihre Umlage nachvollziehbar aufgeschlüsselt? 

Fazit: Transparenz ist entscheidend

Die umlagefähigen Betriebskosten, einschließlich der "sonstigen" Posten, bieten Vermietenden die Möglichkeit, eine faire Kostenverteilung zwischen Eigentümer:innen und der Mietpartei zu gewährleisten. Durch eine präzise Formulierung im Mietvertrag und eine transparente Nebenkostenabrechnung lassen sich potenzielle Konflikte minimieren. Gleichzeitig können Mietende sicher sein, dass sie nur für gerechtfertigte Ausgaben aufkommen müssen.  

Nutze jetzt VermietenPlus und stelle sicher, dass deine Betriebskostenabrechnung nicht nur rechtskonform, sondern auch stressfrei erstellt wird.

FAQ: Häufige Fragen zu sonstigen umlegbaren Betriebskosten

Was sind die umlagefähigen Betriebskosten? 

Umlagefähig sind laufende Kosten, die Eigentümer:innen durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gebäudes, Grundstücks oder der Anlagen entstehen. Welche Betriebskostenarten grundsätzlich infrage kommen, regelt § 2 BetrKV. Ihre Umlage auf Mieter:innen muss im Mietvertrag vereinbart sein.

Welche Betriebskosten dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden? 

Nicht umlagefähig sind insbesondere Verwaltungs-, Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten. Dazu gehören beispielsweise Kosten für Reparaturen oder die Erneuerung defekter Bauteile.

Was versteht man unter sonstigen Betriebskosten? 

Sonstige Betriebskosten sind laufende Betriebskosten, die nicht bereits unter § 2 Nr. 1 bis 16 BetrKV fallen. Dazu können beispielsweise die Wartung von Feuerlöschern, die Dachrinnenreinigung oder die Prüfung der Betriebssicherheit technischer Anlagen gehören. 

Was passiert, wenn sonstige Betriebskosten nicht im Mietvertrag geregelt sind?

Sind sonstige Betriebskosten nicht wirksam im Mietvertrag vereinbart, können Vermieter:innen sie grundsätzlich nicht auf die Mietenden umlegen. Anders als bei den Betriebskostenarten nach § 2 Nr. 1 bis 16 BetrKV müssen sonstige Betriebskosten nach Nr. 17 konkret bezeichnet werden.

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seit 16.10.2023
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Nadine Kunert
Expertin für Verkauf & Vermietung

Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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