Flurstück

Als Flurstück bezeichnet man die kleinste Buchungseinheit für Grundstücke des Katasteramtes. Es ist vor allem bei Fragen nach dem Grenzverlauf zwischen Grundstücken relevant.

Jedes Grundstück besteht aus mindestens einem Flurstück. Bei Flurstücken handelt es sich um amtlich vermessene und geometrisch festgelegte Teile der Erdoberfläche, die eindeutig begrenzt und genau bezeichnet sind. Ein Flurstück beschreibt in Deutschland die kleinste Buchungseinheit des Liegenschaftskatasters, welches neben dem Grundbuch eine öffentliche Einrichtung ist, um das Eigentum an Grund und Boden nachzuweisen.

Die Grundlage des Katasters sind Vermessungen, aus denen sich nachweisen lässt, wie die tatsächlichen Verhältnisse eines Flurstücks bezogen auf Lage, Größe und Nutzungsart sind. Werden Flurstücke hinsichtlich ihrer Nutzung noch weiter unterteilt, kann dies im Kataster vermerkt sein, es ergeben sich jedoch keine neuen Buchungseinheiten.

Jedes Flurstück erhält eine Flurstücksnummer, die im Rahmen des jeweiligen Nummerierungsbezirks vergeben und dokumentiert wird. Eine Flurstücksnummer kann entweder eine einzelne Zahl, eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben oder eine Kombination von zwei Zahlen sein.



Grundbuch und Liegenschaftskataster ergänzen sich

Unabhängig davon, ob ein Grundstück nur aus einem oder mehreren Flurstücken besteht, entsprechen die Grundstücksgrenzen immer auch den Grenzen von Flurstücken, was für die Eigentumsansprüche relevant ist. Grundbuch und Liegenschaftskataster ergänzen sich, indem die Eigentumsverhältnisse der im Kataster ausgewiesenen Flurstücke im Grundbuch näher bezeichnet sind. Bei Unklarheiten bezüglich Grenzführungen und Grundstücksgrenzen kann das Kataster genaue Auskünfte geben, da alle Flurstücke mit den dazugehörigen Daten in Flurkarten verzeichnet sind.

Grenzmarkierungen

Besteht ein Grundstück aus mehreren Flurstücken, gibt es die Möglichkeit, einzelne Flurstücke aus dem Gesamtgrundstück abzutrennen und separat zu veräußern. Diese als Zuflurstück bezeichneten Teilstücke erhalten nur dann einen eigenständigen Eintrag im Grundbuch, wenn sie einem anderen Flurstück zugeordnet werden. Mehrere Flurstücke können auch dann ein Grundstück bilden, wenn sie räumlich getrennt voneinander liegen.

Häufig finden sich Markierungen, die die Grenzpunkte von Flurstücken bezeichnen. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich am Rand oft sogenannte Lesesteinhaufen. Diese bestehen aus großen Steinen, die von Hand vom Feld aufgelesen und am Rand des Feldes abgelegt werden, häufig über Generationen hinweg.

Um Platz zu sparen, werden die Steine gestapelt oder zu Haufen aufgetürmt, die stetig wachsen. Dies geschieht am Feldrand und markiert zugleich die Grenze zu benachbarten Feldern. Diese so markierten Grenzen entsprechen häufig auch den Grenzen der Flurstücke.