Ist von einem Hausverkauf an die Bank die Rede, können in der Regel zwei Verfahren damit gemeint sein: Eine Verrentung der Immobilie im Rahmen einer Umkehrhypothek oder die Abtretung des Hauses bei Zahlungsunfähigkeit. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich diese Methoden unterscheiden und wie ein solcher „Hausverkauf an die Bank“ abläuft.


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Kauft eine Bank mein Haus?

Ganz klar: Nein.

Banken kaufen im klassischen Sinne keine Immobilien. Dieser Eindruck entsteht zum Beispiel dadurch, dass Eigentümer, die in Zahlungsnot geraten sind, davon sprechen, „das Haus an die Bank verloren“ zu haben. Auch eine Immobilienrente, insbesondere die Umkehrhypothek, kann mit einem Verkauf an die Bank gemeint sein.

Hausverkauf an die Bank – mit der Immobilie die Rente aufstocken

Eine Form der Immobilienrente ist die sogenannte Umkehrhypothek. Bei diesem Verfahren handelt es sich eigentlich nicht um einen Verkauf an die Bank, der Vergleich ist jedoch nicht völlig verkehrt. Das Modell ist in den USA bereits sehr verbreitet, in Deutschland bieten bisher nur wenige Institute diese Verrentung an. Im Rahmen einer Umkehrhypothek wird das Haus beliehen und ein Kredit – ohne Tilgung und Zinsen – an die Eigentümer ausgezahlt.

Erst wenn die Eigentümer versterben, wird das Darlehen plus Zinsen fällig. Das Geld erhält die Bank dann aus dem Verkaufserlös der Immobilie.

Die Voraussetzungen für die Vergabe einer Umkehrhypothek sind streng:

  • Eigentümer müssen zwischen 65 und 80 Jahre alt sein

  • Das Haus muss mindestens 250.000 Euro wert sein

  • Die Immobilie muss schuldenfrei sein

  • Es werden nur gut erhaltene Immobilien akzeptiert

Da diese Form der Verrentung mit gewissen Risiken verbunden ist, setzen Banken hohe Sicherheitsabschläge an, die den Auszahlungsbetrag schmälern. Die Immobilie ist nach dem Tode der Eigentümer belastet. Eine Umkehrhypothek lohnt sich deshalb eher für kinderlose Eigentümer im Rentenalter, da potentielle Erben das Haus erst wieder „freikaufen“ müssten.

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Wenn die Baufinanzierung scheitert: Haus an die Bank verkaufen?

Wenn der Traum vom Haus platzt und die Raten für den Immobilienkredit nicht mehr bedient werden können, droht in letzter Instanz die Zwangsversteigerung durch die Bank. Auch hierbei handelt es sich im engeren Sinne nicht um einen Hausverkauf an die Bank.

Zur Absicherung eines Kredits lässt sich die Bank in der Regel eine Grundschuld in das Grundbuch eintragen. Damit behält sie sich das Recht vor, im Falle eines Zahlungsausfalls den Erlös aus einem Verkauf oder der Zwangsversteigerung einer Immobilie zu erhalten. Ohne diese Grundschuld wird höchstwahrscheinlich keine Bank zur Vergabe eines Kredits bereit sein.

Hinweis

Kann mit der Bank keine Einigung getroffen werden, wird sie nicht zögern, eine Zwangsversteigerung einzuleiten. Dies sollten Sie auf jeden Fall verhindern! Eine Versteigerung erzielt in den meisten Fällen einen deutlich niedrigeren Preis und Sie erhalten einen Eintrag bei der Schufa. Es empfiehlt sich bei Zahlungsschwierigkeiten immer, das Gespräch mit der Bank zu suchen. Dies sollte frühzeitig geschehen, da Banken in der Regel dann noch zu einem Entgegenkommen bereit sind.


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