Alternative Wohnformen: Wohnen im Wandel

Wohnen mal anders

Studenten leben in Seniorenheimen, alte Menschen in WG's, andere verzichten aufs Auto vor der Tür: Wohnen ist im Wandel begriffen. Wir stellen Projekte vor, die auf bestimmten Philosophie beruhen - und oft auch helfen, Miete zu sparen.

Wohnen für Mithilfe


Rasen mähen und dafür die Miete sparen.

Fenster putzen, Rasen mähen, Einkaufstüten tragen - und dafür die Miete sparen: In zahlreichen Städten gibt es mittlerweile Projekte, um alte und junge Menschen unter ein Dach zu bringen. „Wohnen für Mithilfe“ nennt sich die alternative Lebensform. Sie eignet sich vor allem für Menschen, die alleine in einer großen Wohnung mit ungenutzten Zimmern leben. Aber auch diejenigen, die in ihrem Haus eine Einliegerwohnung haben und diese samt Grundstück nicht mehr bewirtschaften können, können von diesem Modell profitieren. Bei dem Projekt müssen die Studenten in der Regel pro Quadratmeter Wohnraum eine Stunde Arbeit im Monat leisten. Wer also Einkäufe erledigt, seinen älteren Vermieter wöchentlich zum Arzt fährt oder im Garten hilft, spart sich einen der Teil der Miete oder wohnt komplett umsonst. Nur die Nebenkosten - Wasser und Strom - müssen bezahlt werden.

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Studenten im Seniorenheim

Ähnlich wie „Wohnen für Mithilfe“ funktioniert dieses Modell, das zum Beispiel in Freiburg praktiziert wird. Dort leben Studenten in einem Seniorenheim. Der günstige Mietpreis - 200 Euro plus Nebenkosten für ein Ein-Zimmer-Appartement - ist mit einem ehrenamtlichen Engagement verknüpft: Etwa fünf Stunden pro Woche sind die Studierenden für die Senioren da, zeigen der Generation 80-plus, wie Facebook funktioniert, helfen im Haushalt oder organisieren Arzttermine. Mit Erfolg übrigens: Als bekannt wurde, dass die ersten 3 Studierenden in das Seniorenheim ziehen, nahmen auch die Wohnanfragen von Senioren zu.

Autofreies Wohnen

Eine Frau fährt Fahrrad

In einem autofreien Wohngebiet gibt es extra viel Platz für Radfahrer.

Die Grundidee des autofreien Wohnens ist denkbar einfach. Man fasst Menschen in einem Gebiet zusammen, die dauerhaft ohne (eigenes) Auto leben wollen. Wie zum Beispiel in Hamburg. Dort haben vor 12 Jahren die Bewohner und Mitglieder der „Wohnwarft Genossenschaft für autofreies Wohnen eG“ in Winterhude ihren Traum wahrgemacht: Das gemeinsame Leben in einem familien-, behinderten- und umweltfreundlichen Umfeld. Da nur eine sehr geringe Anzahl von Stellplätzen gebaut werden musste, haben die Bewohner viel Geld und Platz gespart. Statt einer Tiefgarage findet man dort großzügige Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrräder und Anhänger, einen gemeinschaftlichen Garten mit Spielgeräten, zahlreiche Gemeinschaftsräume, zu denen z. B. Ein Tischtennisraum, Kinderkeller, Holzwerkstatt, Fahrradreparaturplatz und ein Bootskeller gehören.

Die Beginenhöfe

Zwei ältere Frauen lächeln

Die Beginenhöfe erleben eine Renaissance.

In Bielefeld wurde die alte Idee der Beginenhöfe wieder belebt, in denen Frauen in Gemeinschaft alt werden. Dort leben dreißig Frauen zwischen 40 und 80 Jahren in eigenen Wohnungen, aber unter einem Dach. Viele Beginen sind sozial eingestellt. Denn karitatives Engagement hat Tradition bei ihnen. Die Geschichte dieser Frauen ist kaum bekannt. Bereits im 12. Jahrhundert schlossen sich Ledige und Witwen zusammen, um in ordensähnlichen Hausgemeinschaften zu leben. Heute geht es den meisten Bewohnerinnen mehr um Nachbarschaftshilfe als um Religion. Ältere Frauen wollen gemeinsam Konzerte besuchen. Berufstätige Mütter hoffen auf Leih-Omas, die ihre Kinder betreuen. Die Beginen-Gemeinschaften erleben eine Renaissance: Seit 2002 sind verschiedene Wohnprojekte entstanden, neben Bielefeld z. B. in Unna, Essen, Dortmund und Berlin.

Kunst im verwaisten Büro

Eine Künstlerin beim Malen

Leerstehende Gewerbeflächen bieten Platz für Kreativität.

Viele Städte in Nordrhein-Westfalen leiden unter einem hohen Leerstand von Gewerbeflächen. Doch jetzt geht man gezielt auf Mietersuche in der Künstler- und Kreativbranche. Die Idee: Leerstehende Laden, Büro- oder Industrieflächen werden über einen vorher fest vereinbarten Zeitraum als Experimentier-, Atelier- oder Geschäftsräume abgegeben - entweder zum Nulltarif oder zu einem günstigen Quadratmeterpreis. Davon profitieren beide Seiten: Die Kreativen, weil sie weniger Miete zahlen. Und die Eigentümer, weil sie Geld erhalten und ihr Gebäude nicht an Attraktivität verliert. In Wuppertal, Mönchengladbauch und in Essen beispielsweise werden solche Modelle getestet. In Essen hat eine Künstlergruppe über mehrere Monate sogar eine entweihte Kirche genutzt. Dafür zahlte die Gruppe die Nebenkosten und übernahm - das war Bedingung - das Schneeschippen.

Die Senioren-WG

Sie fürchten das Altersheim. Allein im vertrauten Zuhause wollen sie ebenso wenig bleiben. Deshalb wagen auch alte Menschen das Experiment einer Wohn- oder Hausgemeinschaft. Die Senioren-WG hat ist in der Regel komfortabler als eine Studenten-WG. So hat jeder Bewohner beispielsweise ein eigenes Bad. Die Räume sind meist behindertengerecht ausgestattet. Einkaufen? Wäschewaschen? Das erledigen die Bewohner selbst. Dem Schwächsten in der Gemeinschaft wird dabei von den anderen geholfen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto vieler Senioren-WG’s. Damit die Senioren unabhängig sein können, gibt es gewisse Hilfen: Ein ambulanter Pflegedienst etwa sieht nach dem Rechten, übernimmt die medizinische Versorgung und hilft überall. Das ist auch gut so, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass nur mit dem richtigen Mix zwischen Selbstständigkeit und Unterstützung eine echte Alters-WG funktioniert.

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