Markteinschätzung oder Wertgutachten?

Die Alternativen für die Bewertung einer Immobilie

Brauche ich einen Gutachter, um den Wert meines Hauses oder meiner Wohnung einzuschätzen? Oder ist für meine Zwecke eine Markteinschätzung mithilfe einer Online-Immobilienbewertung absolut ausreichend? Lesen Sie hier, was jeweils für eine der beiden Alternativen spricht.

Gutachten oder Markteinschätzung – was brauchen Sie? Das sind die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Immobilienbewertung und einem Gutachten:

1. Die Begutachtung der Immobilie


Bei rechtlichen Angelegenheiten sollten Sie einem Gutachter die Bewertung überlassen.

Bei einer Immobilienbewertung von ImmobilienScout24 ermitteln Sie selbst alle Daten und geben sie ein. Grundlage der Markteinschätzung ist also in aller Regel die Begutachtung durch einen Laien. Bei einem Gutachten ist es ein Sachverständiger, häufig ein Ingenieur oder Architekt, der alle Unterlagen prüft und vor Ort die Begutachtung vornimmt. Dessen fachliche Expertise hat naturgemäß mehr Gewicht. Er kann mit sicherem Blick etwaige Mängel erkennen und deren Bedeutung wie auch die Vorzüge der Immobilie besser bewerten.



2. Der Aufwand

Für eine Immobilienbewertung: Hierfür brauchen Sie die relevanten Informationen über das Objekt. Die hat ein Eigentümer in aller Regel schnell verfügbar und kann viele Details auch erinnern, um sie dann in die Eingabemaske einzutragen. Das dauert maximal 30 bis 45 Minuten.

Für ein Gutachten: Damit ein Sachverständiger, der für seine Bewertung haftet, ein Gutachten erstellen kann, braucht er eine Vielzahl von Unterlagen. Welche das sind, lesen Sie hier. Die Unterlagen muss zumeist der Auftraggeber beschaffen, zum Teil von Ämtern. Hinzu kommt ein Termin mit dem Gutachter vor Ort, für den zwei bis drei Stunden einzuplanen sind.

3. Die Dauer der Erstellung

Eine Immobilienbewertung von ImmobilienScout24 erhalten Sie schon wenige Minuten nachdem Sie die Daten abgeschickt haben. Ein Gutachten kann von der Auftragsvergabe an den Gutachter bis zum Vorliegen des Dokuments mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

4. Die Kosten

Eine Immobilienbewertung von ImmobilienScout24 kostet 59,90 Euro. Darin sind zwei nachträgliche Änderungen eingeschlossen. Ein Kurzgutachten eines Gutachters, das keine rechtliche Qualität hat, kostet ab ca. 500 Euro. Ein vollständiges Wertgutachten, das auch vor Gericht Bestand hat, wird nach Gebührenordnung abgerechnet. Es kann zum Beispiel für ein Objekt mit einem Wert von 200.000 Euro bis zu 1.200 Euro kosten.

Wann sollten Sie die Markteinschätzung wählen?

Eine Markteinschätzung, wie sie die Immobilienbewertung von ImmobilienScout24 darstellt, ist die richtige Wahl, wenn ...

  • der Marktwert eines Objekts für eine Überprüfung der Versicherungssumme gebraucht wird
  • wenn Sie als Eigentümer den Wert Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung für die Planung Ihrer Altersvorsorge einschätzen wollen
  • wenn die Bank eine aktuelle Vermögensaufstellung von Ihnen fordert
  • wenn Sie eine realistische Kaufpreisforderung für Ihre Immobilie entwickeln möchten
  • eine Wertsteigerung durch An- oder Umbauten dokumentiert werden soll
  • wenn Sie als Interessent, der ein Gutachten nur mit Einverständnis des Eigentümers in Auftrag geben könnte, dessen Kaufpreisforderung überprüfen möchten
  • wenn Sie als Interessent mit Ihrer Bank die Konditionen für eine Hypothekenfinanzierung besprechen möchten

Wann brauchen Sie ein Gutachten?

Vor allem in Situationen, wo der Immobilienwert rechtliche Relevanz hat, der Wert womöglich sogar Gegenstand eines Rechtsstreits oder Gerichtsverfahrens ist, wird ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen gebraucht. Das sind folgende Fälle:

  • Erbfall: Hinterlässt der Eigentümer die Immobilie nach seinem Tod mehreren Erben, sollte ein Gutachten erstellt werden. Die Erfahrung zeigt, dass in Erbengemeinschaften immer wieder Streit über den Wert eines Objekts entsteht. Häufig wird der Wert deutlich überschätzt. Das kann ein Gutachten vermeiden helfen.
  • Berechnung von Erbschafts- und Schenkungssteuer: Das Finanzamt berechnet diese Steuern aus eigener Einschätzung. Soll eine eventuell zu hohe Bewertung korrigiert werden, gelingt das nur mithilfe eines Gutachtens.
  • Scheidung: Ist eine Immobilie Teil der ehelichen Zugewinngemeinschaft, wird für eine Aufteilung des Vermögens der präzise Wert gebraucht.