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Grundschuld löschen

Ist das Immobilienkredit endlich abbezahlt, entscheiden sich viele Eigentümer für die Löschung der Grundschuld im Grundbuch. Wann eine Löschung sinnvoll ist und ob sie immer notwendig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.


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Wann wird eine Grundschuld gelöscht?


Möglicherweise ist das zum Verkauf stehende Haus oder Grundstück noch mit einer Grundschuld belastet. Meist wird sie gelöscht und der Käufer lässt gegebenenfalls ein neues Grundpfandrecht eintragen.

Wenn eine Immobilie den Besitzer wechselt, ist im Grundbuch oft noch eine vom Verkäufer bestellte Grundschuld eingetragen. Sie diente als Sicherheit für die Bank, als er selbst das Haus mit Hilfe eines Darlehens gebaut oder gekauft hat. Eine Grundschuld wird nicht automatisch gelöscht, wenn das Darlehen abbezahlt ist, denn für die Löschung werden Gebühren fällig.

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Wie wird die Grundschuld gelöscht?


Im Verlauf des Kaufprozesses und der Eigentumsübernahme wird die alte Grundschuld in vier Schritten gelöscht:

  1. Der Notar beantragt bei der Bank eine Löschungsbewilligung.
  2. Die Löschungsbewilligung wird beim Grundbuchamt eingereicht.
  3. Das Grundbuchamt prüft den Löschungsantrag.
  4. Der Löschungsvermerk wird im Grundbuch eingetragen.

Für die Ausstellung der Löschungsbewilligung darf die Bank Ihnen keine Gebühren in Rechnung stellen. Nur externe Kosten, wie beispielsweise die Beglaubigung durch einen Notar oder Portokosten, dürfen auf Sie umgelegt werden. Sparkassen dürfen Löschungsbewilligungen übrigens selbst beglaubigen, sofern sie siegelführend sind.

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Was kostet die Löschung der Grundschuld?


Die Bank darf zwar keine Gebühren für die Löschungsbewilligung verlangen, dennoch fallen Kosten für den Notar und das Grundbuchamt an. Die Notarkosten sind nach §34 Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt und dürfen bis zu 0,2 % der Grundschuld betragen. Das Grundbuchamt verlangt zusätzlich den gleichen Betrag für die Löschung.

Beispiel einer Grundschuldlöschung


Die Grundschuld beträgt 150.000 Euro. Der Notar und das Grundbuchamt veranschlagen jeweils 300 Euro Gebühren. Die Kosten für die Löschung der Grundschuld betragen also in diesem Fall 600 Euro.

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Grundschuld löschen oder nicht?


Es ist auch möglich, dass die Grundschuld nicht gelöscht, sondern vom Käufer zur Sicherung seines Kredits übernommen wird. Er muss dann keine neue Grundschuld bestellen. Das erspart dem Verkäufer die Kosten für die Löschung. Für den Käufer lohnt sich das Modell vor allem dann, wenn er seinen Kauf bei derselben Bank wie der Verkäufer finanziert. In diesem Fall spart er ebenfalls Kosten. Bei einer anderen Bank zahlt der Käufer eine Gebühr für die Grundschuldabtretung. Experten raten jedoch, eine Grundschuld nicht ohne vorherige fachkundige Beratung zu übernehmen.

Im nächsten Schritt wird sich das Finanzamt beim Käufer melden, um die Grunderwerbssteuer einzufordern.

Die Grundschuld löschen zu lassen kann sinnvoll sein, wenn es mehrere Eigentümer für ein Objekt gibt. Beinhaltet die Bestellungsurkunde der Grundschuld eine Klausel, die besagt, dass jeder Eigentümer mit seinem Vermögen haftet, ist ein „bereinigtes“ Grundbuch die sicherere Variante. Im Falle der Verschuldung eines Einzelnen sind die anderen Eigentümer so vor der Haftung geschützt.

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