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Eine Anschlussfinanzierung im Alter abschließen

 

Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Immobilienpreise ist es keine Seltenheit mehr, dass die Finanzierung des Eigenheims beim Eintritt in das Rentenalter noch nicht abgeschlossen ist.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie trotz höherem Alter ein attraktives Anschlussdarlehen gewährt bekommen und worauf Sie bei der Finanzierung besonders achten sollten.

 

Gleich zum Wunschthema:

 


Anschlussfinanzierung berechnen

 

Welche Hürden gibt es bei der Anschlussfinanzierung für Rentner?

 

Anschlussfinanzierung im Rentenalter abschließen.

Die Kreditvergabe an Rentner stellt für Banken ein theoretisch höheres Risiko dar. Zwei Argumente sind dabei ausschlaggebend:

  • Laufzeit vs. Lebenserwartung : Banken verdienen an Krediten nur, wenn diese auch inklusive Zinsen zurückgezahlt werden. Muss die Bank aufgrund Ihres hohen Alters damit rechnen, dass Sie die komplette Rückzahlung nicht mehr zu Lebzeiten bewerkstelligen können, kann das bei Problemen bei der Genehmigung der Anschlussfinanzierung führen.

  • Geringeres Einkommen : Die Höhe der Rente ist im Normalfall um einiges niedriger als das bisherige Arbeitseinkommen. Dadurch sind entsprechend nur niedrigere Raten möglich, die wiederum die Zeit bis zur kompletten Tilgung des Anschlussdarlehens verlängern – und damit die Bank wieder vor die Frage stellen, ob eine Rückzahlung zu Lebzeiten realistisch ist.

 

 

Wie kann ich meine Chance auf eine Anschlussfinanzierung im Alter steigern?

 

Wer dennoch im Alter eine Anschlussfinanzierung in Anspruch nehmen muss, hat drei Möglichkeiten, um seine Chancen auf ein ansprechendes Angebot zu verbessern.

1. Wert der Immobilie und Höhe des Anschlussdarlehens:

Das Risiko der Bank sinkt mit der Höhe zu vergebenden Kredits. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist es natürlich wahrscheinlicher, dass Sie eine geringere Summe zurückzahlen. Zweitens kann bei einem geringeren Darlehen die Immobilie effektiver als Sicherheit dienen.

Ein guter Maßstab ist, wenn ein Anschlussdarlehen maximal 50 Prozent des Beleihungswerts beträgt. Dann kann sich die Bank darauf verlassen, dass sie im Falle einer Zahlungsunfähigkeit selbst bei einer im Vergleich zum allgemeinen Immobilienmarkt weniger rentablen Zwangsversteigerung noch einen Erlös erzielt.

2. Sicherheiten:

Zusätzliche Sicherheiten helfen ebenfalls dabei, die Bank von der Genehmigung einer Anschlussfinanzierung zu überzeugen oder bessere Konditionen zu verhandeln.

Zu diesen Sicherheiten gehören beispielsweise:

  • weitere Immobilien,
  • eine Risikolebensversicherung oder
  • Restschuldversicherungen.

Achtung:

Besonders Restschuldversicherungen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Gerade im Alter sind die Beiträge enorm hoch und oftmals greift die Versicherungen nur in Ausnahmefällen. Eine Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsfachmann ist hier ratsam.

3. Bürgen:

Unbezahlte Kredite müssen im Todesfall von den Erben oder von der entsprechenden Risikolebensversicherung übernommen werden.

Den Banken reicht das als Sicherheit jedoch oftmals nicht aus. Schließlich besteht keine Garantie, dass die Erben auch tatsächlich zahlen (können).

Anders sieht es aus, wenn Sie bereits zu Lebzeiten Ihre späteren Erben in die Finanzierung miteinbeziehen: Steigen eine oder mehrere Personen als Bürgen mit in den Kreditvertrag ein, ist die Bank bei jeder Form von Zahlungsunfähigkeit abgesichert – sie kann das Geld dann einfach vom Bürgen verlangen.

Bevor Sie diesen Schritt in Erwägung ziehen, sollten Sie sich allerdings sicher sein, dass der gewählte Bürge auch tatsächlich für den Kredit aufkommen kann und möchte.

 

 

Wie lassen sich Probleme bei der Anschlussfinanzierung für Senioren vermeiden?

 

Um Herausforderungen, die mit einer Anschlussfinanzierung im Alter verbunden sind, zu entgehen, sollte Sie sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen und bereits vor der Erstfinanzierung verschiedene Optionen in Betracht ziehen.

1. Volltilgerdarlehen

Eine Möglichkeit, den Bedarf an einem Anschlussdarlehen gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist ein sogenanntes Volltilgerdarlehen. Banken sind oftmals gerne bereit, gerade bei Gutverdienern diese Art des Kredits zu gewährleisten. Die Tilgung ist hier so angelegt, dass das komplette Immobiliendarlehen pünktlich zum Eintritt des Rentenalters abbezahlt ist. So können auch Hauskäufer mit 45 oder 50 Eigentum erwerben, ohne dafür in der Rente weiter zahlen zu müssen. Der Nachteil liegt allerdings auf der Hand: Um das Darlehen so schnell abzahlen zu können, sind extrem hohe Raten nötig.

Folgendes Beispiel verdeutlicht den finanziellen Aufwand:

Ein 50-Jähriger nimmt für den Hauskauf einen Kredit in Höhe von 200.000 Euro auf und kann einen Sollzins von 2% p.a. vereinbaren.

Damit das Darlehen bis zum Renteneintritt mit 65 Jahren komplett getilgt ist und auf eine Anschlussfinanzierung verzichtet werden kann, muss eine monatliche Rate von fast 1.290 Euro gezahlt werden.

Wer über ein ausreichend hohe Einkommen verfügt, für den ist ein solches Volltilgerdarlehen jedoch eine attraktive Alternative, um sich die Probleme bei der Anschlussfinanzierung zu ersparen.

2. Sondertilgungen

Auch Sondertilgungen in größerem Rahmen können dabei helfen, dass Immobiliendarlehen vor Ablauf der Laufzeit komplett oder zumindest zu einem größeren Teil abzubezahlen. So wird im Idealfall kein oder nur ein geringes Anschlussdarlehen benötigt.

Achten Sie deshalb beim Unterschreiben des Kreditvertrags darauf, ob und in welcher Höhe Sondertilgungen möglich sind und welche zusätzlichen Kosten gegebenenfalls dafür anfallen.


Tipp:

Achten Sie deshalb beim Unterschreiben des Kreditvertrags darauf, ob und in welcher Höhe Sondertilgungen möglich sind und welche zusätzlichen Kosten gegebenenfalls dafür anfallen.

 

 

Mit einem Forward-Darlehen die Anschlussfinanzierung im Alter sichern

 

Ein weiterer Weg, um die Anschlussfinanzierung als Rentner zu vereinfachen, ist die Inanspruchnahme eines Forward-Darlehens, das Sie bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung Ihres laufenden Immobilienkredits abschließen können.

Endet die Sollzinsbindung Ihres Darlehens beispielsweise mit Ihrem 67. Geburtstag und gehen Sie mit 65 in Rente, so können Sie sich bereits mit 62 um ein Forward-Darlehen kümmern und sich gute Konditionen sichern. Zwar werden Sie auch hier nicht das allerbeste Angebot im Marktvergleich erhalten, die Chancen stehen jedoch besser als bei einem Kreditantrag als tatsächlicher Rentner.

Doch Vorsicht: Die Banken prüfen vor der Auszahlung des Forward-Darlehens oftmals die Bonität des Kreditnehmers erneut – ist Ihre Rente dann zu niedrig im Vergleich zu den vereinbarten Raten, kann die Bank den Kredit einbehalten. Seien Sie deshalb bereits im Gespräch mit dem Berater ehrlich und vereinbaren Sie Konditionen, die Sie auch als Rentner ohne Probleme einhalten können.

 


 

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