Juli 2014

Immobilienblase in Deutschland?

03. Juli 2014 - Zinskommentar von Prof. Dr. Steffen Sebastian

Die Existenz einer Immobilienblase ist wieder in der Diskussion

Seit einigen Jahren warnen einige wenige Experten und Marktteilnehmer vor der Gefahr einer Immobilienblase durch die lange und künstlich herbeigeführte Niedrigzinsphase. Vielfältig waren die Argumente, mit denen andere die Gefahren negieren wollten. Nun aber haben in den letzten Wochen neben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) auch erstmals der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor einer entstehenden Blase auf den deutschen Immobilienmärkten gewarnt. Aktuell sei aber noch keine Blase vorhanden. So spricht beispielsweise die Bundesbank nur von „lokalen Preisüberhöhungen“.

Zinsentwicklung

Die Zinsen für Kredite bei fünfjähriger, zehn- und fünfzehnjähriger Zinsbindung sind in den letzten zwei Wochen nochmals gesunken und befinden sich für alle Laufzeiten auf dem niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Für Immobilienfinanzierungen mit fünfjähriger Bindungsdauer wurden gegen Monatsende durchschnittlich 1,57 Prozent angeboten. Bei Laufzeiten von zehn bzw. fünfzehn Jahren betrugen die Angebotszinsen 2,24 und 2,74 Prozent.

Ausblick

In den letzten Wochen wird von verschiedenen Akteuren erstmals die Gefahr bzw. die  Existenz einer Immobilienblase diskutiert. Für spekulative Immobilienkäufer ist eine drohende Blase allerdings ein Kaufsignal. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die Nachfrage nach Immobilien und Immobilienfinanzierungen nachlässt. Bei entsprechend höherer Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sind auch wieder leicht höhere Zinsen möglich.