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Effektivzins & effektiver Jahreszins

Wird ein Darlehen in Anspruch genommen, gibt der effektive Jahreszins (auch: Effektivzins) die tatsächliche Höhe aller Kosten an. Er ist daher eine wichtige Kennziffer um verschiedene Kreditangebote zu vergleichen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich der Effektivzins berechnet und was Sie beim Angebotsvergleich beachten sollten.


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Was ist der Effektivzins?


Als Effektivzins bezeichnet man häufig den effektiven Jahreszins beziehungsweise den effektiven Jahreszinssatz. Der Effektivzins steht damit für die jährlichen Gesamtkosten eines Darlehens und wird dementsprechend in Prozent angegeben. Anders verhält es sich bei Krediten, deren Zinssatz sowie andere preisbestimmende Aspekte sich im Laufe der Kreditauszahlung ändern können. Sie werden als anfänglicher effektiver Jahreszinssatz bezeichnet.

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Welche Faktoren bestimmen den Effektivzins?


Finanzierende Institute sind nach §§ 6, 6a Preisangabenverordnung (PAngV) verpflichtet den effektiven Jahreszins und dessen Berechnungsmethode, inklusive der darin enthaltenen Kostenbestandteile, anzugeben. Dies soll dem Verbraucher ermöglichen zur Entscheidungsfindung verschiedene Kredite miteinander vergleichen können.

Der Effektivzins wird von verschiedenen Faktoren maßgeblich bestimmt:

  • Sollzins (auch: Nominalzinssatz)
  • Disagio oder Auszahlungskurs
  • Agio oder Ausgabeaufschlag
  • Kreditvermittlungskosten
  • etwaige Prämien für Restschuldversicherungen
  • Tilgung
  • Dauer der Zinsfestschreibung
  • Bei Bauspardarlehen wird noch zusätzlich die anteilige Abschlussgebühr für den Darlehensanteil und eine eventuell anfallende Darlehensgebühr mitberücksichtigt.


Hinweis von ImmobilienScout24:

Kreditbearbeitungsgebühren sind rechtlich nicht zulässig! Hat Ihre Bank Gebühren für die Bearbeitung einbehalten, können Sie diese bis zu drei Jahre nach der Zahlung zurückfordern.

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Wie wird der Effektivzins berechnet?


Die gängigste und einfachste Methode zur Berechnung der Effektivverzinsung ist die sogenannte Uniformmethode.

Die Formel dieser Methode lautet:

 


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Wo liegt der Unterschied zum Sollzins?


Der Effektivzins macht Angebote verschiedener Kreditinstitute vergleichbar, der Sollzins wird zu Berechnung der monatlichen Darlehensraten verwendet. Der Sollzins beinhaltet keine Informationen darüber, mit welchen Gesamtkosten letztlich gerechnet werden muss.

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Wofür ist der Effektivzins so wichtig?


Der Effektivzins stellt ein wichtiges Hilfsmittel zum Kreditvergleich dar. Erst durch die Ermittlung aller tatsächlich anfallenden Kosten können Kreditangebote verschiedener Banken effektiv verglichen werden. Zwar liegt der Effektivzins dadurch oft wesentlich über dem Sollzins, jedoch zeigt er Bankkunden schwarz auf weiß, mit welchen Kosten Sie in etwa zu rechnen haben. Da also nur der Effektivzins Aussage über die Kreditkosten treffen kann, ist er für die Ermittlung des besten Kreditangebotes unerlässlich. 

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Vorsicht: Zusätzliche Kosten


Zwar trifft der Effektivzins eine wesentlich genauere Aussage über die tatsächliche Kostenhöhe eines Kredites, jedoch kann er nicht alle Kosten miteinbeziehen. Extrakosten wie Kontoführungsgebühren oder Gebühren für Sondertilgungen werden nicht beachtet. Auch die Kosten für eine möglicherweise nötige Kreditversicherung können bei der Berechnung des Effektivzinses nicht einkalkuliert werden und sollten deswegen vor dem Abschluss eines Kreditvertrages eingehend geprüft werden.

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Was ist beim Vergleich verschiedener Angebote zu beachten?


Um den Effektivzins bei Inanspruchnahme des Kredits genau berechnen zu können, benötigt der Darlehensnehmer zuvor einen möglichst ausführlichen Finanzierungsplan des eigenen Bauvorhabens. Unter Berücksichtigung von bereits genannten Faktoren wie der Art der Tilgungsverrechnung, Tilgungsfreijahren und Sondertilgungen sowie den Darlehens- und Bearbeitungsgebühren kann der Effektivzinssatz so relativ genau ermittelt werden und ermöglicht auf diese Weise den Vergleich unterschiedlich gestalteter Darlehen und Anlagen.

Um einen möglichst objektiven Vergleich anstellen zu können, sollten zusätzlich folgende Dinge in die allgemeine Planung der Baufinanzierung einfließen:

  • Wertermittlungsgebühren
  • Taxkosten
  •  Bereitstellungszinsen
  • Zuschläge für Teilauszahlungen und
  • Kontoführungsgebühren


Hinweis von ImmobilienScout24:

Auch wenn weitgehende Sicherheit über die geplante Baufinanzierung besteht, sollte sowohl der Eigenkapitalanteil, als auch die Höhe des Darlehens etwas größer ausfallen, als berechnet. Einerseits ermöglicht ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent der Darlehenssumme deutlich günstigere Sollzinsen, womit auch der Effektivzins fällt. Andererseits können unvorhergesehene finanzielle Engpässe überbrückt und Zwischenfinanzierungen zu meist erheblich schlechteren Zinskonditionen vermieden werden.


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