Bausparsofortdarlehen

Bausparsofortdarlehen

Das Bausparsofortdarlehen stellt eine Form von „Vorfinanzierung und/oder Zwischenfinanzierung eines Bausparvertrages“ dar. Das heißt, es überbrückt den Zeitraum zwischen dem Darlehensbedarf und der Zuteilungsreife eines bestehenden oder neu abgeschlossenen Bausparvertrages.

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Bausparsofortdarlehen werden von der Bausparkasse des Bausparers gewährt. Und das, obwohl der Bausparvertrag noch nicht die notwendige Zuteilungsreife erreicht hat. Das Bausparsofortdarlehen, welches in der Regel der Bausparsumme entspricht, überbrückt die Zeit bis zur Zuteilung und wird mit der Zuteilung anteilig bei der Auszahlung der Bausparsumme getilgt. Dementsprechend ist das Bausparsofortdarlehen bis zur Zuteilung ein tilgungsfreies Darlehen.

Welche Vorteile hat das Sofort-Darlehen?

Es gilt zu beachten, dass eine ausreichend lange Zinsbindung bei der Vor- bzw. Zwischenfinanzierung gewählt werden sollte, um das Zinsänderungsrisiko für die gesamte Laufzeit auszuschalten. Durch die Kombination von Bausparsofortdarlehen und Bauspardarlehen können besonders günstige Konditionen mit Zinsbindungen von über 20 Jahren erreicht werden. Durch Sonderzahlungen in der Ansparphase kann eine frühere Zuteilung erreicht werden, wodurch der Bausparkunde früher von den Vorteilen des Bauspardarlehens profitieren kann. Ein Nachteil dieser Variante ist, dass während der Vor- bzw. Zwischenfinanzierung der sogenannte annuitätische Effekt nicht zum Tragen kommt, also keine Verringerung der Zinsbelastung durch eine kleiner werdende Restschuld zustande kommt. Wer den Zeitpunkt für das Bausparsofortdarlehen sinnvoll auswählt, kann damit dennoch eine insgesamt günstigere Finanzierung der eigenen vier Wände erreichen.

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Welche Besonderheiten sind bei Bausparsofortdarlehen zu beachten?

Der Verlauf vieler Immobilienfinanzierungen ist zeitlich nur schwer vorherzusehen, weil Baustopps, behördliche Hürden oder Lücken in der eigenen Haushaltslage unter Umständen zu Verzögerungen führen können. Aus diesem Grund werden Vor- oder Zwischenfinanzierungen nötig. Diese verfügen oftmals über besonders attraktive Konditionen, da die Bausparsofortdarlehen der Bausparkassen zum einen die Bauspardarlehensabnahme garantieren, und zum anderen Zinserträge generieren. Auch wenn ein Bausparvertrag neu abgeschlossen wird und noch keine Ansparsumme aufweist, kann die Bausparsumme als Sofortdarlehen ausgezahlt werden.

Im Gegensatz zur üblichen Hypothek dient hier die fest vereinbarte Ansparrate als Tilgungsbeitrag und die Schuldzinsen für die Kreditsumme als Schuldendienst. Die Tilgung des Bausparsofortdarlehens ist an keinen festen Zeitpunkt gebunden, da dieser sich aus der Zuteilung des Bausparvertrages ergibt. Bei der Umschuldung des Darlehens wird keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Der Bausparer muss lediglich das konventionelle Bauspardarlehen gemäß den Vertragsbedingungen des Bausparvertrages bis zur vollständigen Tilgung abbezahlen.

Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Da das Geschäftsmodell vieler Bausparkassen und Kreditinstitute im Rahmen einer Baufinanzierung mit langfristigen Zinsbindungen arbeitet, ist ein unvorhergesehenes Aussteigen des Kunden aus dem abgeschlossenen Vertrag für den Kreditgeber oft mit Mehrkosten verbunden. Die Bank erhebt dann in der Regel eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, die der Kunde zu entrichten hat. Für gewöhnlich ist ein Vertrag erst nach zehn Jahren Zinsbindung ohne zusätzliche Kosten kündbar, während die Entschädigung für einen vorzeitig beendeten Kreditvertrag vom jeweiligen Institut ganz individuell berechnet werden kann. Der Bundesgerichtshof hat daher in diversen Urteilen entschieden, dass Leitlinien für diese Berechnung zu gelten haben, um unverhältnismäßig hohe Entschädigungen zu verhindern. So müssen etwa Sondertilgungen seitens des Kunden kostenmindernd berücksichtigt werden. Dennoch verlangen die meisten Kreditinstitute nach wie vor deutlich zu hohe Entschädigungszahlungen, wie eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Bremen aus dem Jahr 2013 ergab. Kreditnehmer sollten daher aktiv werden, sobald die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt. Detaillierte Vorgehensweisen mit passenden Musterschreiben finden sich im Internet ebenso wie bei den Verbraucherzentralen und sollten durchaus bemüht werden – immerhin kann die Differenz der von der Bank und der Verbraucherzentrale berechneten Vorfälligkeitsentschädigung zwischen 10 und 30 % betragen.


Was kann ich mir leisten?

Bausparsofortdarlehen von Bausparkassen

Spardarlehen für Bauvorhaben werden von den jeweiligen Bausparkassen gewährt. In Deutschland gibt es gegenwärtig etwa 25 Bausparkassen, die mit derartigen Spardarlehen die Finanzierung von Eigenheimen ermöglichen. Der gesetzliche Rahmen für die Bausparkassen und ihre Geschäftstätigkeit ist mit dem Bausparkassengesetz (BauSparkG) und der Bausparkassen-Verordnung (BausparkV) festgelegt. Zusätzlich unterstehen die Bausparkassen der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die beispielsweise mögliche Veränderungen an den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) prüft und genehmigt. Mit Blick auf Bausparsofortdarlehen unterscheiden sich die jeweiligen Tarife zwischen den Bausparkassen. Daher sollte ein Sofortdarlehen stets auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Neben den Bausparsofortdarlehen bieten die Bausparkassen traditionelle Bausparverträge zu vielfältigen Konditionen an, die für die Wohnraumfinanzierung verwendet werden. Außerdem gibt es bei vielen Bausparkassen auch spezialisierte Bausparverträge, die auf individuelle Einkommenssituationen und Lebensumstände zugeschnitten sind und beispielsweise für Modernisierungen oder Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden können. Gerade wer sein Haus energetisch auf den neuesten Stand bringen will und etwa Fassaden, Heizungstechnik oder Fenster und Isolierung sanieren möchte, sollte sich über die vielfältigen Fördermöglichkeiten bei der KfW informieren. In Kombination mit einem möglichen Sofortdarlehen können so selbst überraschende Finanzierungslücken gestemmt werden.

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