Was ist ein Selbstbauhaus?

Bei einem Selbstbauhaus oder Bausatzhaus werden die für den Hausbau notwendigen Teile vom Hersteller an den Bauherrn ausgeliefert. Letzterer ist weitgehend selbst dafür verantwortlich, aus den fertigen Teilen das bezugsfertige Haus zu errichten. Durch den eigenverantwortlichen Bau und den Verzicht auf Fachleute lassen sich mit einem Selbstbauhaus hohe Kosten einsparen, was das Selbstbauhaus vor allem für Eigentümer interessant macht, denen begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

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Hausbau in Eigenregie unter fachkundiger Anleitung

Im Gegensatz zum Fertighaus, bei dem der Rohbau von Fachleuten errichtet wird und nur der Innenausbau in der Hand des neuen Hausbesitzers liegt, ist der Bauherr beim Selbstbauhaus bereits bei der Fertigstellung des Rohbaus voll involviert. Der Bausatz wird komplett zum jeweils anstehenden Bauabschnitt an die Baustelle geliefert, wo die Montage vom Bauherrn übernommen wird. Auch die Vorbereitung der Baustelle obliegt dem Bauherrn. Um den Bauherrn auf seine Aufgaben beim Bau vorzubereiten, bieten einige Anbieter von Selbstbauhäusern Schulungen an, bei denen die grundlegenden Arbeitsschritte erläutert werden. Während der Bauphase steht ein Bauleiter bei Problemen zur Verfügung. Wünscht der Bauherr fachkundige Hilfe bei einem oder mehreren Gewerken, helfen viele Anbieter bei der Vermittlung von geeigneten Handwerkern. Oft werden die Bauherren bei der Anlieferung einzelner Teile wie dem Dachstuhl vom Anbieter unterrichtet, wie diese zu montieren sind, alternativ errichtet der Hersteller das Bauteil zusammen mit Helfern, die der Bauherr stellen muss. In welchem Umfang der Anbieter an der Errichtung des Rohbaus beteiligt ist, wird vorab vertraglich festgelegt.

Anteil der Eigenleistungen

Grundsätzlich kann der Bauherr das gesamte Haus in Eigenregie erbauen. Allerdings scheitert es bei den meisten Bauherren an der Zeit beziehungsweise an der nötigen finanziellen Basis. Experten gehen davon aus, dass bis zu zwei Jahre Bauzeit für ein Selbstbauhaus im normalen Bereich sind. Mindestens 1.500 Stunden Arbeitszeit muss der Bauherr in sein Traumhaus stecken. Der Bauherrenschutzbund empfiehlt, nicht mehr als fünf, höchstens zehn Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung einzuplanen. Gut geeignet für Eigenleistungen sind Arbeiten, die einen hohen Lohnanteil und wenig Materialkosten enthalten. Beispiele sind Maler- und Tapezierarbeiten, das Verlegen von Bodenbelägen, das Einbringen von Dämmwolle oder Arbeiten an den Außenanlagen.

Wichtig ist, sich die Gutschriften für gewünschte Eigenleistungen getrennt nach Lohn- und Materialkosten aufschlüsseln zu lassen. Denn häufig ist die Gutschrift für Eigenleistungen durch die Baufirma geringer als erhofft, unter anderem, weil eine Firma in der Regel Material günstiger einkaufen kann als ein Bauherr. Ob sich der eigene Einsatz wirklich lohnt, sollte man also vorher genau durchrechnen.

Der Vorteil des Selbstbauhauses liegt in der möglichen Ersparnis, da die eigenen Arbeitsstunden im Gegensatz zum Bauunternehmen nichts kosten. Zudem ist trotz Unterstützung ein großes Maß an Individualität möglich. Allerdings sind auch einige Nachteile zu verzeichnen:

  • keine Gewährleistung für Mängel, die der Bauherr selbst verschuldet hat
  • nicht immer ausreichende Unterstützung durch Familie und Freunde
  • finanzielle Doppelbelastung durch Miete und Darlehensraten
  • häufig Nachfinanzierungsbedarf durch nicht erbrachte Eigenleistungen

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Wann sollten Fachleute hinzugezogen werden?

Vor allem bei schwierigen Aufgaben sollten Bauherren jedoch auf Fachleute zurückgreifen, um spätere Folgekosten zu vermeiden. Dies beginnt bei der Bodenplatte, geht beim Estrich und der Heizungsanlage weiter und endet bei Elektroinstallationen. Werden diese Arbeiten nicht fachgerecht ausgeführt, drohen im Nachhinein hohe Kosten. Zudem geht von falsch installierten elektrischen Leitungen eine große Gefahr für das Haus, aber auch für die künftigen Bewohner aus. Bei Arbeiten an Elektroanlagen müssen zugelassene Elektrofachkräfte hinzugezogen werden. Nur sie sind befugt, solche Aufgaben durchzuführen. Da es bei der Installation der Stromleitungen diverse Vorgaben gibt, ist ein Fachmann hier besonders wichtig. Eine gute Elektroinstallation verringert das Brandrisiko im fertigen Haus. Auch für die Heizung ist ein Fachmann unerlässlich. Da beispielsweise Fußbodenheizungen im oder unter dem Estrich verlegt werden, ist eine nachträgliche Korrektur einer solchen Heizung nur möglich, indem der komplette Boden herausgerissen wird. Dies verursacht nicht nur Schmutz, sondern auch hohe Kosten. Zudem sind die betroffenen Räume während der Arbeiten unbenutzbar. 

Das Selbstbauhaus: Geringere Kosten, längere Bauphase

Reizvoll für viele Bauherren ist, dass sie mit dem Selbstbauhaus Geld sparen können. Wer selbst baut, muss für diese Arbeit keine Handwerker bezahlen. Da es sich beim Hausbau um ein aufwendiges Vorhaben handelt, stecken viele hundert Stunden Arbeit im fertigen Haus. Baut man selbst, benötigt man aufgrund der fehlenden Fachkenntnis zwar oft mehr Zeit, dafür muss diese Zeit aber nicht extra bezahlt werden. Je mehr Eigenleistung man selbst erbringen kann, umso niedriger der Preis. Vor allem bei der Errichtung des Rohbaus ist ein großes Sparpotenzial gegeben. Zu beachten ist allerdings, dass aufgrund der fehlenden Erfahrung der Bau oft länger dauert als gedacht. Wer nicht Gefahr laufen will, jahrelang auf einer unfertigen Baustelle zu wohnen, sollte sich einen realistischen Zeitplan aufstellen und diesen diszipliniert einhalten. Der zeitliche und arbeitstechnische Aufwand hängt nicht nur vom handwerklichen Geschick, sondern auch vom gewünschten Haustyp und dessen Gestaltung ab. Es gibt verschiedene Bausysteme, die für ein Selbstbauhaus in Frage kommen, beispielsweise das System Wohnblockhaus, das System Massivbau oder das System Holzrahmenbauweise. Moderne Selbstbauhäuser entsprechen den neuesten Anforderungen in Bezug auf Wärmedämmung und Energieeffizienz.

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Wie flexibel ist die Gestaltung des Selbstbauhauses?

Der Gestaltungsspielraum beim Selbstbauhaus ist vielfältig. Der Bauherr hat die Möglichkeit, individuelle Wünsche anzubringen und so sein Traumhaus mitzugestalten. Die meisten Anbieter von Bausatzhäusern bieten zahlreiche Optionen an, mit denen persönliche Wünsche erfüllt werden können. Eine grundsätzliche räumliche Vorstellungskraft und ein bisschen Verständnis für Architektur helfen bei einer realistischen Planung. Die Wahl des Hauses ist ganz dem Bauherrn überlassen. Ob Bungalow, Einfamilienhaus oder Doppelhaus, die Anbieter von Selbstbauhäusern bieten eine breite Palette von Möglichkeiten. Auch Sonderwünsche wie Gauben, Erker oder Wintergärten lassen sich bei vielen Anbietern erfüllen. Auch bei der Innenausstattung haben Bauherren großen Gestaltungsspielraum. Bei Armaturen, Treppengeländern, Lichtschaltern und anderen Einbauten können Bauherren aus verschiedenen Designs wählen. 

Wer haftet bei selbst verursachten Baumängeln?

Die Eigenleistung beim Hausbau kann dem Bauherrn schnell zum Verhängnis werden. Sofern Sie im Rahmen Ihrer Eigenleistung einen Baumangel an der Immobilie verursachen, haften Sie selbst mit Ihrem eigenen Vermögen dafür. Da mitunter auch die Handwerker durch den Bauherren koordiniert werden müssen, kann es schnell zu Missverständnissen und Fehlern kommen. Wird beispielsweise eine mangelhafte Leistung durch den Bauherr abgenommen, so haftet der Handwerker hierfür im Nachhinein regelmäßig nicht mehr. Wer also einen Teil selber bauen möchte, sollte dabei nicht auf die Unterstützung des Hausbauanbieters verzichten. Anderenfalls muss schlimmstenfalls das mühsam eingesparte Geld für die nachträgliche Beauftragung externer Firmen ausgegeben werden. Viele Hausbauer bieten Bauherren bei vereinbarten Eigenleistungen jedoch eine komplette Betreuung an, bei nicht nur alle Handwerker, sondern auch die Eigenleistungen koordiniert werden. So wird jeder einzelne Schritt durch qualifizierte Fachleute kontrolliert und es steht zu jeder Zeit ein Ansprechpartner zur Verfügung, der den Gesamtüberblick über das laufende Projekt behält.

Worauf sollte man achten bei der Auswahl des Anbieters?

Ein guter Anbieter für Selbstbauhäuser steht dem Bauherrn während der gesamten Bauphase zur Seite. So baut dieser zwar in Eigenregie, wird aber bei Problemen nicht alleingelassen und kann auf einen Fachmann zurückgreifen. Bevor man sich für einen Anbieter für sein Selbstbauhaus entscheidet, sollten verschiedene Anbieter und deren Angebote geprüft werden. Um den späteren Bau zu erleichtern, empfiehlt es sich, nicht nur auf die optischen Möglichkeiten zu schauen, sondern auch auf die Beschaffenheit der einzelnen Elemente. Zwar ist das Baukastensystem immer ähnlich, dennoch kann es helfen, im Vorfeld schon zu schauen, wie das Haus später montiert werden soll. Das kann sich nämlich entscheidend auf die Dauer des Bauprojekts auswirken. Extrawünsche bezüglich der Hausgestaltung sollten frühzeitig angesprochen werden, da möglicherweise nicht jeder Anbieter darauf eingehen kann. Auch preislich unterscheiden sich die Anbieter zum Teil gravierend, sodass sich eine umfassende Analyse der angebotenen Preise lohnt. 

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