Finanzierungsvollmacht

Es dauert einige Wochen, bis der Kaufvertrag nach Unterzeichnung auch abgewickelt ist. Nun ist der Notar hinter den Kulissen tätig.


Zunächst muss er die Auflassungsvormerkung im Grundbuch besorgen. Erst wenn für den Kreditgeber eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist, kann der Notar das Geld an den Verkäufer weiterleiten.
Dazu muss der Verkäufer dem Kreditgeber eine Finanzierungsvollmacht ausstellen oder den Eintrag im Grundbuch explizit genehmigen.

Besonderheit: Kaufvertrag mit einem Bauträger

Steht ein finanzierendes Kreditinstitut hinter einem Bauträger, so ändert sich der beschriebene Vertragsablauf. Das Kreditinstitut des Bauträgers muss ein Freigabeversprechen abgeben, dass es mit Fertigstellung der Immobilie und Erhalt des Kaufpreises auf die eigene ins Grundbuch eingetragene Grundschuld verzichtet. Diese Grundschuld geht dann an den Kreditgeber des Käufers über.

Ablauf des Kaufes einer Immobilie mit Finanzierungsvollmacht

In der Regel ist es dem Käufer nicht möglich seine Immobilie aus eigenen finanziellen Mitteln zu bezahlen. Es muss ein Kredit aufgenommen werden. Der Ablauf beim Kauf verändert sich durch die Finanzierung ein wenig.

  1. Zwischen Verkäufer und Käufer herrscht bezüglich des Objektes und des Kaufpreises Einigkeit. Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und vollzieht das Rechtsgeschäft.
  2. Die Eintragung im Grundbuch wurde an dieser Stelle noch nicht durchgeführt. Erst damit wird der Käufer auch zum Eigentümer. Die Eintragung wird jedoch erst mit der Zustimmung des Verkäufers vorgenommen, welche mit Eingang der Zahlung erteilt wird.
  3. Das Darlehen wird die Bank dem Käufer nur dann aushändigen, wenn entsprechende Sicherheiten vorliegen. Da die Immobilie mit dem Geld gekauft wird, bietet sie sich als Sicherheit an. Mit dieser Form des Immobiliendarlehens wird eine Grundschuld der Bank im Grundbuch der Immobilie eingetragen. Sollten die Zahlungen ausbleiben, kann das Geldinstitut die Immobilie veräußern und sich somit absichern.
  4. Es besteht jedoch das Dilemma, dass der Verkäufer sein Geld und die Bank seine Sicherheit möchte. Beides kann jedoch nicht gleichzeitig erreicht werden. Dementsprechend wird ein Dokument benötigt, welches besagt, dass das Geld zur Verfügung steht und gegen Eintragung der Bank an den Verkäufer überwiesen wird – die Finanzierungsvollmacht.
  5. Da der Verkauf noch nicht vollzogen ist, trägt der Käufer seine Grundschuld somit für kurze Zeit auf die Immobilie oder das Grundstück des Verkäufers ein. Dies ist jedoch die Voraussetzung für den Erhalt des Geldes, um den Erwerb abzuschließen. Letztendlich geht die Immobilie in das Eigentum des Käufers über und die Grundschuld der Bank befindet sich, für die richtige Person eingetragen, in den entsprechenden Dokumenten.

Die Finanzierungsvollmacht dient sämtlichen Parteien als Sicherheit. Der Verkäufer bekommt sein Geld zugesichert, die Bank wird in der Grundschuld eingetragen und der Käufer profitiert, weil er seine Immobilie erwerben kann.