Der Konflikt im Nahen Osten könnte auch den Immobiliensektor beeinflussen. Entscheidend für Expert:innen ist die Frage: Wie lange dauert der Krieg.
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Steigende Energiepreise, Unsicherheiten an den Finanzmärkten und mögliche Störungen von Lieferketten können die Immobilienwirtschaft erheblich beeinflussen. Daher hat der Krieg im Nahen Osten nicht nur geo- und sicherheitspolitische Folgen; er wirkt sich auch indirekt auf die Immobilienmärkte aus.
So benennt Francesco Fedele, CEO der BF direkt AG die Eskalation im Nahen Osten als akuten Stressfaktor für die Immobilienwirtschaft. Mit einem Schlag seien die Risiken für gestörte Lieferketten, steigende Energiepreise und höhere Inflationsraten gestiegen. Die Immobilienwirtschaft treffe das doppelt – über höhere Zinsen und Credit-Spreads in der Finanzierung ebenso wie über steigende Bau- und Betriebskosten.
Insbesondere kapitalintensive oder fremdfinanzierte Projekte würden unter Druck geraten, während cashflow-starke, energieeffiziente Objekte – also Immobilien, die regelmäßig hohe Einnahmen im Verhältnis zu ihren laufenden Kosten erzielen – relativ robust blieben.
Prof. Dr. Steffen Sebastian vom Institut für Immobilienwirtschaft der Universität Regensburg (IREBS) betont, dass Investoren und Projektentwickler bei sprunghaften Anstiegen von Energiepreisen, Risikoaufschlägen und Finanzierungskosten vorsichtig reagierten. Sollte der Konflikt nur wenige Wochen dauern, blieben die Auswirkungen überwiegend temporär: Bauprojekte würden neu kalkuliert, Transaktionen verschoben, aber nicht gestoppt.
Finanzmärkte und Kapitalmarktzinsen reagieren bislang moderat. Es kam zwar unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse zu einem Anstieg der Ölpreise und zu erhöhter Volatilität, also mehr Risiko an den Aktienmärkten, doch eine nachhaltige Fluchtbewegung aus Risikoanlagen blieb aus.
Auch der österreichische Immobilienmarkt-Analyst Matthias Reith sieht für die weitere Entwicklung zwei mögliche Szenarien. Sollte der Konflikt im Nahen Osten nur wenige Wochen dauern und die Energiepreise nicht (viel) weiter und nachhaltig ansteigen, wären die Folgen auf Wachstum, Inflation und Zinsen überschaubar.
Ein längerer Konflikt hätte allerdings deutlich größere Auswirkungen, wenn dadurch Öl- und Gaspreise stark steigen. Denn höhere Energiepreise könnten die Inflation wieder anheizen und die Europäische Zentralbank zu neuen Zinserhöhungen zwingen. In diesem Fall würde, so Reith, Eigentum wieder schwerer finanzierbar werden.
Für Haushalte steigen Heizöl- und Gaspreise deutlich, bedingt durch gestiegene Rohstoffkosten und Lieferengpässe, etwa aus Katar. Der Ölpreis reagiert besonders empfindlich, weil der Krieg die Straße von Hormus betrifft, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie befürchtet allerdings keine Versorgungsengpässe, da Deutschland Rohöl aus rund 30 Ländern beziehe.
Kurzfristig dürfte das die Inflation in der Eurozone nur leicht erhöhen; ein längerer Konflikt könnte Ölpreise und Inflation stärker treiben. Denn die Öl- und Gaspreise machen sich nicht nur direkt beim Heizen bemerkbar, sondern auch an anderen Stellen, weil sie Rohstoffe, Energie oder Transport für andere Produkte verteuern.
Ebenso sorgt die Zollpolitik des US-Präsidenten immer wieder für Unruhe. Trump hatte beim bilateralen Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz am 3. März im Oval Office bekräftigt, Zölle von bis zu 15 Prozent auf Importe in die USA zu erheben. Allerdings hat der Supreme Court bereits einige seiner bisherigen Zölle für illegal erklärt.
Trotz kurzfristiger Risiken sehen Expert:innen durchaus auch Chancen: Ein politischer Wandel im Iran könnte Europas Energieversorgung stabilisieren und langfristig das Wirtschaftswachstum in Deutschland um bis zu 0,5 Prozent beschleunigen, so Gabriel Felbermayr, Chef des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
(Die hier enthaltenen Informationen sind unverbindliche Auskünfte Irrtum vorbehalten).
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Steffi Mersmann ist Redakteurin im Content Team und versorgt euch mit aktuellen Infos zum Mieten und Vermieten. Seit über 10 Jahren bei ImmoScout24, kennt Steffi alle Tricks und Fallstricke rund um die Immobiliensuche und hat zuvor als Produktmanagerin an den verschiedensten ImmoScout24-Features mitgearbeitet, von der ersten Google Maps-Einbindung bis zum Makler-Branchenbuch.
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