Handwerkliches Geschick sollten Sie besitzen, wenn Sie sich an den Bau eines Baumhauses machen. Doch mit der richtigen Vorbereitung gelingt der Kindheitstraum auch Laien.

Der erste Schritt auf dem Weg zum Baumhaus ist, einen geeigneten Baum zu finden. Der Baum Ihrer Wahl sollte gesund sein und weder in seiner ersten noch in seiner letzten Lebensphase stecken. Schließlich muss der Baum das Gewicht des Hauses und seiner Besucher sicher tragen können.


Den geeigneten Baum finden


Baumhäuser laden zum Spielen und Fantasieren ein.

Doch wie erkennen Sie, ob ein Baum gesund ist? Das erste Kriterium für einen Laien ist, dass der Baum im Sommer schön grün ist. Der zweite Blick gilt der Stamm- und Aststruktur des Baums. Der Baum darf keine größeren Schäden wie Holzfäulungen, Vertiefungen, Wassertaschen oder Spechthöhlen aufweisen. Auch Schäden an Astanbindungen, Risse in Ästen oder Stämmen sowie Pilzbefall sind keine guten Zeichen. Das alles ist entscheidender als die Baumart. Prinzipiell kann ein Baumhaus in jeden Baum errichtet werden – Sie müssen nur kreativ genug sein.

Ein Baumhaus für jedermann

Baumhäuser können hoch professionell geplante Wohneinheiten für Erwachsene sein. Kindern genügen zum Spielen und für Fantasiereisen jedoch einfache Varianten, bestehend aus einer Plattform, stabilen Seitenwänden und einem Dach sowie einer Möglichkeit, hinaufzuklettern. Wo die nötigen Astgabelungen fehlen, können Sie sich mit zusätzlichen Stützen behelfen. Oder Sie konstruieren ein Baumhaus zwischen benachbarten Bäumen. Als Material für Plattform und Wände eignen sich heimische Hölzer wie Lärche oder Eiche, aber auch Kiefer oder Fichte. Die letzen beiden Holzarten sind deutlich günstiger und ein Baumhaus für Kinder muss in der Regel auch keine 20 Jahre halten. Worauf Sie nicht verzichten sollten, ist der Holzschutz. Lasuren oder Öle, die pigmentiert sind und über einen entsprechenden UV-Schutz verfügen, schützen das Holz und verleihen ihm eine schöne Optik.



Der passende Baum eignet sich auch für eine Schaukel.

Als Verbindung zwischen den Hölzern eignen sich rostfreie Edelstahlschrauben, wie etwa V2A- oder V4A-Schrauben. Bei der Befestigung am Baum dagegen sind für viele Konstrukteure Schraube oder Nagel tabu. Stattdessen können Lastenseile und -gurte so umfunktioniert werden, dass das Haus innerhalb des Baumes hängt. Wichtig dabei: Die Lasten sollten auf verschiedene Punkte verteilt werden, damit nicht zu viel Gewicht an einem Ast hängt. Da der Baum nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Dicke wächst - rund acht Millimeter pro Jahr -, dürfen Schlaufen nicht zu eng sein. Eine enge Drahtschlaufe würde den Baum mit der Zeit regelrecht strangulieren. Auch Auflagedruck und Reibung können Äste schädigen. Kontaktpunkte mit dem Baum müssen glatt sein und am besten mit Gummipuffern geschützt werden. Nicht immer kann auf einen Nagel verzichtet werden. Dann ist es wichtig, ihn beim Abbauen des Baumhauses nicht einfach herauszuziehen. Stattdessen sollten die Nägel im Stamm verbleiben und mit einer Eisensäge abgesägt werden. So ist der Baum vor weiteren Verletzungen geschützt und die Nägel wachsen einfach mit ein.

Unbesorgtes Spielen ermöglichen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Geländer sollten stabil sein, Nägel nicht herausstehen und Bretter nicht lose sein. Unter dem Baumhaus können Sand oder Holzhäcksel die Verletzungsgefahr bei Stürzen mildern. Zwei bis drei Meter werden oft als gute Höhe für ein Baumhaus genannt. Vergessen Sie aber nicht, dass Festhalten, Klettern, sich Hindurchwinden und -kriechen zum Baumhaus-Erleben dazu gehört. Neben der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten bilden Kinder so eine eigene Risikowahrnehmung. Und ein Baumhaus muss einem Kind gewisse Experimentierräume bieten. Dann braucht es nur noch eine Prise Fantasie – und schon kann sie beginnen, die Abenteuerreise.

Baumhausregeln

  • Ein Baumhaus sollte nur in den eigenen Baum gebaut werden, nahegelegene Wälder sind tabu.
  • Außerdem darf durch das Baumhaus keine Belästigung für die Nachbarn entstehen.
  • Bevor Freunde oder Nachbarkinder mit ins Baumhaus klettern, sollte geklärt werden, ob ein Unfall über die normale Haftpflicht- oder Gebäudeversicherung abgedeckt ist.
  • Sicherheit geht vor!
Tipp:

Auf Anfrage per E-Mail können Baupläne für Baumhäuser von der DIY-Academy zur Verfügung gestellt werden. Die Mail-Adresse: pommer@diy-academy.eu

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