Als Effizienzhäuser werden Häuser bezeichnet, die den in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geforderten Standard übertreffen und insgesamt ein möglichst ausgewogenes energetisches Konzept aufweisen.

Hier erfahren Sie mehr über die Bau- und Konstruktionsprinzipien dieser Häuser, über ihre Vor- und Nachteile, über die Kosten für ein Energieeffizienzhaus sowie über mögliche Fördermittel.

Hausarten im Effizienzhaus Stil

Das Wichtigste in Kürze

  • Effizienzhäuser müssen den aktuellen Ansprüchen der Energieeinsparverordnung entsprechen, das heißt, dass sie bestimmt Energieverbrauchswerte nicht überschreiten dürfen.
  • Neben den KfW-Effizienzhäusern in verschiedenen Ausführungen gehören oft auch Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und Nullenergiehäuser in diese Kategorie.
  • Trotz der hohen Anschaffungskosten lohnt sich ein Effizienzhaus für fast alle Bauherren durch die langfristige Energieeinsparung; durch Fördermittel können Sie den Preis zudem intelligent senken.

Was ist ein Energie-Effizienzhaus?

Es gibt verschiedene Formen von Effizienzhäusern, die allerdings nur zum Teil klar definiert sind. Begriffe wie Niedrigenergiehaus, Passivhaus oder auch Nullenergiehaus sind ebenfalls verbreitet und werden oft als Synonyme verwendet. All diesen Haustypen ist gemein, dass sie die vorgegebenen Anforderungen an den Energieverbrauch weit unterschreiten.

Immobilien werden laut Energieeinsparverordnung (EnEV) nach dem Maß ihrer Energieeinsparung eingeordnet:

  • Das Passivhaus hat einen Energieverbrauchswert für Heizenergie von maximal 15 kWh/m²a.
  • Ein KfW Effizienzhaus 55 hat einen Verbrauchswert von maximal 55 kWh/m²a.
  • Nullenergiehäuser haben einen Energieverbrauch, der gegen Null geht.
  • Plusenergiehäuser produzieren mehr Energie, als sie verbrauchen.

Alle Neubauten entsprechen inzwischen dem Effizienzhaus-100-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Effizienzhaus 70 steigert die Energieeffizienz durch einen 30 Prozent geringeren Verbrauch. Sowohl Alt- als auch Neubauten können nach diesem Standard saniert bzw. errichtet werden. Das Effizienzhaus 70 senkt nicht nur die Energiekosten – die Immobilie zeichnet sich auch durch Werterhalt aus. Außerdem gewährt die KfW den Besitzern eines nach diesem Standard gebauten Hauses besonders zinsgünstige Kredite. Neben den Standards Effizienzhaus 70 und Effizienzhaus 55 ist auch das Effizienzhaus 40 verbreitet.

Wichtig:

Prüfen Sie grundsätzlich bei Angeboten von Bauträgern und Generalunternehmen, die mit dem Begriff Effizienzhaus werben, welcher Energieverbrauch vertraglich zugesichert ist und ob eine Förderung als Effizienzhaus in Frage kommt.

Effizienzhäuser in ihren verschiedenen Ausführungen eignen sich sehr gut für Bauherren, die eine individuelle Ausgestaltung wünschen. Vor allem, wenn Sie selbst bauen lassen, können Sie alle wichtigen Elemente, die Bauweise, die Größe, die verwendeten Materialien und die Innenausstattung Ihres neuen Effizienzhauses selbst wählen. Die Immobilien sind sowohl bei Familien mit Kindern als auch bei Paaren und bei Allergikern sehr beliebt. Sie bieten ein exzellentes Raumklima und lassen sich auf Wunsch auch barrierefrei ausbauen.

Tipp:

Wenn Sie sich mit anderen Parteien zusammentun, können Sie das Effizienzhaus sogar als Multigenerationenhaus gestalten und so gemeinsam mit Eltern, Großeltern oder Enkeln wohnen.

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Welche Bau- und Konstruktionsprinzipien sind beim Effizienzhaus wichtig?

Damit der Energieverbrauch eines Gebäudes so weit abgesenkt wird, dass es als Effizienzhaus gilt, sind verschiedene Maßnahmen nötig.

Die folgenden Bau- und Konstruktionsprinzipien sind verbreitet:

  • Nutzung spezieller Dämmstoffe mit sehr guten U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizienten)
  • Wärmschutzfenster mit 3-fach-Verglasung
  • Montage nach RAL-Anforderungen
  • Einsatz regenerativer Energiequellen wie Erdwärme, Photovoltaik oder Solarwärme
  • Dichtigkeit der Gebäudehülle, um Energieverluste zu minimieren
  • Heizungsanlage mit hohem Wirkungsgrad
  • Automatische Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher

Zudem kommen meist umweltfreundliche Materialien wie Stein, Holz und Lehm zum Einsatz. Auch mit Beton und Stahl lassen sich gute Ergebnisse erzielen, aber das Raumklima ist bei Holzhäusern besonders gut. Lassen Sie sich von Ihrem Anbieter zu den Details der jeweiligen Bauweise beraten.

Passende Anbieter für Effizienzhäuser finden Sie in dieser Übersicht:

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Effizienzhaus?

In der Summe überwiegen bei einem Effizienzhaus immer die Vorteile. Dennoch sollten Sie sich mit allen Vor- und Nachteilen genau vertraut machen, bevor Sie sich für diese Immobilienart entscheiden.

Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei:

Vorteile am Effizienzhaus

Nachteile am Effizienzhaus

Umweltfreundlich

Hohe Anschaffungskosten

Hohe Energieersparnisse durch Effizienz und regenerative Energien sowie hervorragende Dämmung

Trockene Luft bei einer Lüftungsanlage

Unabhängigkeit von Strom- und Wärmepreisen

Risiko für Legionellen-Ansammlungen bei Fehlern in der Konstruktion

Sehr angenehmes Raumklima

Komplizierte Reparaturen

Hervorragende Investition, da diese Häuser dank ihrer hochwertigen Materialien und der effizienten Bauweise nicht an Wert verlieren, sondern eher gewinnen

 

Zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die ganze Familie

 

Viele Fördermöglichkeiten vorhanden

 

Wie viel kostet ein Effizienzhaus?

Die Kosten für ein Effizienzhaus lassen sich nicht pauschal pro Quadratmeter angeben. Grundsätzlich sollten Sie jedoch 5 bis 15 Prozent mehr Kosten als bei einem vergleichbar großen Haus in klassischer Bauweise kalkulieren. Vor dem Bau ist es daher wichtig, dass Sie genau ausrechnen, ob sich das Effizienzhaus für Sie lohnt, wo Sie sparen können und ab wann sich die hohe Energieeffizienz amortisiert. Denn schließlich werden Sie langfristig deutliche Ersparnisse bei den Energiekosten haben.

Die folgenden Sparmaßnahmen sind denkbar:

  • Wählen Sie eine Bodenplatte statt einem Keller
  • Wählen Sie ein Carport statt einer Garage
  • Machen Sie Abstriche beim Material
  • Verzichten Sie auf Extras wie einen Balkon oder einen Erker
  • Wählen Sie ein kleineres Grundstück
  • Fragen Sie beim Anbieter nach, ob Sie durch Eigenleistungen beim Effizienzhaus-Bauen helfen können

Fördermöglichkeiten für Effizienzhäuser

Insbesondere die KfW fördert den Bau von Energieeffizienzhäusern. Die Höhe der Förderung hängt dabei vom Energieverbrauch ab. Zinsvergünstigte Kredite und Tilgungszuschüsse können auch mit weiteren Förderungen kombiniert werden. Insgesamt können Sie so die finanzielle Belastung, die beim Bau eines Effizienzhauses durch die hohen Anforderungen an Konstruktion und Materialien gestellt wird, etwas reduzieren.

Informieren Sie sich außerdem bei diesen Stellen über weitere Förderungen:

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  • Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
  • Banken
  • Örtliche Gemeinde
  • Denkmalschutzbehörde, falls Sie ein altes Haus unter Denkmalschutz zu einem Effizienzhaus umbauen möchten

Bei allen Förderungen in diesem Bereich gilt, dass erst mit dem Bau begonnen werden darf, wenn der Förderantrag genehmigt ist. Hinsichtlich der Förderbedingungen sollten Sie vorab detaillierte Informationen einholen, da sich die Konditionen und Anforderungen in unregelmäßigen Abständen verändern.

FAQ zum Thema Effizienzhaus bauen

Kann ich mein Effizienzhaus selbst bauen?

Können auch Fertighäuser den EnEV-Standards entsprechen?

Wie finde ich einen geeigneten Anbieter für Effizienzhäuser?

Worauf sollte ich beim Bau achten?

Ist ein Effizienzhaus automatisch auch ein Ökohaus?

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