Ursprung des Fachwerkhauses

Die Fachwerkhäuser waren die bekannteste Form des Hochbaues vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein. Sie waren von England bis zu den Alpen bekannt. Für die Konstruktion wurden meistens einheimische Hölzer verwendet. Es mussten witterungsbeständige Holzarten wie Eiche und Tanne verwendet werden. Man kann heute noch an den unterschiedlichen Verzierungen am Gebäude erkennen, aus welchem Jahrhundert ein Fachwerkhaus stammt.  

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Welche Materialien eignen sich für den Bau am besten?

Das Skelett eines Fachwerkhauses muss aus einem widerstandsfähigen Holz gebaut sein, um den Anforderungen zu entsprechen. Für historische Fachwerkbauten wurde zumeist teures Eichenholz benutzt. Günstige Alternativen sind Douglasien- und Lärchenholz. Die Leerräume zwischen den Holzbalken können mit verschiedenen Materialien gefüllt werden. So ist beispielsweise das traditionelle Schwarzwaldhaus, ein Fachwerkhaus im weiteren Sinne, in den Freiräumen der Balken mit Holzbohlen versehen. Im niederdeutschen Raum finden sich vorrangig Fachwerkhäuser, deren Gefache mit Ziegelsteinen ausgefüllt sind. Bei einem Fachwerkhaus im alemannischen oder mitteldeutschen Stil hingegen bestehen die Zwischenräume aus einem mit Lehm gestärkten Holzgeflecht.

Kann man ein Fachwerkhaus bauen, das mehr als zwei Geschosse hat?

Herkömmliche Fachwerkhäuser wurden in Ständerbauweise errichtet. Sie verfügten meist über mindestens zwei Geschosse, doch die Möglichkeiten, nach oben zu bauen, waren beschränkt. Durch die sogenannte Rähmbauweise ließen sich Fachwerkhäuser bauen, die über mehr Geschosse verfügten als es bei herkömmlichen Ständerbauten möglich war. Im 15. Jahrhundert kam die Rähmbauweise auf. Die Ständerbalken mussten fortan nur noch der Höhe eines Geschosses entsprechen. Den oberen Abschluss bildete ein Rahmen. Der Vorteil dieser Bauweise besteht vor allem darin, dass die Balken nicht mehr so lang sein müssen wie beim Ständerbau.  

Sind Reetdächer noch aktuell?

Besonders im norddeutschen Raum ist das Reetdach ein Architekturklassiker. Auch Fachwerkhäuser besitzen oft Reetdächer. Ein Nachteil des Naturmaterials ist, dass aufgrund der Witterungsumstände Feuchtigkeit in das Dach eindringen und es verrotten lassen kann. Reetdachdecker versprechen zwar, dass diese Dachart bis zu 50 Jahre hält, doch die Reparaturkosten sind immens. Neben Algen sind Reetdächer auch durch etwaigen Pilzbefall und Brände gefährdet. Fachwerkhaus-Hersteller arbeiten daher vorwiegend mit der Dachziegeldeckung. Denn trotz einer längeren Lebensdauer sind Dachziegel preiswerter als ein Reetdach. Zudem werden sie aus heimischem Ton gebrannt und sind damit ebenfalls ökologisch. Auch die Gefahr des Verrottens besteht bei einem Ziegeldach nicht. Mittlerweile bieten Unternehmen auch das Decken mit Kunstreet an. Die Kunstreetschindeln sind resistent gegen Verrottung und Schädlinge, die das Naturprodukt befallen könnten. Noch dazu behält es seine ursprüngliche Farbe.

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Wie wird ein Fachwerkhaus richtig gedämmt?

Für ein historisch anmutendes Gebäude ist eine Dämmung nicht vorgesehen. Dämmung ist jedoch wichtig, damit die Heizwärme nicht verloren geht. Da eine Außendämmung das Aussehen des Fachwerkhauses verändern würde, entscheiden sich viele Bauherren für die Innendämmung. Dazu eignen sich Holzfaserplatten: Diese nehmen die entstehende Feuchtigkeit auf, insbesondere, wenn sie mit einer Schicht aus Lehmputz versehen wurden. Die Dämmung sollte stets durch fachkundige Hand erfolgen, da der Eigenbau Schäden hervorrufen kann.

Gibt es Fachwerkhäuser auch als Fertighäuser?

Ausgewählte Holzhausbauer bieten auch Fachwerkhäuser als Fertighäuser an. Diese haben zwar ihren Preis, bieten aber höchste Qualität und modernere Interpretationen des Fachwerkbaus. Auch historisch exakt nachempfundene Neubauten sind möglich. Eine kostengünstigere Alternative ist das Ausbauhaus. Damit sparen sich Bauherren bis zu 50 Prozent der Baukosten gegenüber einem Fertighaus, müssen allerdings für alle weiteren Anlagen wie Heizung, Elektro und Sanitär selbst aufkommen.

Auf welche Reparaturen müssen sich Fachwerkhausbesitzer einstellen?

Fachwerkhäuser, die auf Holzskelettbau errichtet worden sind, können morsch werden. Nicht nur im Altbau, sondern auch im Neubau sollte widerstandsfähiges Holz verwendet werden. Das Holz sollte bereits beim Bau mit einer Lasur versehen werden, um es vor dem Verfaulen zu schützen. Da das Holz über die Jahre hinweg arbeitet, kann es zum Beispiel passieren, dass sich die Türen, die beim Einzug noch in den Rahmen passten, später nicht öffnen oder schließen lassen. Mit ein wenig Nacharbeit eines geschickten Handwerkers lassen sich diese kleinen Fehler jedoch schnell beheben.

Energieeffizientes Sanieren von Fachwerkhäusern

Die energetische Sanierung eines Hauses wird finanziell gefördert. Nachdem ein Sachverständiger die erforderliche Verbesserung des Energiebedarfs bestätigt hat, kann der Umbau realisiert werden. Zinsgünstige Kredite zur Renovierung denkmalgeschützter Immobilien werden unter anderem von der KfW-Bankengruppe vergeben.

Eine sachgemäße Sanierung senkt die laufenden Kosten und steigert den Immobilienwert. Es lohnt sich, etwas mehr zu investieren, damit die Bausubstanz unbeschadet bleibt. Häufig erfolgt die Sanierung in Eigenleistung durch die Bauherren. In bestimmten Fällen kann sich ein Baudarlehen auszahlen, wenn im Umkehrschluss die laufenden Kosten der Immobilie stark sinken.

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