Treppen

Verschiedene Varianten im Überblick

Treppen unterscheiden sich durch ihren Einsatzort, sowie durch ihre unterschiedlichen Formen. Wir geben einen Überblick.


Treppen können zum einen in Geschosstreppen für den Innenraum, Geschosstreppen für den Außenraum und Freitreppen unterschieden werden. Je nach Laufrichtung, Form und Zahl der Podeste lassen sich zum anderen unterschiedliche Treppenformen, wie beispielsweise gewendelte oder gegenläufige Treppen, beschreiben.

Geschosstreppen für den Außenraum dienen der zusätzlichen Erschließung eines Gebäudes und sind so beschaffen, dass sie der Witterung widerstehen und selbst bei Nässe sicher begehbar sind. Sie können erforderlich werden nach einem Umbau, bei dem ein Gebäude neu aufgeteilt wurde, als Feuertreppe oder als nicht notwendige Treppe, die zusätzlichen Komfort bringen soll.

Freitreppen sind Treppen die von Gebäuden in die Landschaft oder den Stadtraum führen oder Teil einer landschaftlichen Anlage sind. Sie sind meist massiv aus Steinen oder Beton errichtet, können sehr breit sein und benötigen nicht immer Geländer oder Handläufe.

Treppen unterliegen bei der Herstellung den Vorgaben der DIN 18065 und der jeweiligen Landesbauordnung. Diese gewährleisten die sichere und angenehme Begehbarkeit einer Treppe. Besonderes Augenmerk bei Treppen sollten Sie auf den Gehkomfort und im Innenbereich vor allem auf den Schallschutz, also das Schwingverhalten legen.

Der Gehkomfort hängt entscheidend von der richtigen Dimensionierung einer Treppe ab. Grundlage für die richtige Dimensionierung einer Treppe ist in erster Linie die Blondel-Regel mit der das richtige Steigungsverhältnis ermittelt wird. Zudem müssen die Auftrittflächen rutschhämmend sein, selbst wenn sie nass werden.

Treppen sollten nicht zu schwingen beginnen. Natürlich geht es nicht völlig geräuschlos, aber Schwingungen, die beim Auf- und Absteigen von Treppen entstehen, geben Ihnen ein unsicheres Gefühl und werden zudem über die Auflager der Treppe weit hörbar in Ihr Gebäude übertragen. Um Treppengeräusche zu unterdrücken können Treppen auch schallentkoppelt gelagert werden. Am schwingungsärmsten sind Betontreppen und solche Treppen, die komplett in die Hauskonstruktion eingebunden sind.

Außentreppen


Wie Balkone sind Außentreppen direkt der Witterung ausgesetzt. Sie sollten, wenn dies erforderlich wird, thermisch getrennt an der Fassade befestigt werden. Auch erhält die Außentreppe eine eigene Gründung, welche die doch sehr erheblichen Lasten in den Grund abführen und die Treppe von unten vor Durchfeuchtung schützt.

Die Außentreppe stellt immer auch ein gestalterisches Element am Haus dar. Aufgrund der Verbindung mit dem Haus zählt sie nicht zu den Außenanlagen. Es gibt Außentreppen in vielen unterschiedlichen Formen, Ausführungen und Größen. So können Außentreppen als gerade, Spindel- oder Wendeltreppe ausgeformt sein. Als gestalterisches Element sollte sie kein Fremdkörper sein, sondern mit ihrem Haus eine gleichwertige gestalterische Linie verfolgen. Außentreppen, die hinter dem Haus angebracht sind, bezeichnet man als Hintertreppen.

Besonderes Augenmerk fällt gerade bei einer Treppe auf die Konstruktionselemente, die hier offener als sonst in Erscheinung treten. Bei Treppen wird es am deutlichsten erkennbar, dass die Ästhetik direkt aus der Konstruktion resultiert.

Bauherren sollten darauf achten, dass auch Außentreppen baurechtlichen Richtlinien unterliegen. Diese bestimmen beispielsweise die Höhe des Handlaufs oder die Breite der Stufen. Nicht nur die Breite, sondern auch die Anordnung der Stufen spielt eine große Rolle bei der Errichtung einer Außentreppe. Da vor dem Haus meist mehr Platz ist und die Treppe nicht sehr hoch sein muss, sind die Stufen meist flacher und dafür breiter. Eine Ausnahme bilden hier Wendeltreppen. Die Rutschgefahr sollte bei allen Arten von Außentreppen so gering wie möglich gehalten werden. Treppenstürze sorgen häufig für Verletzungen. Ein Ablauf für Regenwasser kann hierbei durch die Absenkung der Stufenkanten erreicht werden.

Für kleinere Gartentreppen eignen sich zwei Treppenarten besonders gut. Eine schnell gebaute Außentreppe ist hierbei die Knüppeltreppe. Bei dieser wird eine Schräge im Mutterboden angelegt und es werden stufenweise Pfähle in die Erde getrieben. Als Begrenzung legt der Bauherr Bretter, bevor er die Zwischenräume mit verschiedenen Materialien wie Erde, Kies oder Split auffüllen kann. Eine stabilere Variante ist die Außentreppe mit Betonfundament. Nach der Fundamentlegung kann diese Art der Treppe auf verschiedene Weise ausgebaut werden. So gibt es Blockstufen, die sich aus passgerechten Beton- oder Steinquadern zusammensetzen. Der Transport und die Arbeit mit den Quadern sind jedoch sehr mühsam. Des Weiteren sind Treppenstufen aus Setz- und Trittstufen möglich. Diese bestehen aus flachen Steinplatten. Die Anbringung dieser Stufenform ist dank des geringeren Gewichts der Platten einfacher auszuführen. Eine Treppe mit Stellstufen ähnelt dem Knüppeltreppenprinzip, allerdings wird diese mit Beton- oder Natursteinplatten abgegrenzt und mit Pflaster befüllt.

Außentreppen aus Stahl

Eine Treppe, die ständig den wechselnden Launen der Natur ausgesetzt ist, muss sehr viel witterungsbeständiger und pflegeleichter sein als eine Innentreppe. Dieses gilt natürlich auch für die Treppenstufen, welche auch aus verschiedensten Materialien, wie z. B. Gitterrosten, Tränenblech sowie aus allen gängigen Stein- und Holzarten hergestellt und angeboten werden können. Jedoch gerade im Außenbereich sind Materialien sinnvoll, die den ständig wechselnden Witterungsbedingungen standhalten und auch bei Nässe, Schnee oder Eis noch die erforderliche Trittsicherheit bieten. Eine Treppe aus Stahl kann diese Anforderungen dauerhaft bewältigen. Stahltreppen müssen allerdings mit einem Korrosionsschutz versehen sein, da sie sonst bei direkter Einwirkung von Nässe Gefahr laufen zu rosten.

Außentreppen aus Stein und Beton

Für viele ist das witterungsbeständigste Material der Stein. Dabei gibt es viele Steinarten, aus denen der Bauherr wählen kann. Granit- oder Marmortreppen sehen geschliffen und poliert sehr edel aus, doch bergen sie eine Rutschgefahr, sofern keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden. Abhilfe schaffen hier Anti-Rutschmatten. Des Weiteren gibt es Außentreppen aus Beton. Betontreppen büßen an optischer Gestaltung ein, sind jedoch äußerst strapazierfähig. Darüber hinaus lassen sie sich schnell montieren, da sie als Fertigteile zu erwerben sind. Um die Optik ansprechender zu machen, werden Betontreppen durch Fliesen oder mit Kunststein versehen. In Reinform finden sie ihr Einsatzgebiet als außenseitige Kellertreppen.

Außentreppen aus Holz

Aber auch mit einigen Hölzern sind langlebige und sichere Konstruktionen von Außentreppen möglich, wenn sie gegen Pilz- und Insektenbefall beständig sind. Einige Hölzer müssen erst durch den Einsatz von Holzschutzmitteln oder durch moderne Verfahren der Dampfdruckimprägnierung haltbar gemacht werden. Andere Hölzer sind auch ohne dies haltbar. Robinienholz z. B. ist äußerst beständig im Außenraum. Es ist härter und beständiger als Eichenholz und verrottet auch unbehandelt selbst bei hoher Feuchtigkeit nicht. Zudem ist es ein sehr schnell wachsendes Holz. Weitere Hölzer für Außenanwendungen sind Lärche, Eibe, Eiche, Eukalyptus, Zypresse, Zeder und einige Dampfdruck behandelte heimische Nadelhölzer.

Arbeiten sie möglichst holzschutzmittelfrei!

Gehkomfort der Treppe


Bezeichnungen der Teile von Treppenstufen.

Vor allem wichtig für den Gehkomfort einer Treppe ist das richtige Steigungsverhältnis, also die Relation zwischen Steigungshöhe h und der Auftrittsbreite b. Günstige Steigungsverhältnisse wie zum Beispiel 17/29 cm (Stufenhöhe h = 17 cm/Stufenbreite b = 29 cm) ergeben sich aus der Schrittlänge des erwachsenen Menschen, die ca. 59 bis 65 cm beträgt. In der Regel werden Werte von 62 bis 64 cm angenommen und den Berechnungen zum Treppenbau zugrunde gelegt. Ermittelt wird das Steigungsverhältnis nach der Blondel-Regel: 2h + b = 62 bis 64 cm.


Das richtige Maß bei den Treppenstufen ist entscheidend für den Gehkomfort.

Beispiel

Sie haben eine Stufenhöhe von 17 cm und eine Auftrittsbreite von 29 cm. Dann ergibt 2x17 cm + 29 cm = 63 cm. Mit 63 cm als Lösung ist in der Regel ein ideales Steigungsverhältnis gegeben.

Zusätzlich kommen noch zwei weitere Regeln zu Anwendung.

  1. Die Sicherheitsregel: b + h = 46 cm.
  2. Die Bequemlichkeitsregel: b - h = 12 cm.

Entspricht eine Treppe all diesen Regeln, so ist höchster Laufkomfort gegeben. Günstige Treppensteigungen für einzelne Nutzungen sind:

  • 18-19 cm für Kellertreppen
  • 18-20 cm für Dachbodentreppen
  • 16-19 cm für Geschosstreppen in Wohnhäusern
  • 14-16 cm in Schulen
  • 16-17 cm in Verwaltungsgebäuden
  • 17-19 cm in Gewerbebauten

Zu beachten ist, dass sich das Steigungsverhältnis innerhalb der Lauflinie nicht ändert, was bei mangelhafter Ausführung vorkommen kann. Geringe Toleranzen sind nach DIN 18065 zulässig. Achten Sie darauf, dass spätestens nach 14 bis maximal 18 Stufen ein Zwischenpodest eingefügt worden ist. Wenn Geschosstreppen nicht mit weniger als 18 Stufen auskommen, fügt man sinnvoller Weise das Podest etwa in der Mitte der Treppenhöhe ein. Die nutzbare Treppenbreite in einem zweigeschossigen Haus sollte mindestens 90 cm zwischen den treppenbegrenzenden Bauteilen (Wände, Geländer, Handläufe) betragen. Die lichte Durchgangshöhe darf 2 m nicht unterschreiten. Sie ist zwischen der Kante der Deckenöffnung über der Treppe (also dort, wo man sich im Falle des Nichteinhaltens dieses Maßes den Kopf stößt) und der unterhalb der Kante gelegenen Stufe zu messen.

Handläufe und Geländer

Treppen mit mehr als drei Stufen müssen einen Handlauf besitzen. Bauaufsichtlich notwendige Handläufe müssen fest sein und dürfen nicht aus z. B. Seilen bestehen. Die Handlaufhöhe sollte über der Vorderkante der Stufen 90 cm betragen.

Schwingungsverhalten der Treppe


Die richtige Konstruktion einer Treppe ist maßgeblich für Sicherheit und Schwingverhalten.

Jedes Tragsystem besitzt eine bestimmte Erregerfrequenz, die es zu berücksichtigen gilt. Eine allzu leicht gebaute Treppe beginnt zu schwingen, wenn z. B. Kinder die Treppe hoch oder runter rennen. Je steifer und massiver eine Konstruktion ist, um so schwerer ist sie in Schwingung zu versetzen. Aber für das Schwingverhalten ist nicht allein das gewählte Material verantwortlich, sondern auch die Treppenkonstruktion an sich. So kann eine solide Treppe äußerst unangenehm schwingen, wenn z.B. zu wenige Auflager die Konstruktion halten. Schwingungen, die beim Auf- und Absteigen von Treppen entstehen, geben Ihnen ein unsicheres Gefühl und werden zudem über die Auflager der Treppe in Ihr Gebäude übertragen. Treppen lassen sich aus Holz, Stahl, Aluminium, Gusseisen, Stein und Beton konstruieren. Am schwingungsärmsten sind Betontreppen und solche Treppen, die komplett in die Hauskonstruktion eingebunden sind. Freistehende Treppen neigen eher zum Schwingen. Erst recht, wenn sie falsch konstruiert worden sind.

Arten und Formen von Treppen

Je nach Laufrichtung, Form und Zahl der Treppenläufe lassen sich unterschiedliche Treppenformen beschreiben. So gibt es gerade, ein- und mehrläufige Treppen, Treppen mit kreisbogenförmigen Stufen, platzsparende Wechselstufentreppen auch Steil-, Kurz-, oder Sambatreppe genannt, teilgewendelte Treppen bei denen die Lauflinie einen Bogen beschreibt, Wendeltreppen bei denen die Lauflinie einen Kreis beschreibt sowie Spindel- oder Spiraltreppen, in deren Zentrum eine stützende Spindel steht. Als langgewendelt oder im Antritt gewendelt, bezeichnet man eine Treppe, wenn die Lauflinie nur im unteren Teil kreisbogenförmig, dann gerade verläuft.

Als ausgewendelt, also im Austritt gewendelt werden Treppen bei einer bogenförmigen Lauflinie im oberen Teil der Treppe bezeichnet. Dementsprechend spricht man bei einem Viertelkreis der Lauflinie (90°) von viertelgewendelt.


Die nebenstehende Abbildung zeigt Beispiele für folgende Treppen:

(A) Zweiläufig gewinkelte Treppe mit Zwischenpodest;
(B) zweiläufig gegenläufige Treppe mit Zwischenpodest;
(C) einläufige gerade Treppe;
(D) dreiläufig, zweimal abgewinkelte Treppe mit Zwischenpodesten;
(E) einläufig halbgewendelte Treppe;
(F) einläufig, im Austritt viertelgewendelte Treppe;
(G) zweiläufig gerade Treppe;
(H) einläufig, zweimal viertelgewendelte Treppe;
(I) einläufig, im Antritt viertelgewendelte Treppe;
(J) Wendeltreppe mit Treppenauge;
(K) Spindeltreppe mit tragender Mittelstütze.

Die Linie mit dem Pfeil zeigt die Lauflinie. Die Treppe steigt in Pfeilrichtung! Der Punkt zeigt den Antritt der Treppe.

Spindeltreppe:

Eine Spindeltreppe hat eine Mittelsäule, die sogenannte Spindel. Diese Spindel ist das Haupttragelement, an dem die Stufen befestigt werden. Das Geländer schließt an den Stufen oder an einer zusätzlichen, außen liegenden Wange an. Sie ist entweder rechts- oder linksgewendelt. Ihr großer Vorzug ist der geringe Platzbedarf.

Wendeltreppe:

Die Wendeltreppe hat keine Mittelsäule, sondern eine oder zwei Wangen. Bei der einwangigen Wendeltreppe kann die Wange innen oder in der Mitte angebracht sein, eine doppelwangige Wendeltreppe hat die Wangen außen und innen. Die Wangen halten die Stufen sowie das Geländer und übernehmen wesentliche statische Funktionen.

Gerade Treppe:

Die gerade Treppe zeichnet sich dadurch aus, dass man auf ihr geradeausgehend nach oben geht. Einläufig ist die gerade Treppe dann, wenn sie ohne Unterbrechung durch ein Podest nach oben steigt. Mehrläufig ist sie dann, wenn sie durch Podeste geteilt wird. Also bei einem Zwischenpodest ist es eine zweiläufige gerade Treppe. Bei der gegenläufig geraden Treppe ändert man beim Benutzen der Treppe in bestimmten Abständen an Podesten seine Laufrichtung.

Gewendelte Treppe:

Eine gewendelte Treppe ist im Prinzip eine gerade Treppe, die entweder im Antritt oder im Austritt oder in beiden viertel- oder halbgewendelt ist.

Geschosstreppe:

Geschosstreppen sind in der Regel innerhalb eines Hauses gelegene Erschließungswege über die einzelnen Etagen. Sie sind vorgeschriebener Fluchtweg im Geschosswohnungsbau. Bei getrennten Wohnungen auf einzelnen Etagen, muss die Geschosstreppe in einem eigenen, feuersicheren Treppenraum liegen. Dies gilt nicht für Geschosstreppen innerhalb einer Wohnung, z.B. in Maisonette-Wohnungen oder Einfamilienhäusern. Genaueres wird in der entsprechenden Landesbauordnung geregelt.

Eingangstreppe:

Sie gehört der gesamten Eingangssituation an, sollte sicher zu benutzen sein und in das Kommen oder Gehen eingeplant sein. Sie kann neben ihrer Funktion als Erschließung auch noch Außenmöbel, Stauraum und gartengestalterisches Element sein.

Balkontreppe:

Diese erweitern ihren Balkon in einen Garten oder stellen einen weiteren Fluchtweg, auch wenn er nicht vorgeschrieben ist, dar. Bei Platzmangel, also relativ kleinem Garten empfiehlt sich eine Spindeltreppe.

Fluchttreppen:

Sind vorgeschriebene lebensrettende Einrichtungen, die entsprechend der Landesbauordnung errichtet sein müssen, das heißt Mindestanforderungen an Breite, Höhe und Konstruktion erfüllen müssen.