Dacharten

Bauweisen und Klassifizierungen

Dächer werden nach unterschiedlichen Eigenschaften klassifiziert. Welche Dachtypen es gibt, erfahren Sie hier.


Bauphysikalisch gibt es beim Dach zwei verschiedene Bauweisen: Das Kaltdach und das Warmdach.

Das Kaltdach ist als Prinzip seit Jahrtausenden bekannt und wird heute in der zweischaligen Dachkonstruktion gebaut. Warmdächer werden überwiegend im (unbelüfteten) Flachdach - selten im Steildachbereich gebaut. Bei dieser Dachart wird die Dachhaut direkt auf die Dämmschicht aufgebracht. Neben der Bauphysik ist die Dachkonstruktion von wesentlicher Bedeutung. Grundsätzlich unterscheidet man Flachdächer und Steildächer.

Unter einem Flachdach versteht man Dächer mit zwei bis maximal 20% Neigung. Ab einer Neigung von 20% spricht man vom Steildach. Wir haben die wesentlichen Typen für Sie zusammengestellt.

Flachdach

Unter einem Flachdach versteht man eine Dachfläche, die eine Neigung von 2-20° haben kann. Ab einem Gefälle über 20° Spricht man von einem Steildach.

Ein Haus mit einem Flachdach hat natürlich ein ganz anderes Äußeres als eines mit Steildach und ist deshalb auch Geschmackssache. Während das Steildach als Abbild der Urhütte seine Grundständigkeit und Funktion des Schutzes vor allen Widrigkeiten, die einen Menschen gefährden, unmissverständlich zum Ausdruck bringt, betont ein Flachdach eher die Form des Baukörpers selbst und drückt vor allem seine Funktion des Tragens von Lasten aus.

Ein Flachdach kann begehbar sein und als erhöhte Terrasse reizvoll Räume ins Freie erweitern. Gern werden Anbauten an Steildachhäuser als Flachfächer ausgeführt, um das Dach dann als Terrasse zu nutzen und eben diesen reizvollen Effekt zu erhalten. Unter einem Flachdach kann ein Raum immer besser ausgenutzt werden, da es keine schiefen Wände und nicht die schlecht zu nutzenden Zwickel zwischen Dach und Boden gibt. Konstruiert werden Flachdächer mit Balken (Holz, Stahl, Stahlbeton) oder mit Platten (Holz, Stahlbeton).

Dabei werden drei Typen von Flachdächern unterschieden:

  • nicht belüftetes Dach (Warmdach),
  • nicht belüftetes Umkehrdach und
  • belüftetes Dach (Kaltdach).

Wer ein Flachdach will, muss darauf achten, dass er es mit kompetenten Ausführungsfirmen zu tun hat und natürlich auf einen ausgebauten Dachraum oder dem Dachboden als Stauraum verzichten.

Viele Bauherren schrecken dennoch vor einem Flachdach zurück, weil es in Flachdächer ein nicht ungerechtfertigtes Misstrauen gibt. Dieses Misstrauen rührt aus den Anfängen des Flachdaches in unseren Breiten in den 20er Jahren her, wo tatsächlich noch wenig gute Materialien mit den Anforderungen der Moderne kollidierten. Häufige Mängel und Schäden haben den Eindruck verfestigt, das Flachdach sei unsicher und teuer, was die Vorteile eines flachen Daches natürlich minimal werden lässt. Doch dank moderner Materialien und Bautechniken kann heute das Flachdach in jeder Region bestehen. Technisch gesehen ist die Dichtigkeit bei Flachdächern kein Problem, wenn die Arbeit fachgerecht ausgeführt wird und ein Gefälle von mindestens 2% eingehalten wird. Wie die Statistiken zeigen, gehen Schäden an Flachdächern fast immer auf Fehler in der Planung, mangelhaftes Material oder Fehler in der Ausführung zurück. Gut gefertigte Flachdächer sind genauso zuverlässig wie geneigte Dächer.

Steildach

Unter dem Sammelbegriff Steildach findet sich eine Vielzahl an Dachformen. Steildächer haben eine sehr lange Tradition von der steinzeitlichen Urbehausung bis in unsere Zeit baut der Mensch Steildächer

Allen gemeinsam ist, dass einige oder alle ihrer Flächen über 20° geneigt sind und sie einen mehr oder weniger gut brauchbaren Raum unter sich einschließen. Sie werden in der Regel mit hölzernen Stabkonstruktionen errichtet. Man unterscheidet generell zwischen Sparren- und Pfettendächern, doch Mischkonstruktionen sind häufig und weit verbreitet. Sparrendächer haben den Vorteil, einen stützenfreien Raum in sich einzuschließen, der völlig frei zu beplanen ist. Anders verhält es sich bei Pfettendächern, dort gliedern Stützen, auf denen die Pfetten ruhen, den Raum.

Massive Steildächer sind historisch nur in Form von Kuppeln und Gewölben bekannt, die nur in Großbauwerken wie Kirchen und bei Prestigebauwerken zur Anwendung kamen. Seit der Erfindung des Stahlbetons sind aber auch massive Steildächer aus Platten möglich, deren Vorteil das behagliche Innenraumklima ist, was ja ein genereller Vorzug der Massivbauweise ist. Massive Steildächer werden oft bei Betonfertigteil- und Systemhäusern angeboten. Unsere Übersicht stellt ihnen eine Reihe von Dachtypen vor.