Baulexikon

Bautagebuch: Dokument für Eigentümer und Bauleiter

Ein Bautagebuch ist ein wichtiges Dokument bei der Entstehung eines in Auftrag gegebenen Bauwerkes.

Laut HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ist die Bauleitung dazu verpflichtet, ein Bautagebuch zu führen, denn in Streitfällen ist es auch als juristisches Beweismittel vor Gericht gültig. Aus diesem Grund sollte das Bautagebuch täglich geführt und von allen wichtigen Beteiligten wie Handwerkern, Fachbauleitern und dem Bauherren selbst unterzeichnet werden. Die einzelnen Unterfirmen verwenden in vielen Fällen separate Tagebücher, in denen Materiallieferungen, Stundenabrechnungen und Vereinbarungen dokumentiert werden.

Bautagebuch: Inhalt und Strukturierung

In einem Bautagebuch werden die wichtigsten Daten festgehalten, die Bestandteil eines Bauvorhabens sind. Neben Datum, Objekt und den täglichen Wetterbedingungen, insbesondere Bezug nehmend auf die Temperatur und den Niederschlag, was gerade in kalten Monaten von großer Bedeutung sein kann, sind in dem Tagebuch auch die eingesetzten Firmen und die Mitarbeiterzahlen aufgelistet. Auch die verwendeten Baumaterialien und -geräte sowie die Einbau- und Betriebsanleitungen der verbauten Geräte finden sich in diesem Dokument wieder. Sollte es bei den Bauarbeiten zu Mängeln oder Schäden kommen, müssen diese ebenfalls im Bautagebuch festgehalten werden. Am wichtigsten sind jedoch die Unterschriften der am Bauvorhaben beteiligten Personen. So können sogar nach Wochen noch Rückschlüsse gezogen werden und die signierten Tagebucheinträge beweisen, dass alle von den jeweiligen Aufträgen oder Änderungen Kenntnis hatten.

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Bautagebuch: Laptop ersetzt Zettel und Stift

Was vor einigen Jahren noch mit Zettel und Stift festgehalten wurde, wird im digitalen Zeitalter durch Laptop, Handys oder Tablet-PCs ersetzt. Dank spezieller Software-Programme können die Bautagebücher mobil verwaltet werden. Neben vorgegebenen Standardtexten bieten diese auch die Möglichkeit der Datensicherung in Form von Fotos, Bauplänen, Lieferscheinen etc. Wer über einen Server verfügt, kann zusätzlich von unterwegs auf firmeninterne Informationen wie zum Beispiel Arbeitspläne und E-Mails zurückgreifen. Die Kommunikation wird durch die Digitalisierung des Bautagebuchs immens vereinfacht und beschleunigt.

Wie lässt sich mit passender Software ein Bautagebuch führen?

Ein Bauvorhaben ist eine einschneidende Erfahrung im Leben der Bauherren. Nicht nur zur Absicherung gegen etwaige Forderungen und Rechtstreitigkeiten ist das Bautagebuch daher ein wichtiges Instrument. Für die Bauleitung oder den Architekten ist das Bautagebuch Pflicht. Bauherren können hingegen ihre Erfahrungen festhalten und schnell dokumentieren. Dank moderner Technik ist die Dokumentation denkbar einfach. Verschiedene Bautagebuch-Software kann online heruntergeladen werden oder im Fachhandel erworben werden. Möchte man eine Bautagebuch-Software in Anspruch nehmen, sollten die verschiedenen Produkte gründlich verglichen werden. Das Programm sollte folgende Daten erfassen können:

  • Datum und Uhrzeit des Eintrags
  • Wetterbedingungen (Temperatur, Niederschlag)
  • Anwesende auf der Baustelle
  • eventuelle Störungen
  • Bauablauf
  • Fortschritt


Falls das Dokument amtlich eingesetzt werden soll, sollten auch genutzte Geräte und Maschinen, Baustoffe und alle weiteren Vermerke festgehalten werden. Die Bautagebuch-Software ermöglicht auch ein Anhängen von Bildern an den Bericht. Die Verwaltung und Eintragung von Daten ist ganz einfach über das Smartphone möglich, sodass Informationen direkt eingegeben werden und Fotos hinzugefügt werden können. Dies erleichtert die Dokumentation erheblich. Nicht jede Software kann aber alle Funktionen abdecken, daher sollte ein Programm gewählt werden, das zu den eigenen Bedürfnissen passt. Oftmals kann eine eingeschränkte Version der Bautagebuch-Software bereits kostenfrei genutzt werden. Diese hat allerdings in der Regel lediglich Grundfunktionen oder wird in häufigen Intervallen von Werbung unterbrochen. Für eine umfangreiche Bautagebuch-Software müssen Bauherren daher meistens in die Brieftasche greifen, diese kann bis zu einigen hundert Euro im Jahr kosten. Folgende Anforderungen sollte die Software je nach individuellen Bedürfnissen erfüllen können:

  • selbsterklärende Nutzung
  • Erleichterung der Schreibarbeit durch vorgefertigte Bausteine und Kopierfunktionen, Autovervollständigung bei Text
  • keine zusätzlichen Schulungen für die Bautagebuch-Software nötig
  • Aufrufen einer „Hilfe“ möglich
  • Suchfunktion
  • Integration von Bildern bzw. Dokumenten
  • Kommentarfunktion
  • Firmenzuordnungsfunktion
  • verfügbare App für iPhone und Android-Geräte
  • Speichern der Berichte (z. B. als PDF) möglich, bei Bedarf gerätunabhängig in der Cloud

Was sind die Vorteile des digitalen Bautagebuchs?

Ein weiterer Vorteil der digitalen Führung des Bautagebuchs ist der Zugriff auf öffentliche Firmenlisten, aus denen man die Subunternehmen auswählen kann. Das Bautagebuch kann in der Regel auch als Dokument per E-Mail  versendet werden, sodass alle Beteiligten eine aktuelle Kopie erhalten. Der größte Vorteil ist jedoch, dass die anfallende Schreibarbeit deutlich reduziert wird und somit auch der Gesamtaufwand. Grundsätzlich ist die Bautagebuch-Software ein hilfreiches Tool für jeden Bauherren und auch Bauleiter. Denn oftmals sind Bauleiter überlastet und so kommt es zu Baumängeln und Schäden auf der Baustelle. Die Baustellenabläufe können durch die Bautagebuch-Software übersichtlicher gestaltet werden, und auch Subunternehmer, Handwerker, Architekten und Planer können besser koordiniert werden. Eine Pflicht zur Nutzung eines Bautagebuch-Programms gibt es jedoch nicht. Wer möchte, kann weiterhin handschriftlich ein Bautagebuch auf handelsüblichen Vordrucken führen. Da jedoch die Tagesberichte oftmals fast identisch sind, bedeutet die handschriftliche Führung einen deutlich höheren Aufwand. Der Einsatz von Bautagebuch-Software ermöglicht schließlich eine vereinfachte und effizientere Baustellendokumentation.

Welche Pflichten haben Architekten oder die Bauleitung?

Die Bauleitung ist verpflichtet, ein vollständiges Bautagebuch zu führen. Da es sich um eine Grundleistung nach HOAI handelt, hat der Bauherr Anspruch darauf und ist sogar beim Fehlen eines Bautagebuchs dazu ermächtigt, das Honorar zu kürzen. Dies geht aus der jüngsten Rechtsprechung hervor. Demnach solle der Bauleiter oder Architekt stets die Interessen des Bauherrn schützen und Leistungen, Tätigkeiten und Lieferungen aller Unternehmen auf der Baustelle festhalten. Somit hat das Bautagebuch einen hohen Stellenwert beim Bau, sollte stets vollständig geführt und von allen Parteien unterzeichnet werden.

Welche Vorteile hat ein Bautagebuch als Baublog?

In den vergangenen Jahren haben Blogs als Online-Tagebücher in allen Bereichen des Lebens Einzug gehalten. So verwundert es nicht, dass auch das Bautagebuch oftmals im Internet als Blog vorzufinden ist. Ein Bautagebuch-Blog hat mehrere Vorteile:

  • Das Bautagebuch kann persönlich und individuell geführt werden.
  • Es gibt keine Begrenzung in Bezug auf Text und Bilder, der Bauherr entscheidet über Umfang und Häufigkeit der Publikation.
  • Von den eigenen Erfahrungen beim Bau profitieren sofort andere Bauherren (falls der Blog öffentlich zugänglich ist).


Blogs können auch mit Passworteingabe verschlüsselt werden, sodass nur ausgewählte Leser Zugang zu den Informationen haben. Die Veröffentlichung eines Bautagebuchs als Blog hat aber durchaus Vorteile – vor allem für andere Bauherren, die von diesen Erfahrungen enorm profitieren können. Bauherren-Portale im Netz haben schon längst das Potenzial solcher Tagebücher erkannt und viele Blogs verschiedener Bauherren in Sammlungen zusammengestellt. Wer ein Haus bauen möchte, kann hier oftmals sogar nach Hausbauanbieter filtern und sieht auf einen Blick, welche Bauherren über ihre Erfahrungen bloggen und was sie über den entsprechenden Hausbauanbieter berichten.

Wer seinen eigenen Baublog aufsetzen möchte, kann dies heutzutage dank Anbietern von Blog-Software im Internet im Handumdrehen und ohne Programmier-Kenntnisse tun.

Eine rechtliche Bedeutung oder Tragweite hat das als Blog geführte Bautagebuch jedoch nicht. Dieses dient lediglich privaten Zwecken.

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