Asbestentsorgung

Asbest bezeichnet verschiedene, in der Natur vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale. Das umgangssprachlich als Weißasbest bekannte Chrysotil ist das Asbest-Mineral, das am häufigsten in sogenanntem Asbestzement verwendet wurde. Asbest wurde als Baustoff aufgrund seiner hohen Festigkeit und der Hitze- und Säurebeständigkeit lange Zeit sehr geschätzt. Zudem hat der Stoff wärmedämmende Eigenschaften und lässt sich durch die faserartige Struktur optimal verarbeiten. Die „Wunderfaser“ Asbest hielt unter anderem Einzug in die Werftindustrie, die Autoreifenindustrie und in die Baubranche, wo es bei Wärmedämmungen eine große Rolle spielte. Schon um 1900 stellte man fest, dass der Kontakt mit Asbest Gesundheitsrisiken birgt, bis er 1970 schließlich als krebserregend eingestuft wurde. Dies führte dazu, dass seit 1993 in Deutschland kein Asbest mehr hergestellt und verwendet werden darf. Seit 2005 gilt das Asbest-Verbot für das gesamte Gebiet der Europäischen Union.

Verwertung von Asbestabfällen ist kaum möglich

Die vormals geschätzten Eigenschaften wie Langlebigkeit und Verrottungsfestigkeit stellen heute ein großes Problem bei der Asbestentsorgung dar. Abfälle, die Asbest enthalten, sind als gefährlicher Abfall eingestuft und in verschiedene Gruppen unterteilt. Da das Kreislaufwirtschaftsgesetz vorsieht, dass die Abfallverwertung, soweit möglich, der Abfalllagerung in Deponien vorzuziehen ist, wurden verschiedene Verfahren entwickelt und getestet, um Asbest zu verwerten. Das mechanische Zerkleinerungsverfahren, bei dem die Asbestfasern soweit zerkleinert werden sollten, bis sie unschädlich sind, funktionierte zwar bei reinem Asbest, scheiterte aber an Gemischen aus Asbest und anderen Stoffen. Das thermische Verfahren versuchte, den Asbest über den Umwandlungspunkt zu erhitzen, um daraus nichtfaseriges Material zu schaffen. Bei diesem Verfahren konnte zwar das Problem bei der Verwertung von Mischstoffen eliminiert werden, es erfüllte jedoch nicht die Auflagen bezüglich des Schadstoffausstoßes während der Verbrennung. Auch verschiedene andere Verfahren scheiterten entweder an Auflagen von Behörden oder sie waren ökologisch und ökonomisch fragwürdig, weil der Energieaufwand und der CO2-Ausstoß in keinem Verhältnis zum Erfolg der Methode standen.

Asbestentsorgung in Deponien

Nachdem der Versuch der Verwertung als gescheitert eingestuft werden musste, kam für die Asbestentsorgung nur die Lagerung in Deponien in Frage. Dort werden die asbesthaltigen Abfälle in flexiblen Schüttgutbehältern gelagert, wo sie mit mineralischem Material bedeckt werden, um das Entweichen von gesundheitsschädlichen Fasern zu verhindern. Durch die beschränkten Möglichkeiten ist die Asbestentsorgung vergleichsweise teuer.

Aufwendige Asbestsanierungen in der Immobilienwirtschaft

Auch in Immobilien verbauter Asbest wird nach und nach entsorgt. Dies geschieht in Form von Asbestsanierungen, die sehr aufwendig und kostenintensiv sind. Da der Asbest beim Abtragen beschädigt wird und dadurch schädliche Fasern freigesetzt werden, muss der Sanierungsbereich staubdicht abgeschottet werden. Ist der Asbest entfernt, werden die vormals mit Asbest versehenen Oberflächen mit einem Restfaserbindemittel behandelt. Erst wenn dieses beseitigt und die Flächen vollständig getrocknet sind, wird über Raumluftmessungen festgelegt, ob ein Raum wieder genutzt werden darf oder nicht. Für diese sogenannte Freigabemessung müssen bestimmte Grenzwerte unterschritten werden.

Jetzt Immobilienwert ermitteln!

schon ab 29,90 € inkl. MwSt.

 


Sie planen den Hausbau? Jetzt zu den Immobilientypen informieren: