Fragen & Antworten
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Was zählt zu den Schönheitsreparaturen?

Streichen, tapezieren oder gipsen

Darüber haben schon viele Mieter und Vermieter vor Gericht gestritten: Was sind Schönheitsreparaturen? Und wer muss sie bezahlen? Nach aktueller Rechtsprechung müssen sich Mieter nicht unbedingt an den Renovierungskosten beteiligen. Entscheidend ist, was im Mietvertrag steht.

Was sind Schönheitsreparaturen?

Vermieter und Mieter streiten gelegentlich nicht nur darüber, welche Schönheitsreparaturen beim Auszug erledigt werden müssen. Unklarheit herrscht bei vielen Beteiligten auch darüber, was unter dem Begriff Schönheitsreparaturen mietrechtlich überhaupt zu verstehen ist. Grundsätzlich gilt: Unter das Stichwort Schönheitsreparaturen fällt alles, was beim normalen Wohnen abgenutzt wird und mit Farbe, Tapete und Gips wiederhergestellt werden kann. Dazu zählt:

  • das Streichen oder Tapezieren der Wände,
  • das Streichen oder Lackieren von Heizkörpern, Innentüren und Fensterrahmen von innen,
  • das Streichen oder Lackieren von Einbauschränken,
  • das Ausbessern von Dübellöchern in Fliesen und an Wänden.

    Neue Bodenbeläge, ein frischer Außenanstrich von Fenster und Türen oder etwa Arbeiten am Mauerwerk zählen eindeutig nicht zu den Schönheitsreparaturen.

Die Schönheitsreparatur und der Mietvertrag

Muss ich als Mieter beim Auszug also auf jeden Fall die Wohnung wieder auf Vordermann bringen und selber den Pinsel schwingen? Nein, nicht unbedingt. Viele Mietverträge enthalten zwar Klauseln, die den Umgang mit Schönheitsreparaturen regeln. Die Klauseln schreiben zum Beispiel vor, in welchen Zeitabständen die Räume neu zu streichen sind, mit welchem Eigenanteil sich der Mieter an Renovierungskosten beteiligt und dass beim Auszug renoviert werden muss.

BGH erklärt Quotenklausel für ungültig

Der Bundesgerichtshof hat in zahlreichen Urteilen die meisten dieser Klauseln jedoch für ungültig erklärt. Im Juli 2013 kippte der BGH auch die sogenannte Quotenklausel. Sie verpflichtet Mieter dazu, anteilig Renovierungskosten zu übernehmen. Viele Mietverträge setzen eine Renovierungsfrist, etwa dass alle drei Jahre Küche und Bad neu gestrichen werden müssen. Zieht der Mieter vor Ablauf dieser Frist aus, muss er laut Quotenklausel einen prozentualen Anteil an der Renovierung für die abgelaufene Mietzeit zahlen. Der BGH erklärte nun alle Mietverträge mit einer derartigen Quotenklausel für ungültig. Nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes müssen Mieter bei allen Verträgen, die diese Klausel enthalten, keine Schönheitsreparaturen vornehmen oder sich an den Kosten dafür beteiligen.