Anschlussfinanzierung: Alles auf Anfang
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Eine Baufinanzierung ähnelt einem Langstreckenlauf über mehrere Finanzierungsrunden. Nach Ende der ersten Zinsbindungsfrist eröffnen sich mehrere Möglichkeiten für die Anschlussfinanzierung. Hier erfahren Sie, welche.
Eine Baufinanzierung umfasst einen Zeitraum von bis zu 35 Jahren. Doch die erste Zinsbindungsfrist endet meist nach zehn oder 15 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt steht die Entscheidung über eine Anschlussfinanzierung für die restliche Darlehenssumme an. Das bedeutet: Den günstigsten Zins finden, mit Banken verhandeln und Konditionen vergleichen.
Die am häufigsten genutzte Variante der Anschlussfinanzierung ist die sogenannte Prolongation: eine Verlängerung des Vertrages bei derselben Bank. Spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindung ist der Kreditgeber verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, zu welchen Konditionen er das Darlehen verlängert und in welchem Umfang er beispielsweise eine Sondertilgung ermöglicht. Akzeptieren Sie nicht jedes Angebot zur Anschlussfinanzierung kommentarlos. Oftmals lohnt es sich, zu verhandeln.
Zum Stichtag der Anschlussfinanzierung ist auch eine Umschuldung möglich: der Wechsel zu einer neuen Bank. Das bedeutet zwar Aufwand, kann aber umso lohnender sein. Als grobe Orientierung hilft diese Faustformel: Bietet Ihnen eine Bank einen um mindestens 0,2 Prozent niedrigeren Zinssatz an als Ihr bisheriger Baufinanzierer, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken.
Eine Umschuldung ist zwar arbeitsaufwendig, bedeutet aber meist günstigere Konditionen.
In den meisten Fällen bedeutet eine Umschuldung günstigere Konditionen. Aber viele Bauherren befürchten, dass ein Umschuldungskredit als Anschlussfinanzierung zu viel Arbeit bedeutet. Sie schrecken vor der zeitraubenden Zusammenstellung der benötigten Unterlagen zurück oder fürchten, dass die neue Bank ihre Immobilie schlechter bewertet. Meist ist eine Gutachterprüfung für die neue Bank aber so aufwendig, dass selten ein neues Gutachten erstellt wird. Welcher Aufwand mit einer Anschlussfinanzierung verbunden ist, erfahren Sie im Artikel "Strategien für den Umgang mit Risikofaktoren".
Bei der Anschlussfinanzierung stellen sich viele Fragen, die bereits beim Kauf der Immobilie eine Rolle gespielt haben. Viele Entscheidungen aus der ersten Finanzierungsrunde stehen sowohl bei der Prolongation als auch bei der Umschuldung erneut an. Ist es sinnvoll, die Anschlussfinanzierung für die gesamte Restschuld aufzunehmen? Lohnt sich die Anschlussfinanzierung bei einer Versicherung? Steigen bei der Anschlussfinanzierung die Anforderungen an die Bonität? Die Antworten auf diese wichtigen Fragen finden Sie im Artikel "Fragen & Antworten zur Anschlussfinanzierung".
Eine gute Vorbereitung braucht Zeit. Daher gilt: Nicht zu spät mit den Recherchen beginnen.
Damit Sie die Entscheidung über die Anschlussfinanzierung nicht übers Knie brechen müssen, sollten Sie spätestens sechs Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist mit Recherchen und Angebotsanfragen beginnen. Dann bleibt Ihnen genügend Zeit, alle Möglichkeiten eingehend zu prüfen. Vergleichen Sie Zinssätze und fragen Sie nach Sondertilgungsrechten.
Grundsätzlich gilt: Die Anschlussfinanzierung muss nicht die gesamte Restschuld abdecken. Sie können problemlos in eine dritte Finanzierungsrunde gehen. Egal ob Sie Prolongation oder Umschuldung für die Anschlussfinanzierung planen: Der Vergleich mit Konkurrenzbanken lohnt sich in jedem Fall, da Sie mit Alternativangeboten in der Tasche eine bessere Verhandlungsposition haben. Weitere Hinweise finden Sie in den "Zehn besten Tipps für die Anschlussfinanzierung".