Lexikon Baufinanzierung
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Notargebühren

Grundstückskaufverträge erfordern eine notarielle Begleitung, da ausschließlich notariell beurkundete Kaufverträge rechtskräftig sind. Hierbei fallen Kosten nach der Gebührenordnung der Notare an. Bei besonderen Anforderungen oder Beratungen können zusätzliche Gebühren anfallen.

Höhe der Notarkosten

Beim Kauf einer Immobilie (Grundstück und/oder Gebäude, Wohnung) müssen als Anhaltspunkt für die Notargebühren und Kosten des Grundbuchamtes etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises als Nebenkosten einkalkuliert werden. In dieser Summe ist das Honorar des Notars nach der Gebührenordnung ebenso enthalten, wie die Gerichtskosten des Grundbuchamtes für erforderliche Eintragungen im Grundbuch. Der Notar veranlasst die entsprechenden Eintragungen im Grundbuch und wirkt bei der Stellung von Sicherheiten mit. Seine Kosten errechnen sich aus den notwendigen Dienstleistungsschritten. Je mehr einzelne Vorgänge abzuwickeln sind, desto höhere Notargebühren fallen an. Notwendige Schritte können zum Beispiel Löschungen von Belastungen, Eintragung von Wegerechten oder Wohnrechte sein. In erster Linie hängt aber die Höhe der Notarrechnung vom Kaufpreis des unbebauten Grundstückes, der Wohnung oder dem Gesamtpreis beim Kauf eines bebauten Grundstückes ab. Die Gebühren eines Notars unterliegen zusätzlich der Mehrwertsteuer.

Reduzierung der Notargebühren

Die Höhe der Notargebühren lässt sich in einigen Fällen reduzieren. Wird beispielsweise bei einem Bauvorhaben zunächst nur das Grundstück erworben, beschränken sich die Notarkosten auf den Kaufpreis des Grundstückes. Die spätere Fertigstellung eines Wohngebäudes stellt rechtlich kein Immobiliengeschäft dar, sondern Kauf von Materialien und Dienstleistungen. Damit hat der Notar nichts mehr zu tun. Anders ist es beim Kauf einer bestehenden Immobilie. Hier wird als Berechnungsgrundlage für die Notargebühren der Kaufpreis angesetzt. Eine Unterscheidung in Grundstück und Wohngebäude findet nicht statt. Daher werden die Gebühren des Notars dann auch für die Außenanlagen und sonstige Nebenkosten, wie zum Bespiel das Inventar der Immobilie, fällig. Bei einer Eintragung einer Grundschuld zur Finanzierung der Immobilie ist es ratsam, dies mit dem Termin der Beurkundung des Kaufvertrages zu kombinieren, da sich hiermit ebenfalls Kosten einsparen lassen.

Unklarheiten rechtzeitig beseitigen

Der Notar tritt als neutraler Fachmann auf und steht bei Vertragsabschluss zur Klärung von Fragen zur Verfügung, etwa ob gewünschte Änderungen überhaupt juristisch möglich sind und wie sie in den Vertrag eingebunden werden können.

Dies gilt auch für seine Gebühren. Es empfiehlt sich, schon vor der Beratung die etwaige Höhe der Notargebühren abschätzen zu lassen, damit hinterher keine unvorhergesehenen Überraschungen geschehen. Sollten die Kosten nach dem Ende der Beratung und Zusammenarbeit jedoch in ungeahnte Höhe schießen, sollten sich Mandanten die Kosten unbedingt aufschlüsseln lassen. Besteht dann immer noch Unklarheit, kann ein unabhängiger Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden, denn der Mandant hat die Möglichkeit, ein Verfahren vor Gericht zur Überprüfung der Kostenberechnung einzuleiten. Dafür müssen Kostenschuldner bei dem für den Notar zuständigen Landgericht die Überprüfung der Kostenberechnung beantragen. Der Antrag auf Überprüfung kann entweder schriftlich eingereicht werden oder aber mündlich zur Niederschrift in der Geschäftsstelle des Landgerichts vorgetragen werden. Nach § 23 Abs. 1 FamFG muss die Beantragung einer solchen Überprüfung jedoch stets ausreichend begründet werden.

Wer trägt die Notargebühren beim Kauf einer Immobilie?

Normalerweise trägt der Käufer einer Immobilie den größten Teil der beim Kauf anfallenden Notarkosten. Der Verkäufer übernimmt meist nur den Anteil der Kosten, die für die „Löschung der Rechte Dritter“ angefallen sind. Trotz dieser Trennung müssen beide Parteien gleichermaßen für die Begleichung der Notargebühren haften, da gesetzlich gesehen beide Parteien Kostenschuldner sind. So muss eventuell der Verkäufer doch die Schuld begleichen, sollte der Käufer nicht zahlungsfähig sein. Die Verteilung der Kosten wird normalerweise entweder mit einem Makler oder direkt mit dem Verkäufer vertraglich geregelt, damit nach Abschluss des Verkaufs keine unbestimmbaren Kosten überbleiben.